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Kriegt Wacker wieder die Kurve?

Freitag, 02. Mai 2008, 09:21 Uhr
Beim Blick auf die Tabelle wird deutlich, dass sich mit der Wacker-Niederlage in Geisa endgültig die Spreu vom Weizen getrennt hat. Zwischen den Ulstertalern und Ilmenau, das inzwischen an Nordhausen vorbeizog, liegt ein klarer Schnitt von 5 Punkten und trennt das Feld der 16 Thüringenligisten in zwei Lager. Der Vorbericht wie immer von Klaus Verkouter...


Brack (Foto: Archiv) Brack (Foto: Archiv) Der FSV Wacker 90 Nordhausen als Neunter ist der „Spitzenreiter“ der zweiten Hälfte und trifft auf den am Mittwoch auf die zweite Stelle abgerutschten bisherigen Spitzenreiter, der jedoch gegenüber Erfurt ein Spiel weniger ausgetragen hat. Der kürzlich in SV SCHOTT Jena umbenannte Verein hat von elf Auswärtsspielen erst eins verloren und mit 28 Punkten auf fremden Plätzen fast so viele Punkte geholt wie Wacker insgesamt in seinen 25 Auftritten (31). Das Hinspielresultat am Fuße der Kernberge bescherte Nordhausen eine 5:0-Klatsche. Gibt es mehr über das diesjährige Kräfteverhältnis beider Kontrahenten zu sagen?

Trotzdem: Klappte es schon nicht gegen den Tabellenletzten Mühlhausen mit einem Dreier, dann muss eben der Spitzenreiter dafür herhalten. Aber dieser Wunsch wird nicht so leicht zu bewerkstelligen sein, denn Jena hat mit seinen 61 Punkten schon sechs Spieltage vor Ende der Meisterschaft seine besten Werte der letzten zehn Jahre eingefahren.

Trotz der vier Superstürmer Heuschkel, Urbansky, Wunderling und Bengs sowie fast drei Toren pro Spiel moniert Trainer Wolfgang Schakau den mitunter schlampigen Umgang mit Chancen. Dafür soll die Wacker-Mannschaft diesen Sonntag ab 14.30 Uhr büßen. Die homogene Jenaer Elf zeichnet sich durch eine unerhörte Aggressivität und einen absoluten Siegeswillen aus. Schon beim Hinspiel war zu sehen, wie sie sich untereinander selbst bei Fehlern halfen und lautstark – vom Tormann angefangen – anpeitschten. Davon kann Wacker für die Zukunft nur lernen.

Ein kurzer Auszug von der Jenaer Vereinshomepage aus einem Interview mit dem Schottianer Urbansky soll diese Haltung verdeutlichen. Jeder Kommentar erübrigt sich. „Beim Trainer hast du einen guten Stand. Er behauptet, unter all den jungen und technisch guten Spielern wärst du einer der wenigen, der mal noch ein Foulspiel begehen könnte!“ „Das liegt halt auch an meiner Position, die ich spiele. Meine Aufgabe ist es, vor allem dem Rico Heuschkel den Rücken freizuhalten. Und zu unserer Aufgabenteilung gehört, dass Rico zwei, drei Leute ausspielt und ich den ein oder anderen auch mal ‚umhaue’. Das ist halt so - Rico macht das Schöne und ich das Grobe. Und diese Rolle macht mir auch Spaß. Ich muss mich in so ein Spiel reinsteigern können, will mit Herzblut dabei sein.“

Die Bilanz der bisherigen Begegnungen ist zweigeteilt. Während Wacker zu gemeinsamen
Oberligazeiten nach 1998 eindeutig dominierte (drei klare Siege und ein Unentschieden), zeigt sich in der Thüringenliga seit 2001 ein umgekehrtes Bild (vier Jenaer Erfolge und drei Unentschieden). Ein Freundschaftsspiel (0:1 verloren) komplettiert die Gesamtrechnung. Erst ganze zwei Tore gelangen in der Landesliga gegen diesen kompakten Gegner!

Seit vier Spieltagen jagt Wacker einem Sieg hinterher, gespielt wird an einem Sonntag (in diesem Spieljahr wurde da immer verloren – 1:4 gegen Schmölln, 0:5 beim kommenden Gegner und 1:3 in Geisa) und es handelt sich um das 13. Aufeinandertreffen beider Vereine. Nur gut, dass ich nicht abergläubisch bin. Wacker kann also nur „angenehm enttäuschen“. Übrigens sollen auch Spitzenmannschaften hin und wieder stolpern. Auf in den Albert-Kuntz-Sportpark!

Die Zweite muss beim Vorletzten der Bezirksligatabelle, FSV Lautertal Bischofroda, antreten und sollte ihren Auftrieb fortsetzen. Das Spiel findet ebenfalls am Sonntag statt.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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