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Wacker in der Grubenstraße

Freitag, 30. Mai 2008, 07:52 Uhr
Nach elf Jahren könnte der Thüringer Fußball-Meistertitel wieder an den SV SCHOTT Jena gehen, wenn am Sonnabend gegen Schlotheim zu Hause gewonnen wird. Die Mannschaft hat seit dem 18. Spieltag nicht mehr verloren und damit Konstanz bewiesen. Der zweite Aspirant auf den Titel, der FC Rot-Weiß Erfurt II, ist Gastgeber für die Wackeren. Der Vorbericht von Klaus Verkouter....


Wacker zu Gast in Erfurt (Foto: Archiv Verkouter) Wacker zu Gast in Erfurt (Foto: Archiv Verkouter) Die Rot-Weiß-Reserve sah allerdings anfangs der Saison wie der sichere Sieger der Thüringenliga aus und hat später nicht nur gegen den FSV Wacker 90 Nordhausen seine Verwundbarkeit gezeigt und im Albert-Kuntz-Sportpark nur durch ein haltbares Freistoßtor die Oberhand behalten.

Somit ist am Sonnabend von beiden Spitzenteams einiges zu erwarten, weil nur der Erste den direkten Aufstieg zur NOFV-Oberliga schafft. Noch besitzt Jena fünf Punkte Vorsprung, aber Schlotheim will auch erst einmal bezwungen sein, selbst wenn den Nordhäusern das in dieser Saison sogar zweimal gelang. Der FC Rot-Weiß Erfurt II hat sich mit einem 4:2-Sieg gegen Ilmenau eine theoretische Chance auf den Ligasieg erhalten.

Dafür muss jedoch gegen die Neunziger in der Erfurter Grubenstraße ein voller Erfolg her. Die Blumenstädter werden sicher in Bestbesetzung antreten können, da die Spiele der Ersten (13.30 Uhr gegen Düsseldorf), wo es für Rot-Weiß um nichts mehr geht, und der Zweiten (verlegt auf 17 Uhr gegen Nordhausen) kurzfristig extra so terminiert und vom Thüringer Fußballverband genehmigt wurden, obwohl der sportlichen Fairness wegen die letzten beiden Partien normalerweise zeitgleich stattfinden müssen. Aber was heißt beim Erfurter Klub schon normalerweise.

Wacker zu Gast in Erfurt (Foto: Archiv Verkouter) Wacker zu Gast in Erfurt (Foto: Archiv Verkouter) Sollte Jena in der planmäßig angesetzten Auseinandersetzung um 15 Uhr straucheln, dann wird das natürlich in Erfurt bekannt sein und der FSV Wacker 90 die geballte Kraft des FC Rot-Weiß zu spüren bekommen. Macht ja nichts, denn wer irgendwann selbst mal in der Oberliga spielen will, muss solche Härtetests wegstecken und sogar möglichst erfolgreich gestalten. Mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen und dem Wissen, dass man diesen Gegner schon einmal am Rande einer Niederlage hatte, sollte die Elf motiviert auflaufen.

In der Bezirksliga Erfurt, in der DDR-Liga und in der Thüringenliga gab es bisher 17 Punktspiele zwischen beiden Vertretungen (ohne die Spiele gegen RWE I). Acht Nordhäuser Erfolge und sechs Erfurter Siege stehen in der Statistik. Dreimal trennte man sich unentschieden. Allerdings liegt der letzte Nordhäuser Erfolg gegen diesen Kontrahenten schon wieder 33 Jahre zurück. Es wäre also wieder einmal an der Zeit zu siegen. Mit einer ähnlich spielerisch ansprechenden und kämpferisch couragierten Leistung wie am letzten Wochenende gegen den FC Einheit Rudolstadt kann bestimmt auch Erfurts Zweite zu beeindrucken sein..

Trotz einer guten Leistung beim 5:0 gegen Rudolstadt nach mehreren vorangegangenen weniger sehenswerten Auftritten sollten die Wackeranhänger nicht gleich wieder ins andere Extrem verfallen, denn eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Aber mit der richtigen Einstellung, den achten Platz unbedingt verteidigen zu wollen, könnte den Nordhäusern eine Enttäuschung erspart bleiben. Die Rudolstädter Experten wunderten sich nach Hin- und Rückspielleistung ohnehin, dass Wacker in der Tabelle nicht weiter vorn steht.

Also: kämpfen, kämpfen, kämpfen! Schließlich ist am 7. Juni nach dem letzten Heimspiel eine kleine Feier mit den Fans geplant. Und die sollen doch auch kommen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es für einige Wacker-Akteure auch um deren Zukunft im Verein geht und die Verantwortlichen deshalb sehr genau hinsehen, auf wen man weiterhin setzen will.

Der SV 1911 Dingelstädt, 13. der Bezirksligatabelle, empfängt die auf einer kleinen Erfolgswoge schwebenden Reservisten des FSV Wacker 90 Nordhausen, die unbedingt Platz drei verteidigen wollen. Doch dafür muss nach Lage der Dinge ein Dreier eingefahren werden, um am letzten Spieltag zu Hause gegen die SG Lengenfeld/Effelder den Bronzeplatz zu sichern.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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