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Ein Zeichen für die Umwelt...

Dienstag, 28. Mai 2002, 14:51 Uhr
Bielen (nnz). ... setzen derzeit 15 Teilnehmer des FÖJ in Thüringen mit ihrer Arbeit an den Bielener Kiesteichen. nnz hat sich angesehen, wie aus einem Haufen Müll ein künstlerisches Objekt wird.


Saubere Sache! nnz-Foto: M. Jauer Seit gestern haben sie an den Kiesteichen ihr Zeltlager aufgeschlagen und sind im vollen Einsatz. Voll sind auch die blauen Säcke, die sie mit sich führen. „Die FÖJler wollen gegen das Klischee in der Bevölkerung angehen, dass Jugendliche immer nur Müll produzieren und in die Umwelt werfen“, erklärte der Direktor der Kreisvolkshochschule Nordhausen den Hintergrund der Aktion.

Bei ihren „Aktionstagen rund um den Kiesschacht“ widmen sich die 15 FÖJler (FÖJ=Freiwilliges Ökologisches Jahr), die sich für ein Jahr in den Dienst der Umwelt und Natur gestellt haben, der Uferpflege am Möwensee. Sie sammeln sämtlichen Müll ein, den sie dort finden. Bei ihren Funden waren sie bisher schon sehr „erfolgreich“. „Es ist schon erschreckend, was die Leute so alles einfach in die Natur kippen. Wir haben unter anderem schon einen Schornstein und Fenster gefunden“, zog Ina Rödiger Bilanz. Sogar einen Autoanhänger mit Abfall habe jemand abgeladen.

Fräulein Rödiger absolviert ihr FÖJ in der Kreisvolkshochschule und ist die Initiatorin dieser Aktionstage. Von ihr stammt die Idee zum Zeltlager mit dem umweltreinigenden Arbeitseinsatz und dessen Umsetzung. Unterstützung erhält sie dabei nicht nur von ihren tüchtigen freiwilligen Helfern, sondern auch von der Umweltakademie Nordthüringen e. V. und vom VHS Bildungswerk Nordthüringen. Auch den Bielener Kieswerken gebührt ein Dankeschön. Sie haben ihrem Vorschlag ohne Zögern zugestimmt und den Jugendlichen den Campingaufenthalt ermöglicht.

Sinn der Aktion ­ neben der Klischee-Beseitigung ­ ist es, aus dem gesammelten Unrat ein künstlerisches Werk zu schaffen, das für etwa eine Woche am Einsatzort bleiben soll. Man hofft, dass die Passanten und Besucher dieses Symbol als gehobenen Zeigefinger verstehen, über ihre eigenen Müllentsorgungs-Gewohnheiten nachdenken und in Zukunft etwas bewusster in dieser Angelegenheit handeln. Angedacht ist ein Haus aus Drahtgeflecht, in dem die gesammelten Müllmengen ausgestellt werden sollen. Später wird das städtische Umweltamt alles ordnungsgemäß entsorgen.
Autor: mj

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