Max Müller: "Superminister"
Donnerstag, 23. Mai 2002, 15:16 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute meldet sich nnz-Profi-Leser Max Müller wieder zu Wort. Eigentlich gilt Herr Müller als ausgewiesener Verkehrsexperte, doch diesmal betrachtet er die Politik, vor allem einen künftigen Superminister...
Liebe nnz-Gemeinde,
Nach längerer Zeit möchte ich mich wieder einmal zu Wort melden, allerdings diesmal nicht zu den Verkehrsproblemen in Nordthüringen, auch wenn seitdem nur marginale Verbesserungen in diesem Problembereich zu verzeichnen sind. Anlass ist diesmal vielmehr der künftige "Superminister" Lothar Späth.
Als die personifizierte Wirtschafts- und Arbeitsmarktkompetenz wurde Herr Späth in einer Talk-Runde bei Frau Christiansen gefragt, welche Lösungsmöglichkeiten er für die schwierige Situation in Ostdeutschland sehe. Er antwortete, dass in Jena ein erhebliches Defizit an Arbeitsplätzen besteht, dass Hände ringend nach Fachkräften gesucht wird. Er führte weiterhin aus, dass er nicht verstehen kann, warum die Arbeitslosen in Thüringen so unflexibel sind und sich nicht in den Großraum Jena orientieren, auf diese Art und Weise könnten doch so viele Probleme gelöst werden...!?
Als heimatverbundener Bewohner einer strukturschwachen Region möchte ich als Reaktion auf diese "späthen" Lösungsansätze weitere Fragen hinzufügen: Dürfen die Familien der betreffenden Arbeitnehmer in ihrer Heimat bleiben, auch wenn die familiären Bindungen dabei endgültig zu Bruch gehen oder sollen sie ihren Ernährern ins Ungewisse folgen, wo sie dann in der Mehrzahl der Fälle hautnah erleben dürfen, wie nach Ablauf der mit reduziertem Einkommen vereinbarten Probezeit oder spätestens nach Auslaufen der Lohnförderung durch das Arbeitsamt der Papa wieder auf der Straße steht und nicht weiß, ob er die umzugsbedingten Schulden jemals wieder zurückzahlen kann oder wie er auch nur seine Familie über Wasser halten soll?
Dürfen wenigstens die Landwirte in Nord- und Ostthüringen in der Nähe der von ihnen bewirtschafteten Flächen wohnen bleiben, auch wenn die Infrastruktur in diesen Regionen nach dem Wegzug mehrerer Zehntausend Menschen endgültig zusammenbricht und jeder Friseurbesuch zur Weltreise wird? Was wird aus den vielen Bürgermeistern der dann verwaisten Städte und Gemeinden, sollen die auch nach Jena ziehen? Braucht man dort wirklich so viele Ortsteilbürgermeister, selbst wenn Jena in fünf Jahren 500.000 Einwohner hat?
Späth als "Superminister" mit besonderer Verantwortung für Ostdeutschland??? Nein Danke! Stoiber als Bundeskanzler mit besonderem Herz für Ostdeutschland? Hoffentlich niemals, oder wie war das mit der Forderung Bayerns, den Länderfinanzausgleich in Größenordnungen zu reduzieren, was natürlich ausschließlich zu Lasten der schwächeren Bundesländer gehen würde?
In den zurückliegenden zwölf Jahren habe ich in allen politischen Ebenen überwiegend CDU gewählt. Ich sehe ein, dass das ein Fehler war. Diese "Christlich-DEMOKRATISCHE Union" ist genau so wenig wie die "Freie DEMOKRATISCHE Partei" oder gar die "Sozial-DEMOKRATISCHE Partei Deutschlands" Willens und in der Lage, den dringendst notwendigen Politikwechsel zu vollziehen. Da auch die anderen in der deutschen Parteienlandschaft etablierten Parteien offensichtlich kein Interesse haben, eine Politik zu führen, bei der wieder der Mensch mit allen kulturellen und ideellen Werten und nicht ausschließlich materielle Werte im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Strebens stehen, kann man nur erahnen, was die Zukunft für die Menschen in unserem schönen Thüringen mit sich bringt.
