nnz-doku: Akzeptiert
Donnerstag, 15. Mai 2008, 11:01 Uhr
Das künftige Biosphärenreservat Südharz erhitzt weiterhin die politischen Gemüter im Landkreis Nordhausen. Jetzt reagieren die Bündnisgrünen auf ein Statement der CDU, die wiederum auf das der Grünen reagierte. Hier die Bündnisgrüne Erwiderung auf die Erwiderung...
Durch die CDU wurde in der nnz fälschlich der Naturpark Harz und das Biosphärenreservat Karstlandschaft - Südharz als austauschbar dargestellt. Der Naturpark Harz bedeutet für den Südharz ausschließlich eine länderübergreifende Chance zur Schaffung von Arbeitsplätzen in bezug auf den Wirtschaftsfaktor Tourismus.
In Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt wird der Naturpark Harz seit Jahren gemeinsam touristisch vermarktet. Der Thüringer Teil des Naturpark Harz wurde erst nach einem Kreistagsbeschluss auf Initiative der Bündnisgrünen, der SPD und der Linkspartei von der Thüringer Landesregierung im Jahre 2007 endlich bestätigt. Nun können die drei Länder Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ein Harz umspannendes Tourismuskonzept entwickeln und für den länderübergreifenden Naturpark Harz gemeinsam werben. An den Naturpark hat der Gesetzgeber keinerlei besondere Ausweisung von Naturschutzgebieten als Voraussetzung geknüpft.
Warum hat sich die Thüringer Landesregierung so lange gegen die Interessen der Südharzregion gestellt? Warum diese restriktive Politik nach Rio 1992 auch zur Beantragung des Biosphärenreservates? Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz ist anders als das Naturparkkonzept für Forschung und Entwicklung in unserer Region von höchstem Interesse. Eine zusätzliche Belastung durch Ausweisung von neuen Schutzgebieten über die bereits bestehenden Naturschutz- und FFH- Gebietsausweisungen hinaus, wie dies von der CDU immer wieder behauptet wird, entbehrt jeder Realität.
Das Biosphärenreservat kann ausschließlich von der Landesregierung bei der UNESCO beantragt werden. Die Landesregierung Thüringen ignoriert bis heute den 1995 vom Kreistag gefassten Beschluss, die Chancen, die ein Biosphärenreservat für unsere strukturschwache Region bedeutet, zu nutzen. Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz wird nicht alle Probleme unserer Region lösen. Aber es wird ein Baustein zur vielfältigen Entwicklung im Südharz sein. Forschung und Entwicklung im Biosphärenreservat bedeutet Nutzung ohne irreversible Zerstörung und schützt vor Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen.
Die Region kann und darf es sich nicht leisten auf Millionen Fördermittel für Forschung und Entwicklung zu verzichten. Der vom Land hierfür erforderliche Eigenanteil sollte von den seit 1990 von den Rohstoffabbaufirmen an den Landeshaushalt geflossenen Summen finanziert werden. Die Aussage in der o.g. Presseinformation zur Ausweisung von Naturschutzgebieten in Sachsen- Anhalt ist falsch. Sachsen-Anhalt hat 1990 unter der damaligen grünen Umweltministerin Heidrun Heidecke sofort großflächig Naturschutzgebiete ausgewiesen, während die Ausweisung von Schutzgebieten im Südharz mühsam Stück für Stück erarbeitet werden musste.
Für das Biosphärenreservat liegt der Schwerpunkt u.a. auf einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und die Entwicklung regionaler Märkte. Die Menschen in der Region werden durch ein solches UNESCO Projekt unterstützt und in die Lage versetzt zu beweisen, dass nachhaltiges Wirtschaften Widersprüche und Hemmnisse überwindet.
Dass sich die drei Länder von einem Biosphärenreservat Karstlandschaft verabschiedet haben sollen, ist ebenfalls unkorrekt. Im Jahre 1992 und 1999 verständigten sich die Umweltminister von Niedersachsen, Thüringen und Sachsen- Anhalt in einer Umweltkonferenz. Diese Verständigung hat keinen Gesetzescharakter. Sachsen-Anhalt verfolgt aktuell im Ostharz zielstrebig die Einrichtung eines Biosphärenreservates Karstlandschaft.
Ohne die Karstlandschaft des Südharzes, Landkreis Nordhausen, bleibt dies Stückwerk. Auf einen Regierungswechsel in Thüringen 2009 sind die Hoffnungen aller, so auch der Bündnisgrünen gerichtet, die den Reformstau in Thüringen überwinden wollen. Der Ländergrenzen überschreitende Naturpark Harz als Qualitätsmerkmal des Tourismus und das ebenfalls Ländergrenzen überschreitende Biosphärenreservat Karstlandschaft bedeuten Teilhabe des Südharzes an weltweiten Entwicklungen nachhaltigen Wirtschaftens.
