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Liegt in der Masse die Klasse?

Donnerstag, 23. Mai 2002, 13:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Am 19. Juni werden zwei Nordhäuser Sportvereine fusionieren. Die Nobas und der SSV werden zusammengehen. Werden die Fußballer der Nobas den Weg mitgehen?


Seit langem wird in Nordhäuser Sportkreisen über ein Zusammengehen der Fußballer von Nobas und Wacker geredet. Da kommen Informationen aus der Wacker-Führung zu den Redaktionen, die von einem Wechsel der kompletten 2. Nobas-Mannschaft an den Albert-Kuntz-Sportpark sprechen. Alles Unsinn, heißt es bei Nobas. Da gab es zwar in der zurückliegenden Zeit Gespräche zwischen Nobas und Wacker, doch die seien schon im Ansatz abgebrochen worden. Wenn man fusionieren will, dann solle das nicht in einem totalen Aufgehen in Wacker enden. Identitäten müssten bewahrt werden.

Also wird es bei bisherigen Status Quo bleiben. Der ist aber für die Nordhäuser Fußball-Landschaft alles andere als erquicklich. Nobas und Wackers Zweite tummeln sich mehr schlecht als recht in der Kreisliga, gemeinsam könnte jedoch über einen Aufstieg nachgedacht werden. Ähnliches lässt sich bei den A-Junioren beider Vereine beobachten. „Das Wacker-Angebot war undiskutabel“, heißt es aus dem Nobas-Vorstand.

Beide Vereinsführungen streiten immer noch vehement persönliche Befindlichkeiten ab. Die sind aber da. Unterordnen oder einordnen ­ all das sind momentan Fremdwörter in den Führungsetagen. An den Fußball wird nicht gedacht, nur an Positionen, die mit Identitäten umschrieben werden. Positionen bei Wacker und bei Nobas, und natürlich auch bei Salza. Solange engstirnige Vereinschefs die zaghaften Versuche der Basis nicht registrieren wollen, solange wird qualitativ hochklassiger Fußball in Nordhausen noch lange Zeit eine Mangelware bleiben. Vielleicht soll das auch so sein?

Wie lange soll das noch weitergehen? Bis die Vorständler ausgewechselt sind? Bis Wacker, Nobas oder Salza sich gemeinsam in den Kreisklassen oder -ligen tummeln? Welche Rolle spielen denn eigentlich Sponsoren? Müßten die nicht daran interessiert sein, dass ihr Sponsoring eine breite Masse von Sportfreunden erreicht? Oder reichen 120 Zuschauer bei Wacker, bei Nobas und bei Salza etwa aus? Wenn die einzelnen Vereinsführungen nicht aus ihren Schneckenhäusern rauskommen, dann sollte wenigstens das „Geld“ ordentlich Druck machen. Nicht immer gilt: In der Masse liegt die Klasse!
Autor: nnz

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