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Es geht ums Reservat

Donnerstag, 08. Mai 2008, 17:50 Uhr
Um den Naturreichtum der Gipskarstlandschaft dauerhaft zu erhalten, rufen die Thüringer Bündnisgrünen erneut die Landesregierungen dazu auf, einem länderübergreifenden Biosphärenreservat "Gipskarst-Landschaft" gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zu zustimmen...


In diesem Schutzgebiet können nachhaltige Landnutzung, Wirtschaftsförderung und die Sicherung von Arbeitsplätzen mit dem Naturschutz Hand in Hand gehen. Landessprecher Frank Augsten, und der Vorsitzende des Kreisverbandes Nordhausen, Heinrich Lorenz, erklären dazu:

"Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung die notwendigen Vorraussetzungen für die Anerkennung der Gipskarstlandschaft im Südharz als Biosphärenreservat schafft. Dazu gehört auch, dass eine Arbeitsgruppe den bereits 1991 begonnen Prozess fortsetzt. Das Biosphärenreservat soll sowohl der Entwicklung der Region als auch dem Erhalt der in Europa einmaligen Gipskarstlandschaft dienen. Der Freistaat Thüringen muss in diesem Jahr, in dem Deutschland Gastgeber der 9.
UN-Konferenz der internationalen Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt ist, die Anerkennung dieser einmaligen Kulturlandschaft als Biosphärenreservate durch die UNESCO zu einem Schwerpunktthema machen.

Hier kann das Land Thüringen unter Beweis stellen, wie wichtig ihm der Erhalt der biologischen Vielfalt in Thüringen ist", sagt der Landessprecher Frank Augsten.

Das Mosaik von Magerrasen, Karst-Buchenwäldern, Streuobstwiesen, wassergefüllten Erdfällen, Bachauen, Erlenbrüchen und Quellsümpfen bedingt eine extrem hohe Artenvielfalt mit sowohl kontinentalen, als auch mediterranen Faunen- und Florenelementen im selben Naturraum.

"Diese Artenvielfalt gilt es zu schützen. Die Ausweisung des Region als länderübergreifendes Biosphärenreservat Sachen-Anhalt, Thüringen und Niedersachen ist schon längst überfällig. Die gemeinsame Erklärung der Umweltminister der
Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachen sowie der Freistaat Thüringen aus dem 1999 bildet die Vorraussetzung für ein länderübergreifendes Biosphärenreservat", ergänzt Heinrich Lorenz, Vorsitzender des Kreisverbandes Nordhausen.

Vielmehr sind durch neue Vorstöße der Gipsindustrie auch Natura2000-Gebiete vom Gipsabbau betroffen. Ein Biosphärenreservat bietet die Chance, ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz, Tourismus und Gipsabbau in der Region herzustellen.

"Unser Nachbarland Sachsen-Anhalt ist da schon einiges weiter. Es hat durch die Errichtung der Biosphärenreservatsverwaltung in Rossla bereits wichtige Projekte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt. Zurzeit läuft ein Anhörungsverfahren über die Erklärung des Biosphärenreservates "Karstlandschaft Südharz". Die Thüringer Bündnisgrünen haben sich deutlich in einer Stellungnahme für eine Ausweisung in Sachen-Anhalt ausgesprochen. Wir fordern die Landesregierung auf, dem Beispiel des Nachbarlandes zu folgen, um somit einen länderübergreifenden Schutz und einheitliche Entwicklungskonzeption für diese Landschaft zu gewährleisten", sagt Augsten abschließend.

An einer Konferenz zur Zukunft der Gipskarstlandschaft im Südharz wird auch der Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen, Dr. Frank Augsten, am 9. Juni in Nordhausen u.a. im Rahmen einer Podiumsdiskussion teilnehmen. Initiiert wird die Veranstaltung vom BUND Landesverband Thüringen.
Autor: nnz

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