nnz-online

Freizeit-Doping gefährdet die Gesundheit

Donnerstag, 10. April 2008, 14:41 Uhr
Doping ist nicht nur ein Problem im Spitzensport. In steigendem Maße nehmen auch Freizeitsportler - meist illegale - Substanzen zur Veränderung von Körper und Leistung ein, um die sportlichen Erfolge zu verbessern. Die Nordhäuser Apotheker warnen...


Vor allem die falschen Vorbilder sind gefährlich: Laut Bundeskriminalamt geht von den zunehmenden Dopingfällen im Leistungssport auch eine negative Signalwirkung auf Hobbyathleten aus. Gerade bei der unkontrollierten Einnahme der meist verschreibungspflichtigen Medikamente spielen die Freizeitsportler mit ihrer Gesundheit, zumal sie - im Gegensatz zu Spitzenathleten - nicht unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen.

"Doping kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen", warnt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen.

"Denn ebenso wie alle anderen Arzneimittel haben auch diese Präparate Nebenwirkungen, die zum Teil fatale Folgen für die Gesundheit haben können." "Leistungssteigernde Substanzen wie beispielsweise Anabolika können zu Herz- Kreislauf- Erkrankungen und Schäden an der Leber führen. Auch die so genannte Bodybuilder- Akne tritt bei der Einnahme des körpereigenen Sexualhormons Testosteron und Testosteron-ähnlicher Substanzen häufig als Nebenwirkung auf", so Garke.

Bei Männern könne die längerfristige Einnahme der Hormone zur Verweiblichung führen; bei Frauen komme es zu einer Vermännlichung mit stärkerer Körperbehaarung, Veränderungen im Menstruationszyklus und einer tieferen Stimme.

In Deutschland nehmen nach Expertenmeinung rund 200.000 Freizeitsportler Dopingmittel ein, die Dunkelziffer wird allerdings weit höher geschätzt. Neben den muskelaufbauenden Anabolika werden Stimulanzien angewendet, um die Aktivität zu steigern: "Das körpereigene Warnsystem wird durch die Einnahme von Amphetaminen stark beeinträchtigt, der Körper kann extrem belastet werden, ohne dass der Sportler die schädigenden Anstrengungen wahrnimmt", so Garke.

Im Extremfall könne es sogar zum Tod kommen, warnt Apothekerin Julie Garke. Auch der illegale Vertrieb der zum Teil rezeptpflichtigen Präparate über das Internet stellt eine große Gefahr für die Sportler dar: "Der Handel mit Fälschungen ist zwar profitabel für die Kriminellen. Für die Sportler bergen diese Plagiate allerdings ein hohes gesundheitliches Risiko", erklärt Garke. Zum Teil würden auf der Packung die tatsächlich im Produkt enthaltenen Substanzen nicht erwähnt oder aber in anderen Mengen zugesetzt als angegeben. Für Verbraucher seien seriöse Anbieter von unseriösen kaum zu unterscheiden.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de