Gisela Hartmann, Bündnis 90/Grüne im Kreistag
Autor: nnzDurch die CDU wurde in der nnz fälschlich der Naturpark Harz und das Biosphärenreservat Karstlandschaft - Südharz als austauschbar dargestellt. Der Naturpark Harz bedeutet für den Südharz ausschließlich eine länderübergreifende Chance zur Schaffung von Arbeitsplätzen in bezug auf den Wirtschaftsfaktor Tourismus.
In Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt wird der Naturpark Harz seit Jahren gemeinsam touristisch vermarktet. Der Thüringer Teil des Naturpark Harz wurde erst nach einem Kreistagsbeschluss auf Initiative der Bündnisgrünen, der SPD und der Linkspartei von der Thüringer Landesregierung im Jahre 2007 endlich bestätigt. Nun können die drei Länder Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ein Harz umspannendes Tourismuskonzept entwickeln und für den länderübergreifenden Naturpark Harz gemeinsam werben. An den Naturpark hat der Gesetzgeber keinerlei besondere Ausweisung von Naturschutzgebieten als Voraussetzung geknüpft.
Warum hat sich die Thüringer Landesregierung so lange gegen die Interessen der Südharzregion gestellt? Warum diese restriktive Politik nach Rio 1992 auch zur Beantragung des Biosphärenreservates? Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz ist anders als das Naturparkkonzept für Forschung und Entwicklung in unserer Region von höchstem Interesse. Eine zusätzliche Belastung durch Ausweisung von neuen Schutzgebieten über die bereits bestehenden Naturschutz- und FFH- Gebietsausweisungen hinaus, wie dies von der CDU immer wieder behauptet wird, entbehrt jeder Realität.
Das Biosphärenreservat kann ausschließlich von der Landesregierung bei der UNESCO beantragt werden. Die Landesregierung Thüringen ignoriert bis heute den 1995 vom Kreistag gefassten Beschluss, die Chancen, die ein Biosphärenreservat für unsere strukturschwache Region bedeutet, zu nutzen. Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz wird nicht alle Probleme unserer Region lösen. Aber es wird ein Baustein zur vielfältigen Entwicklung im Südharz sein. Forschung und Entwicklung im Biosphärenreservat bedeutet Nutzung ohne irreversible Zerstörung und schützt vor Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen.
Die Region kann und darf es sich nicht leisten auf Millionen Fördermittel für Forschung und Entwicklung zu verzichten. Der vom Land hierfür erforderliche Eigenanteil sollte von den seit 1990 von den Rohstoffabbaufirmen an den Landeshaushalt geflossenen Summen finanziert werden. Die Aussage in der o.g. Presseinformation zur Ausweisung von Naturschutzgebieten in Sachsen- Anhalt ist falsch. Sachsen-Anhalt hat 1990 unter der damaligen grünen Umweltministerin Heidrun Heidecke sofort großflächig Naturschutzgebiete ausgewiesen, während die Ausweisung von Schutzgebieten im Südharz mühsam Stück für Stück erarbeitet werden musste.
Für das Biosphärenreservat liegt der Schwerpunkt u.a. auf einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und die Entwicklung regionaler Märkte. Die Menschen in der Region werden durch ein solches UNESCO Projekt unterstützt und in die Lage versetzt zu beweisen, dass nachhaltiges Wirtschaften Widersprüche und Hemmnisse überwindet.
Dass sich die drei Länder von einem Biosphärenreservat Karstlandschaft verabschiedet haben sollen, ist ebenfalls unkorrekt. Im Jahre 1992 und 1999 verständigten sich die Umweltminister von Niedersachsen, Thüringen und Sachsen- Anhalt in einer Umweltkonferenz. Diese Verständigung hat keinen Gesetzescharakter. Sachsen-Anhalt verfolgt aktuell im Ostharz zielstrebig die Einrichtung eines Biosphärenreservates Karstlandschaft.
Ohne die Karstlandschaft des Südharzes, Landkreis Nordhausen, bleibt dies Stückwerk. Auf einen Regierungswechsel in Thüringen 2009 sind die Hoffnungen aller, so auch der Bündnisgrünen gerichtet, die den Reformstau in Thüringen überwinden wollen. Der Ländergrenzen überschreitende Naturpark Harz als Qualitätsmerkmal des Tourismus und das ebenfalls Ländergrenzen überschreitende Biosphärenreservat Karstlandschaft bedeuten Teilhabe des Südharzes an weltweiten Entwicklungen nachhaltigen Wirtschaftens.
Gisela Hartmann, Bündnis 90/Grüne im Kreistag
