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Achtung, Wacker: Union lebt noch!

Donnerstag, 17. April 2008, 14:31 Uhr
Die Favoritenfrage für das kommende Heimspiel des FSV Wacker 90 versucht unser Experter Klaus Verkouter im folgenden Artikel zu klären.


Wacker - Union



Am kommenden Sonnabend um 15 Uhr empfängt ein Verlierer der Vorwoche einen Gewinner – der FSV Wacker 90 unterlag bei der Mannschaft der Stunde, dem BSV Eintracht Sondershausen, mit 1:2. Der FC Union Mühlhausen dagegen entzauberte Germania Ilmenau beim 4:0-Sieg im heimischen Stadion. Ist demnach Nordhausen doch nicht der klare Favorit?

Die Wacker-Anhänger hoffen, dass nach der Beendigung der kleinen Serie in Sondershausen kein Knacks für den schwierigen Rest der Saison eintreten wird. Man muss u. a. noch in Geisa und Erfurt antreten und empfängt mit Jena und Rudolstadt deutlich vor ihnen platzierte Vertretungen.

Die Spiele mit Weida, Ilmenau und Mühlhausen scheinen da die leichteren zu sein. Wenn noch zehn Punkte herausspringen sollen, um die 40-Punkte-Grenze zu erreichen, darf es gegen den FC Union kein Gastgeschenk geben, auch wenn der Verein schon älter ist.

Rund zehn Jahre früher als in Nordhausen lässt sich in Mühlhausen die Beliebtheit des Fußballspielens unter Schülern und jungen Männern nachweisen. Folgerichtig kam es auch schon 1899 zur Gründung des FC Germania, dem Vorgänger des heutigen FC Union.

Die Mühlhäuser gehörten im Januar 1900 sogar zu den 86 Gründungsmitgliedern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In jenen Jahren zeugte die Existenz von nicht weniger als acht Fußballvereinen in der Thomas-Müntzer-Stadt vom Aufschwung des dortigen Fußballsportes.

Schon im Jahre 1907 gab es einen ersten freundschaftlichen Vergleich des 1905 gegründeten Vereins SV Wacker 05 mit dem FC Germania. Vor nunmehr einhundert Jahren war die Germania im August 1908 im ersten Verbandsspiel der Nordhäuser überhaupt Gegner des SV Wacker-Mars, wie sich die Südharzer inzwischen nannten. Als 5:3-Sieger kehrten die Mühlhäuser nach Hause zurück. Erst 1910 gelang Wacker der erste Erfolg gegen Germania. Ein 0:3-Pausenrückstand wurde noch in einen 5:4-Sieg umgewandelt.

Seit 1918 spielte der Mühlhäuser Verein unter dem Namen SV 1899. In Pflichtspielen traf man erst 1940 in der dritten Zwischenrunde im sogenannten Tschammer-Pokal wieder aufeinander. Wacker gewann klar mit 4:1 und kam so eine Runde weiter.

Nach 1945 bestimmten in Mühlhausen im Wesentlichen Motor und Post (1972 Fusion zu Union) sowie die Armeemannschaft Vorwärts das Fußballgeschehen. Punktspiele in der Bezirksliga Erfurt mit Motor und Vorwärts und dabei ausschließlich Nordhäuser Siege gab es dann in den Sechzigerjahren. Union war später 1985 erstmals wieder Testspielgastgeber und verlor 1:3.

In der Thüringenliga fanden seit 2001 bisher drei Spiele zwischen Union und Wacker statt. Zweimal gewannen die Nordhäuser (2002 mit 3:0 in Nordhausen und 2007 das Hinspiel beim FC 3:1), einmal trennte man sich unentschieden 1:1 (2001 in Mühlhausen). Die letzte Wacker-Niederlage gegen diesen Gegner gab es 1927 im tausendjährigen Nordhausen in einem Freundschaftsspiel im Wackerstadion mit 1:2.

In der laufenden Landesligasaison konnte Mühlhausen von elf Auswärtsspielen erst eins gewinnen. Das Torverhältnis auf Gegners Plätzen lautet 5:44, trotz eines zuletzt hervorragend haltenden Torwarts (u. a.. auch zwei Elfmeter). Wacker hat in seinen elf Heimspielen 21 Tore erzielt. Also ist Wacker für mich der Favorit gegen den Tabellenletzten und hoffentlich auch der Herr im Hause, obwohl man sich gegen Schlusslichter schon mehrmals blamierte.

Klaus Verkouter
Autor: osch

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