nnz-online

nnz-Forum: Sieben auf einen „Streich“

Mittwoch, 07. Mai 2008, 17:55 Uhr
In der Hainleite soll ein Windpark entstehen. So sehen es die Planungen eines Investors aus. Dazu ein Statement eines „Betroffenen“ im Forum der nnz.


Man sollte meinen es ist ein Märchen! Nein, eine bittere Realität zieht zwischen den Gemeinden, im Bereich der Wipper und Hainleite auf. Erneuerbare Energie, das ist eine unbedingte Notwendigkeit für unser aller Zukunft. Dabei sollte allerdings auf jeden Fall ein gesunder Mix aus Solarenergie, Erdwärme, Windenergie usw. im Einklang mit der Natur gefunden werden.

Was die Gemeinden im Bereich der Hainleite angeht, sieht dies allerdings ganz anders aus. Verschiedene Interessengruppen versuchen ein reizvolles Stück Natur zu verunstalten und die Lebensbedingungen der Bürger massiv zu verschlechtern.

Die Anziehungskraft des Euro scheint selbst vor dem unüberlegten Eingriff in die Natur keinen Halt zu machen. So wurde im April eine Bekanntmachung vom 4. 4. 2008 veröffentlicht, nach der sieben Windkraftanlagen ins Landschaftsbild zwischen Wernrode und Nohra (Hühnstein) gesetzt werden sollen.

Da der Standort nicht, wie man annehmen müsste, auf einer Erhebung und freiem Feld, wie z.B. Hain, Immenrode oder auch Richtung Erfurt sein soll, muss man natürlich bei diesem Schelmenstreich auf die, mit 206 m, höchsten Windräder die am Markt zu bekommen sind, zurückgreifen. Im Klartext heißt dies: Wenn man nicht genug Windenergie hat, dann baut man eben so hoch, bis der Euro rollt. Alles andere scheint dabei egal zu sein.

Besonders hart wird es die Gemeinden Wolkramshausen, Wernrode, Hainrode und Kleinfurra treffen. Geräuschbelästigungen werden neben den optische Beeinträchtigungen auch Einfluss auf die Wohnqualität der Mitbürger haben. Es wird ein Landschaftsbild entstehen, welches seines Gleichen in ganz Deutschland sucht. Bis zum 27. 5. 2008 sind die Planungsunterlagen und die „Umweltverträglichkeitsstudie“ unter anderen bei den Gemeindeämtern Wolkramshausen und Hainrode einzusehen. Dem Bürger werden dabei im Zeitalter des digitalen Bildes Fotomontagen zugemutet, die mit Sicherheit das Ausmaß des Schadens nicht verdeutlichen.

Man kann den Eindruck nicht leugnen, dass da entweder Laienfotografen am Werk waren, oder ein bestimmter Zweck verfolgt wird. Da mir persönlich die noch unbelastete Natur zwischen Wipper und Hainleite sehr am Herzen liegt und anscheinend die Mitbürger der betroffenen Gemeinden nicht genügend oder nur einseitig informiert wurden, möchte ich mit diesem Artikel meiner Bürgerpflichtpflicht zum Landschafts- und Naturschutz nachkommen.

Noch ist Zeit sich zu informieren, seine Meinung zu äußern, sich in die ausliegenden Unterschriftslisten einzutragen und Widerspruch einzulegen. Wenn die Windkraftanlagen stehen ist es zu spät. Diesen Fehler würden noch Generationen nach uns zu spüren bekommen. Wer wird dann die Verantwortung über einen in den nächsten Jahren stattfindenden Einwohnerschwund übernehmen?

Als Ansiedlungsgebiet und wahrscheinlich auch als Tourismusgebiet bedeutet dies den Todesstoß für die betroffene Region.
Bernd Rossmann, Wolkramshausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de