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Wacker muss um ersten Platz bangen

Donnerstag, 22. Mai 2008, 17:08 Uhr
Das liest sich ja wie Spitzenreiter. Gemeint ist: In der Fairnesstabelle (gegenwärtig 6.), bei den Torjägern (Hoffmann und Pohl je 14 Treffer und damit Platz 7) und vor allem in der Zuschauergunst liegt der FSV Wacker 90 Nordhausen gut im Rennen. Das Aber und alle anderen Informationen wie immer von Klaus Verkouter.


Pistorius: Das geht es lang (Foto: Verkouter) Pistorius: Das geht es lang (Foto: Verkouter) Der dortige momentane erste Platz – wäre das doch nur nach Punkten so! – kann vom Fast-Absteiger Mühlhausen noch streitig gemacht werden, denn der FC Union hat nach 27 Spieltagen nur 106 Gäste weniger durch die Einlasspforten gelassen als die Neunziger.

Am Sonnabend um 15 Uhr kommt mit dem FC Einheit Rudolstadt eine ehrgeizige Truppe in den Albert-Kuntz-Sportpark, die ihr Saisonziel im Gegensatz zu den Gastgebern schon verwirklicht hat. Die Mannschaft legte in der diesjährigen Thüringenliga-Saison einen hervorragenden Start hin. Am 4. Spieltag befand sich die Elf von Trainer Uli Göhr sogar noch auf Platz 1, war dann lange Fünfter, um sich seit dem 17. Spieltag stabil auf dem 6. Rang eingepegelt zu haben. Selbst wenn man noch von Geisa überholt werden sollte, hätten die Heidecksburgstädter ihre zweitbeste Platzierung in acht Landesligajahren seit dem 3. Platz 2004/05 vollbracht.

In diesen Regionen der höchsten Thüringer Spielklasse wollten die Vereinsführung des FSV Wacker 90 und der noch immer treue Anhang ihre Mannschaft eigentlich auch sehen, ganz zu schweigen von einigen, die, in ihren nostalgischen Erinnerungen an bessere Tage schwelgend, vom Aufstieg in die Oberliga träumten. Während sich Rudolstadt in den zurückliegenden drei Spieljahren, Punkte und Tabellenplatz betreffend, kontinuierlich verbesserte, zeigt der Trend bei Wacker leider in die umgekehrte Richtung. Nun muss aber mit aller Vehemenz der gegenwärtige 8. Platz verteidigt werden, um wenigstens noch zur ersten Hälfte zu gehören! Es geht demnach entgegen mancher Meinungen durchaus noch um etwas. Die schlechte Bilanz der letzten sechs Spieltage ohne Sieg muss gestoppt werden. Das ist doch ein Anreiz genug!

In den vergangenen Wochen hatte der FC Einheit auch etwas Ladehemmungen. Doch nach vier Niederlagen (Jena, Weida, Gotha, Erfurt) platzte am vergangenen Spieltag gegen Ilmenau der Knoten. Wacker kam beim Abstiegskandidaten Weida nur zu einem 1:1, ohne selbst ein Tor geschossen zu haben. Wieder konnte bei größeren Spielanteilen und Vorteilen in der Ballsicherheit eine ganze Anzahl von Chancen nicht verwertet werden. Dass die Wackeren Tore schießen können, weiß wohl kein Ligakonkurrent besser als die Rudolstädter. In den neun Spielen seit 1958 (2 in der DDR-Liga und 7 in der Landesliga) siegte Nordhausen sechsmal gegen Rudolstadt, verlor zweimal und trennte sich im Hinspiel an der Saale 3:3.

Im Mai vor fünfzig Jahren wurde Einheit im Albert-Kuntz-Sportpark in einem DDR-Liga-Spiel mit 7:1 regelrecht abgeschossen, im März des Vorjahres mit 6:1. Allerdings war diesem Erfolg ein Krisengipfel vorausgegangen, weil auch in jener Saison eine sieben Spieltage währende Erfolglosigkeit Wackers an den Nerven zerrte. Mir ist leider nicht bekannt, ob in dieser Woche von den Verantwortlichen wieder Fraktur geredet wurde. Einerseits täte es mir um die fairen und offensiven Fußball liebenden Rudolstädter leid, wenn gerade sie wieder büßen müssten, auf der anderen Seite verlangen die sonst immer weniger werdenden Fans, dass die Neunziger endlich wie die zweite Mannschaft ihre Erfolgsspur finden und drei vernünftige Spiele zum Saisonabschluss bieten.

Aus Rudolstadt war zu hören: „In Nordhausen … steht man nicht auf verlorenem Posten. Hier sollten die Punkte eingefahren werden, die den gegenwärtigen, von den meisten nicht erwarteten 6. Platz, zementieren könnten.“ Also werden die Saalestädter auf Sieg spielen. Die vielen talentierten jungen Männer, zumeist aus der eigenen Nachwuchsabteilung kommend, werden sich für die nächste Saison anbieten wollen. Überhaupt ist beim FC Einheit im Nachwuchs etwas los.

Im Spielbetrieb der Rudolstädter werden alle Altersklassen besetzt. Die A- und B-Junioren kicken in der höchsten Spielklasse Thüringens, bis auf die zweite Mannschaft und Kleinsten spielen alle Teams überregional in der Bezirksliga. Eine Frauenmannschaft und die „Alten“ Herren komplettieren das Mannschaftsensemble des FC. Der FSV Wacker 90 bäckt bei der Nachwuchspräsenz in den oberen Thüringer Spielligen momentan etwas kleinere Brötchen.

Vielleicht ist das auch ein Wink für die Wacker-Zweite. Ihrem überzeugenden 4:0-Sieg gegen Lokalrivalen FSG `99 Salza sollte am Sonntag ab 14.30 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark gegen die LSG Aufbau Sundhausen ein weiterer Schritt zur Verteidigung des dritten Platzes in der Bezirksliga gelingen. Sundhausen wartet seit langem, wie Wacker II bis vor drei Wochen auch, auf einen vollen Erfolg. Die Reservespieler müssen darauf drängen, sich für die Landesliga anzubieten. Die Angriffsabteilung sollte allerdings nicht so viele Chancen vergeben wie zuletzt. Die Akteure aus den hinteren Reihen haben gegen Salza das Toreschießen vorgemacht. Gefahr von allen Positionen ist ja auch eine gute Sache.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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