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Wacker auf dem „Roten Hügel“ in Weida

Donnerstag, 15. Mai 2008, 15:22 Uhr
Der nächste Punktspielgegner des FSV Wacker 90 Nordhausen heißt FC Thüringen Weida. Der 1909 gegründete Verein belegte vor dem 2. Weltkrieg stets vordere Plätze in der Gau-Liga. Nach 1945 spielte man viele Jahre unter der Bezeichnung Motor oder Fortschritt und nahm 1990 den Gründungsnamen wieder an. Der Vorbericht von Klaus Verkouter.


Auf dem roten Hügel (Foto: Verkouter) Auf dem roten Hügel (Foto: Verkouter) 1959 tauchte der Verein erstmals in der DDR-Liga auf, wo Nordhausen und Weida bis 1989 18-mal gegeneinander antraten. Hinzu kommen noch fünf Punktekämpfe in der Thüringenliga seit 2005. Obwohl Wacker in der Tabelle fast immer vor den Weidaern ins Ziel kam, spricht die Bilanz nur knapp für Nordhausen (11 Siege, 9 Niederlagen, 3 Unentschieden). Besonders auswärts hatten die Neunziger so ihre liebe Mühe und Not mit der kämpferischen Spielweise des FC Thüringen. Von elf Begegnungen auf dem „Roten Hügel“ kehrte Nordhausen nur zweimal als Sieger heim – 1981 und 1987.

1981 wollte Wacker-Vorgänger Motor Nordhausen unbedingt die Staffelmeisterschaft erobern. Als man in der zweiten Halbzeit dann alles auf eine Karte setzte, schoss der eingewechselte Demme innerhalb von zehn Minuten den Ausgleich und das 2:1-Siegtor. Diese Mannschaft trat an: Kulle, Reppin, Gerlach, Grübner, Jödicke, Schwarzer, Kartheuser (ab 46. Demme), Morosow, Kitzler (ab 79. Engelmann), H. Weißhaupt, M. Ludwig.

Der mehr als glückliche 1:0-Auswärtssieg 1987, begünstigt durch ein Weidaer Selbsttor, wurde erkämpft von Zanirato, Etzrodt, Winter, Boegelsack, Linde, Teich, Brotzmann, Hoppe, F. Ludwig, Müller (ab 85. Decker) und Demme. Die Mannschaft unter Trainer Krebs konnte als 15. der Tabelle gerade noch die DDR-Liga halten. Weidas Trainer in dieser Begegnung war übrigens der Ex-Nordhäuser Lutz Lindemann.

Mit einem eventuellen dritten Auswärtssieg in Weida hätte Wacker den eigenen Klassenerhalt perfekt gemacht und könnte nochmals zum Angriff auf Platz 8 starten. Allein das muss doch genügend Motivation für eine im Prinzip unbefriedigende Saison sein!!! So könnten auch die letzten Ergebnisse seit dem überzeugenden Erfolg in Weimar Ende März kaschiert werden?

Zum Ende der 1. Halbserie 2007/08 lag Wacker mit 19 Punkten auf dem 9. Platz. Weida besaß zu diesem Zeitpunkt nur 7 Punkte und stand abgeschlagen auf einem Abstiegsrang. In der 2. Halbserie errang Wacker bisher von 33 möglichen nur magere 12 Punkte in elf Spielen. Sogar Weida holte einen Punkt mehr und hat nun Anschluss an die knapp vor ihnen liegenden Vertretungen aus Zeulenroda und Schlotheim gefunden.

Der FC Thüringen Weida kann mit einem weiteren Heimsieg gegen Wacker, was ihnen in den beiden letzten Jahren mit 3:0 und 2:0 souverän gelang, das Abstiegsgespenst zumindest erschrecken. Warum sollte das den Ostthüringern mit ihrer enormen Kampfkraft nicht gelingen, wenn man zuletzt sogar auswärts in Ilmenau und Rudolstadt gewann?

Von Weidaer Seite waren in den letzten Tagen sinngemäß solche Sätze zu hören:
Sie können voraussichtlich wieder in Bestbesetzung antreten, gute weite Freistöße in den Strafraum schlagen und erfolgreich kontern. Weida steht in der Abwehr sicher, Claudio Mußler dirigiert als Libero die Weidaer Defensive sehr gut, Michael Seibeck erläuft sich viele gefährliche Bälle, aber auch Ronny Kolnisko und der A-Junior Benjamin Liebold verdienten sich gute Noten. Für die wieder von Frank Pohland trainierten Weidaer kommt Wacker gerade zur rechten Zeit.

Wenn schon vor zwei Wochen unsere Warnung vor dem zweifachen Torschützen Heuschkel gegen SCHOTT Jena nicht von den Wacker-Männern erhört wurde, bleibt zu hoffen, dass dieses Mal wenigstens Trainer Venths Worte zur Partie fruchten und die obigen eigenen Einschätzungen der Weidaer Verantwortlichen zu den Spielen des FC Thüringen in Ilmenau und Rudolstadt als Wink mit dem Zeigefinger verstanden werden, sonst könnte die Schlagzeile am Samstagabend in der nnz lauten: Wacker seit sieben Wochen ohne Sieg!

Vielleicht kommen am nächsten Sonntag um 14.30 Uhr zum Ortsderby in der Bezirksliga Wacker II gegen FSG `99 Salza mehr als die 275 Zuschauer bei Wacker I gegen Jena und bestem Fußballwetter in der Thüringenliga. Die Wacker-Reserve um ihren Noch-Trainer Dirk Fuhrmann und Salza ohne Bald-Trainer Fuhrmann trennten sich in der Hinrunde 0:0. Liegt nicht allein in dieser Coach-Konstellation genügend Anreiz für einen Sonntagsspaziergang in den AKS? Ob es auf dem Feld ein solcher wird, „wärt sich usjewiese“.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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