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Teilhabe für alle?

Dienstag, 27. Mai 2008, 16:51 Uhr
Landrat Joachim Claus (CDU) stattete heute der Kompetenzagentur beim Horizont-Verein einen Besuch ab. Gesprochen wurde da unter anderem über Abbrecher, Unwillige, aber auch über Erfolge. Die nnz war dabei...

Besuch (Foto: nnz) Besuch (Foto: nnz)
Joachim Claus (rechts) informierte sich bei der Kompetenzagentur des Horizont e.V.

Für den Kommunalpolitiker genießt die soziale Arbeit beim Horizont einen hohen Stellenwert. So war Claus vor drei Wochen bereits zu Gast im Sozialen Integrationszentrum (SIZ), das ebenfalls bei Horizont angedockt ist. Letztlich geht es da wie hier um die Schaffung von Möglichkeiten, die Willigen am Gemeinwesen teilhaben zu lassen. Es geht für Joachim Claus aber auch um den sozialen Frieden in dieser Region.

Der Weg dorthin ist wahrlich beschwerlich. Die Mitarbeiter um Teamleiterin Jasmin Fabian (Bildmitte) kümmern sich um junge Menschen, die es schwer haben, sich in der Gesellschaft – warum auch immer – zurechtzufinden. Dieses Kümmern beginnt meist in der Schule: Schulschwänzer, Mädchen und Jungen mit geistigen Defiziten, aber auch solche, die eine Null-Bock-Mentalität total ausleben.

In der Regel werden die Jugendlichen sechs Monate betreut, sie werden fit gemacht für die Zeit danach. Für einen Job, der möglichst sozialversicherungspflichtig ist, für einen Ausbildungsplatz oder für eine weitere Betreuung im sozialen Netz des Landkreises Nordhausen.

Bislang betreuten die Horizont-Mitarbeiter im so genannten Fallmanagement 119 Personen, aktuell sind es 60. Der Blick auf die Statistik fällt zwiespältig aus. Von den 59 Personen, die bisher die „Fürsorge“ des Horizont verlassen haben, gingen lediglich zehn Prozent in eine Arbeit. 37 Prozent konnten eine Ausbildung beginnen, die Mehrzahl davon überbetrieblich. 15 Prozent wehrten sich gegen jegliche Betreuung, sind mit ihrer Situation zufrieden, sehen in einer regulären Arbeit nicht den Sinn ihres derzeitigen und künftigen Leben.

Auch diese Fälle werden der Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen (ARGE) gemeldet, was folgt, das sind finanzielle Sanktionen beim Arbeitslosengeld II. Viele kümmert das nicht, ihre Einkommensquellen liegen sowieso woanders. Vermutlich.

Die Arbeit der Kompetenzagentur ist jetzt für drei Jahre gesichert. Im wahrsten Sinne des Wortes bietet das auch für das Team Planungssicherheit, es schafft Motivation auch mal neue Wege zu gehen, auch mal für Experimente. Diese wichtige Arbeit möchte der Landrat gern eingebunden seien in ein Strategiepapier für den Landkreis, das da heißt: „Teilhabe für alle“.
Autor: nnz

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