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nnz-Forum: Stasimethoden im Landratsamt?

Dienstag, 06. Mai 2008, 07:19 Uhr
Zu der Überwachung einer Mitarbeiterin im Landratsamt sowie den politischen Forderungen jetzt eine Lesermeinung im Forum Ihrer nnz.


Zu den sonderbaren Vorkommnissen (Observation einer Mitarbeiterin) im Landratsamt wollte ich mich eigentlich nicht äußern. Aber nach dem Interview des Landrates und dem Artikel „Neue Forderungen an den Landrat“ (nnz vom5. 5. 2008) habe ich mich doch zu der folgenden Meinungsäußerung entschlossen:

Man stelle sich einmal vor, der Landrat selbst wäre ausspioniert worden! Wie wäre dann seine Reaktion ausgefallen? Hätte man nicht Parallelen zur alten Stasi gesehen? Sicher zurecht, denn sind wir nicht 1989 auch gegen den damaligen Überwachungsstaat auf die Straße gegangen? Im Interview des Landrates in der NNZ vom 30. 4. 2008 vermisse ich jegliche Entschuldigung von Herrn Claus gegenüber seiner Mitarbeiterin. Versetzen sie sich einmal in die Lage der überwachten Kollegin! Welche Gefühle muss sie künftig haben, wenn sie aus dem Hause geht? Das Vertrauen zu ihrem Dienstherren ist sicher nicht mehr das gleiche wie zuvor. Was ist das für ein Arbeitsklima im Landratsamt, in dem kein Vertrauen herrscht und Mobbing nicht mehr allzu fern scheint?

Unter den hier so hoch gelobten amerikanischen Verhältnissen hätte die Frau eine Millionenklage anstrengen können. Zeigt sich an diesem Beispiel, dass Minister Schäubles Sicherheitsvorstellungen anscheinend auch im kleinen Nordhausen auf fruchtbaren Boden gefallen sind? Überhaupt ist auffällig, wie sehr die CDU das Thema der Staatssicherheit in den Vordergrund rückt und den „Menschen“ – wie Angela Merkel immer formuliert – Angst macht.

Strebt die Herrschende Klasse nur wegen islamistischer Terroristen die Schaffung eines Nationalen Sicherheitsrats an? Oder steckt mehr dahinter? Wollen bestimmte Kreise im Bedarfsfall die Bundeswehr auch gegen das immer wütender werdende Volk einsetzen dürfen?
Harald Buntfuß, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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