WARUM TUT KEINER WAS??? - fragt Max Müller
Autor: nnzLiebe nnz-Gemeinde,
Nach längerer Zeit möchte ich mich wieder einmal zu Wort melden, allerdings diesmal nicht zu den Verkehrsproblemen in Nordthüringen, auch wenn seitdem nur marginale Verbesserungen in diesem Problembereich zu verzeichnen sind. Anlass ist diesmal vielmehr der künftige "Superminister" Lothar Späth.
Als die personifizierte Wirtschafts- und Arbeitsmarktkompetenz wurde Herr Späth in einer Talk-Runde bei Frau Christiansen gefragt, welche Lösungsmöglichkeiten er für die schwierige Situation in Ostdeutschland sehe. Er antwortete, dass in Jena ein erhebliches Defizit an Arbeitsplätzen besteht, dass Hände ringend nach Fachkräften gesucht wird. Er führte weiterhin aus, dass er nicht verstehen kann, warum die Arbeitslosen in Thüringen so unflexibel sind und sich nicht in den Großraum Jena orientieren, auf diese Art und Weise könnten doch so viele Probleme gelöst werden...!?
Als heimatverbundener Bewohner einer strukturschwachen Region möchte ich als Reaktion auf diese "späthen" Lösungsansätze weitere Fragen hinzufügen: Dürfen die Familien der betreffenden Arbeitnehmer in ihrer Heimat bleiben, auch wenn die familiären Bindungen dabei endgültig zu Bruch gehen oder sollen sie ihren Ernährern ins Ungewisse folgen, wo sie dann in der Mehrzahl der Fälle hautnah erleben dürfen, wie nach Ablauf der mit reduziertem Einkommen vereinbarten Probezeit oder spätestens nach Auslaufen der Lohnförderung durch das Arbeitsamt der Papa wieder auf der Straße steht und nicht weiß, ob er die umzugsbedingten Schulden jemals wieder zurückzahlen kann oder wie er auch nur seine Familie über Wasser halten soll?
Dürfen wenigstens die Landwirte in Nord- und Ostthüringen in der Nähe der von ihnen bewirtschafteten Flächen wohnen bleiben, auch wenn die Infrastruktur in diesen Regionen nach dem Wegzug mehrerer Zehntausend Menschen endgültig zusammenbricht und jeder Friseurbesuch zur Weltreise wird? Was wird aus den vielen Bürgermeistern der dann verwaisten Städte und Gemeinden, sollen die auch nach Jena ziehen? Braucht man dort wirklich so viele Ortsteilbürgermeister, selbst wenn Jena in fünf Jahren 500.000 Einwohner hat?
Späth als "Superminister" mit besonderer Verantwortung für Ostdeutschland??? Nein Danke! Stoiber als Bundeskanzler mit besonderem Herz für Ostdeutschland? Hoffentlich niemals, oder wie war das mit der Forderung Bayerns, den Länderfinanzausgleich in Größenordnungen zu reduzieren, was natürlich ausschließlich zu Lasten der schwächeren Bundesländer gehen würde?
In den zurückliegenden zwölf Jahren habe ich in allen politischen Ebenen überwiegend CDU gewählt. Ich sehe ein, dass das ein Fehler war. Diese "Christlich-DEMOKRATISCHE Union" ist genau so wenig wie die "Freie DEMOKRATISCHE Partei" oder gar die "Sozial-DEMOKRATISCHE Partei Deutschlands" Willens und in der Lage, den dringendst notwendigen Politikwechsel zu vollziehen. Da auch die anderen in der deutschen Parteienlandschaft etablierten Parteien offensichtlich kein Interesse haben, eine Politik zu führen, bei der wieder der Mensch mit allen kulturellen und ideellen Werten und nicht ausschließlich materielle Werte im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Strebens stehen, kann man nur erahnen, was die Zukunft für die Menschen in unserem schönen Thüringen mit sich bringt.
WARUM TUT KEINER WAS??? - fragt Max Müller
