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Geld für Ideen und Projekte

Donnerstag, 22. Mai 2008, 14:32 Uhr
Eine Werkstatt sieht anders aus. Doch heute in Werther ging es nicht um Ersatzteile, Schrauben und Bolzen. Heute sollten „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden. Und es geht um viel Geld für die Region...

Auditorium (Foto: nnz) Auditorium (Foto: nnz)

Der ländliche Raum muß nach vorn gebracht werde. Fachleute nennen das: entwickeln. Schön formuliert, doch bei der Realisierung bedarf es neben Ideen und Vorstellungen vor allem einem: Geld. Das hat die Europäische Union, ungefähr eine Milliarde Euro für die neuen Bundesländer. Klammern wir mal Berlin aus, dann sind das für Thüringen 200 Millionen Euro. Und von diesem Kuchen wollen in den kommenden sechs Jahren auch die Dörfer im Landkreis Nordhausen eine Scheibe abbekommen.

Dafür gibt es eine Regionale Entwicklungsstrategie (RES). Erarbeitet wird es von der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Südharz e.V.. Zur Seite steht in das Weimarer Büro Abraxas. Alles zusammen nennt sich Strategie- und Projektwerkstatt.

Abraxas-Regionalberater Prof. Dr. Harald Kunze will in den Vorbereitungsprozeß möglichst viele Akteure einbinden. Zur ersten Werkstatt zählten die Organisatoren mehr als 50 Teilnehmer, heute waren es genauso viele, die sich in Werther trafen. Unter ihnen Vertreter aus Verwaltungen, Vereinen, Landwirte, Touristiker, Professoren der FH Nordhausen, aber auch Mitarbeiter der IHK.

Laut Kunze soll am Nachmittag der Ist-Zustand ermittelt und Leitprojekte entwickelt werden. Bislang seien rund 150 Vorschläge eingegangen. Diese werden in Arbeitsgruppen strukturiert und verdichtet. Die Zeit drängt, doch man liege gut im Plan. Der Vorstand des oben genannten Vereins soll am 26. Juni den Entwurf beschließen, vier Tage später wird er in Erfurt abgegeben.

Für Landrat Joachim Claus (CDU) besonders erfreulich: „Die Landwirte der Region bringen sich mit Vorschlägen sehr intensiv in diese Projektarbeit ein. Sie setzen sich für mehr Landschaftspflege ein, wollen natürlich auch neue Einkommensquellen erschließen und sich eventuell auch in Gastronomie und Tourismus engagieren.“

Noch in diesem Jahr könnten nach Ansicht von Claus die ersten Gelder fließen. Die müssen nicht unbedingt völlig neue Ideen unterstützen, sondern können die Dorferneuerung oder den ländlichen Wege sinnvoll ergänzen. Ein Problem gibt es noch: Fördermittel ohne Eigenmittel sind heutzutage Fehlanzeige. Und so rechnet Experte Prof. Kunze für kommunale Vorhaben mit einem Eigenmittelanteil von 30 Prozent, bei privaten Investitionen zwischen 60 und 70 Prozent. Und schließlich kommt eine Tatsache erschwerend hinzu. Es handelt sich um eine Nettoförderung. Summa summarum sind 19 Prozent der Fördergelder schon wieder weg.

Wie heißt es so schön: Das Geld ist nicht wirklich weg, es hat nur ein anderer. In diesem Fall der deutsche Fiskus.
Autor: nnz

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