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Naturschutz kontra Windkraft

Montag, 19. Mai 2008, 16:53 Uhr
Der Naturschutzbeirat traf sich in der vergangenen Woche zu einer Sondersitzung zum Thema Windpark „Hainrode/Wolkramhausen“ (nnz berichtete). Wie das Ergebnis der Beratung ausfiel, das hat die nnz erfahren.


Im Ergebnis fordert der Beirat die Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen (NT) und die Thüringer Landesplanung auf, dem geplanten Vorhaben nicht statt zugeben. Der Naturschutzbeirat sieht hierbei folgende Problempunkte, die durch die eingereichten Unterlagen des Vorhabensträgers nicht ausgeräumt werden konnten:

  • Der Standort ist nur für eine deutlich geringere Höhe zulässig begutachtet (Döbel-Gutachten).
  • Der Vermeidungsgrundsatz ist nicht ausreichend betrachtet worden;
  • Ausgleichsmaßnahmen für den geplanten Eingriff müssen grundhaft überdacht werden, da sie in der Umsetzung sehr unrealistisch sind;
  • Ein Monitoring für die Einschätzung der Beeinträchtigung Europäisch geschützter Vogelarten, wie z.B. Rotmilan, Waldkauz, Waldohreule kann nicht erst nach Errichtung der Anlagen als zugesagte Maßnahme durchgeführt werden, solche Einschätzungen müssen vor dem Eingriff (Baubeginn) vorgelegt werden, um mögliche Beeinträchtigungen nachzuweisen.

Das den Landschaftsraum prägende Schutzgut „Landschaftsbild“ würde bei der Errichtung solch großer Anlagen (206 Meter Rotorhöhe) an diesem Standort vernichtet und die regionale touristische Entwicklung käme zum Erliegen. Das kommt auch dem Verlust vieler Arbeitsplätze im ländlichen Raum gleich.

In der Bewertung des Vermeidungsgrundsatzes der Thüringer Eingriffsregelung sollte in Betracht gezogen werden, eine Standortverlagerung vorzunehmen. Hierbei bietet sich der Standort Nentzelsrode an, was auch einer geforderten Konzentration von Windkraftanlagen (WKA) im Landkreis Nordhausen entspräche (Kreistagsbeschluss aus dem Jahr 2007).

Bei genauer fachlicher Betrachtung der o. g. Problemfaktoren kann nur eine ablehnende Entscheidung durch die jeweilige Zulassungsbehörde getroffen werden. Die weitere Entwicklung der Planung zu diesem Vorhaben wird vom Naturschutzbeirat aufmerksam verfolgt.
Autor: nnz

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