Zwei Frauen – elf Stimmen
Mittwoch, 28. Mai 2008, 14:37 Uhr
Noch etwas mehr als eine Woche, dann wird es Ernst für zwei Frauen, zwei Politikerinnen aus dem Landkreis Nordhausen. Für eine könnte das Ende, für die andere der Beginn einer weiteren Karriere eingeleitet werden...
Elf Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei in Thüringen, allesamt beheimatet im Landkreis Nordhausen, werden am 7. Juni nach Erfurt fahren. Dort werden sie als Delegierte des Landesparteitages der Thüringer SPD versuchen, ein Wörtchen bei der Zusammensetzung des künftigen Vorstandes mitzureden.
In diesem Gremium durfte aus dem Landkreis Nordhausen bislang nur Dagmar Becker mitarbeiten. Neben Kaffeekochen für die Männer suchte sich die Frau andere Entfaltungsmöglichkeiten. Zum Beispiel im Umwelt- und Naturschutz oder im Sturz von Christoph Matschie als Landesvorsitzender. Wie der Kampf Matschie – Dewes endete, ist den politikinteressierten Menschen noch immer bewußt.
Am 7. Juni wird es die Stunde der Abrechnung geben. Der große Vorsitzende wird genüßlich seinen Erfolg zelebrieren und sich gönnerhaft geben. Die entscheidenden Gespräche sind bis dahin gelaufen, die Stimmabgabe auf den Weg gebracht. Auf Linie wurden die Kreisvorstände gebracht, heißt das im Politiker-Jargon.
Für den Landesvorstand kandidiert wiederum Dagmar Becker, so wie seit fast einem Jahrzehnt. Und immer hatte die Fraktionsvorsitzende im Kreistag die Frauenquote und das Regionalprinzip hinter sich. Aktuell wird all das durchkreuzt. Aus den eigenen Reihen, von Barbara Rinke, Oberbürgermeisterin in Nordhausen. Sie ist (wir berichteten bereits) vom Nordhäuser Ortsvorstand vorgeschlagen worden.
Im Klartext: Da wird für Dagmar Becker wohl kaum noch Platz bleiben, selbst wenn die Delegiertenschar aus dem Landkreis eher als Becker-freundlich einzuschätzen ist. Da gibt es zwar einige, die nnz macht bislang acht Delegierte aus, die ihr Kreuz hinter den Namen Becker machen. Wohl aber kaum einer wird sich wagen, hinter dem Namen Rinke kein Kreuz zu machen. Bei drei Delegierten kann sich die Oberbürgermeisterin sicher sein, daß sie ein Solokreuz erhält.
Nach vielen Jahren der landespolitischen Abstinenz will sich Barbara Rinke nun wieder in den etwas höheren Polit-Weihen etablieren. Das ist ihr gutes Rechts als Parteimitglied. Für viele Genossen der SPD sieht es jedoch eher nach dem krönenden Abschluß einer Fehde aus.
Wie schon geschrieben: Der große Vorsitzende hat Gespräche geführt und wird weiter Gespräche führen. Schließlich müssen die Weichen für das nächste Jahr gestellt werden. In einem CDU-SPD-Kabinett, wie es Matschie sich fernab jedes Rednerpults anstrebt, werden die Sozis als Juniorpartner wohl drei Ministerpöstchen erhalten. Einer ist gesetzt, zwei bleiben offen. Noch.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzElf Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei in Thüringen, allesamt beheimatet im Landkreis Nordhausen, werden am 7. Juni nach Erfurt fahren. Dort werden sie als Delegierte des Landesparteitages der Thüringer SPD versuchen, ein Wörtchen bei der Zusammensetzung des künftigen Vorstandes mitzureden.
In diesem Gremium durfte aus dem Landkreis Nordhausen bislang nur Dagmar Becker mitarbeiten. Neben Kaffeekochen für die Männer suchte sich die Frau andere Entfaltungsmöglichkeiten. Zum Beispiel im Umwelt- und Naturschutz oder im Sturz von Christoph Matschie als Landesvorsitzender. Wie der Kampf Matschie – Dewes endete, ist den politikinteressierten Menschen noch immer bewußt.
Am 7. Juni wird es die Stunde der Abrechnung geben. Der große Vorsitzende wird genüßlich seinen Erfolg zelebrieren und sich gönnerhaft geben. Die entscheidenden Gespräche sind bis dahin gelaufen, die Stimmabgabe auf den Weg gebracht. Auf Linie wurden die Kreisvorstände gebracht, heißt das im Politiker-Jargon.
Für den Landesvorstand kandidiert wiederum Dagmar Becker, so wie seit fast einem Jahrzehnt. Und immer hatte die Fraktionsvorsitzende im Kreistag die Frauenquote und das Regionalprinzip hinter sich. Aktuell wird all das durchkreuzt. Aus den eigenen Reihen, von Barbara Rinke, Oberbürgermeisterin in Nordhausen. Sie ist (wir berichteten bereits) vom Nordhäuser Ortsvorstand vorgeschlagen worden.
Im Klartext: Da wird für Dagmar Becker wohl kaum noch Platz bleiben, selbst wenn die Delegiertenschar aus dem Landkreis eher als Becker-freundlich einzuschätzen ist. Da gibt es zwar einige, die nnz macht bislang acht Delegierte aus, die ihr Kreuz hinter den Namen Becker machen. Wohl aber kaum einer wird sich wagen, hinter dem Namen Rinke kein Kreuz zu machen. Bei drei Delegierten kann sich die Oberbürgermeisterin sicher sein, daß sie ein Solokreuz erhält.
Nach vielen Jahren der landespolitischen Abstinenz will sich Barbara Rinke nun wieder in den etwas höheren Polit-Weihen etablieren. Das ist ihr gutes Rechts als Parteimitglied. Für viele Genossen der SPD sieht es jedoch eher nach dem krönenden Abschluß einer Fehde aus.
Wie schon geschrieben: Der große Vorsitzende hat Gespräche geführt und wird weiter Gespräche führen. Schließlich müssen die Weichen für das nächste Jahr gestellt werden. In einem CDU-SPD-Kabinett, wie es Matschie sich fernab jedes Rednerpults anstrebt, werden die Sozis als Juniorpartner wohl drei Ministerpöstchen erhalten. Einer ist gesetzt, zwei bleiben offen. Noch.
Peter-Stefan Greiner
