Zur Nachhaltigkeit ermuntert
Donnerstag, 10. April 2008, 14:37 Uhr
Der auf Anregung von Agenda 21 - Akteuren gegründete Projektbeirat zur fachlichen Begleitung des "MUE-25" - Projektes hat die Südharzer Bürger zur Fortsetzung nachhaltigen Handelns in Politik und Gesellschaft ermuntert. Das ist das Fazit der Arbeitstagung dieses Gremiums auf dem Campus der Fachhochschule Nordhausen in dieser Woche.
Unter Vorsitz von Landrat Joachim Claus (CDU) hatten sich sieben Beiratsmitglieder sowie Akteure aus der Landkreis- und Stadtverwaltung zu ihrer zweiten Jahrestagung getroffen, um miteinander zu beraten, auf welche Weise laufende Projekte fortgeführt und neue ins Leben gerufen werden können. Breiten Raum nahm dabei die Diskussion über sinnvolle Strukturen eines zielorientierten Nachhaltigkeitsprozesses ein.
So vertrat Thomas Koch vom Thüringer Umweltministerium die Auffassung, in der Startphase des Agenda 21 - Prozesses der Jahre 1999/2000 seien entsprechende Fachbüros berechtigt gewesen. Nun aber müsse der Gedanke der Nachhaltigkeit in die Ämter getragen und dort mit Leben erfüllt werden. Landrat Claus konnte dem nur bedingt zustimmen. Er forderte vom Land Thüringen die Bereitstellung von Geldern, damit die Landkreise und Kommunen wieder Agenda 21 - Büros einrichten können. Er könne vor dem Kreistag die Notwendigkeit einer solchen Anlaufstelle nur dann rechtfertigen, wenn die Landesregierung diese freiwilligen Aufgaben auch finanziell fördert.
Seitens des Landratsamtes wird derzeit die Möglichkeit erwogen, Agenda 21 - Aufgaben der Umweltakademie Nordthüringen (UAN) zu übertragen, um deren Status zu festigen. Claus sprach sich im Rahmen der Lösung der Projektaufgaben für eine enge Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Verwaltungen und der regionalen Wirtschaft aus.
Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) sowie Dompfarrer Richard Hentrich forderten die Umsetzung nachhaltiger Projekte in den Verwaltungen, beispielsweise bei Fragen der Energieeffizienz, unter Hinzuziehung von Fachleuten. So etwas müsse zur "Chefsache" erklärt werden. Zudem hätten die Verantwortungsträger geeignete Maßnahmen zu treffen, damit der Gedanke der Nachhaltigkeit in die Bevölkerung getragen werden kann. Eine ungemein wichtige Rolle käme in diesem Prozess der Öffentlichkeitsarbeit zu. "Erst wenn Nachhaltigkeit bei den Menschen ankommt, hat sich unser Engagement gelohnt", so der Dompfarrer wörtlich.
Dass nachhaltiges Denken und Handeln alles andere als geradlinige Wege sind, machte Kreistagsmitglied Gisela Hartmann mit den Worten deutlich: "Die Mühen der Ebene sind es, die uns voran bringen, nicht aber kurzzeitige Leuchttürme."
Professor Dipl.-Ing. Viktor Wesselak von der Fachhochschule bot an, den von zwei Studenten vor einem Jahr erarbeiteten Indikatorenplan für eine nachhaltige Entwicklung im Landkreis durch interessierte Studierende fortschreiben zu lassen. Zudem wartete er mit einer interessanten Idee auf: Seine Bildungsstätte will Beratungsleistungen für Firmen und öffentliche Körperschaften, ggf auch für Privatbürger, anbieten, die Energiepässe von Gebäuden benötigen. Das August-Kramer-Institut könne dies erledigen. Der Vorteil sei, dass diese Tätigkeit ohne Einfluss auf Interessenlagen vonstatten gehen könne. Zudem könnten Studenten in die Erstellung von Energiepässen mit eingebunden werden. Inge Klaan warnte jedoch vor möglichen Konfliktstoff im Hinblick auf bereits bestehende private Energieberatungsbüros, denen die Aufträge nicht entzogen werden dürften. Hier müssen noch einvernehmliche Lösungen gefunden werden.
Gabriela Sennecke von der Stadtverwaltung Nordhausen informierte über die für den Herbst angesetzte Regionalkonferenz zum Thema "Gipskarst Südharz". Zudem stellte sie in Kurzform die Konzeption zur Umgestaltung des Nordhäuser Stadtparks in einen "Generationenpark" vor. Hierüber wird zu gegebener Zeit noch ausführlich berichtet.
Projektkoordinator Bernhard Dietrich informierte abschließend über die beabsichtigte Fortsetzung des Projektes "Kommunales Nachhaltigkeits-management MUE-25". Es trägt die Bezeichnung "LIFE plus" und läuft voraussichtlich noch in diesem Jahr an. Die Finanzierung dieses bedeutenden Projektes übernimmt die Europäische Union. Unter der Federführung des Internationalen Komitees für kommunale Umweltinitiativen (ICLEI) Freiburg wollen sich wieder 25 Kommunen, darin eingeschlossen auch Landkreis und Stadt Nordhausen, beteiligen.
Das Projekt beinhaltet gemeinsame Aktionen von Kommunen zur Anpassung und Bekämpfung des Klimawandels in der Welt. Zudem ist für den 18. und 19. Oktober in der Nordhäuser Wiedigsburghalle die Regionalmesse "Ökologisch Leben und Wohnen" geplant. Die Schau liegt in der Verantwortung des Fördervereins Klimaschutz Thüringen e.V. und wird vom Landratsamt unterstützt.
Noch in diesem Jahr wird unter Vorsitz von Landrat Joachim Claus eine weitere Zusammenkunft des Projektbeirates in Nordhausen stattfinden. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
Autor: nnzUnter Vorsitz von Landrat Joachim Claus (CDU) hatten sich sieben Beiratsmitglieder sowie Akteure aus der Landkreis- und Stadtverwaltung zu ihrer zweiten Jahrestagung getroffen, um miteinander zu beraten, auf welche Weise laufende Projekte fortgeführt und neue ins Leben gerufen werden können. Breiten Raum nahm dabei die Diskussion über sinnvolle Strukturen eines zielorientierten Nachhaltigkeitsprozesses ein.
So vertrat Thomas Koch vom Thüringer Umweltministerium die Auffassung, in der Startphase des Agenda 21 - Prozesses der Jahre 1999/2000 seien entsprechende Fachbüros berechtigt gewesen. Nun aber müsse der Gedanke der Nachhaltigkeit in die Ämter getragen und dort mit Leben erfüllt werden. Landrat Claus konnte dem nur bedingt zustimmen. Er forderte vom Land Thüringen die Bereitstellung von Geldern, damit die Landkreise und Kommunen wieder Agenda 21 - Büros einrichten können. Er könne vor dem Kreistag die Notwendigkeit einer solchen Anlaufstelle nur dann rechtfertigen, wenn die Landesregierung diese freiwilligen Aufgaben auch finanziell fördert.
Seitens des Landratsamtes wird derzeit die Möglichkeit erwogen, Agenda 21 - Aufgaben der Umweltakademie Nordthüringen (UAN) zu übertragen, um deren Status zu festigen. Claus sprach sich im Rahmen der Lösung der Projektaufgaben für eine enge Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Verwaltungen und der regionalen Wirtschaft aus.
Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) sowie Dompfarrer Richard Hentrich forderten die Umsetzung nachhaltiger Projekte in den Verwaltungen, beispielsweise bei Fragen der Energieeffizienz, unter Hinzuziehung von Fachleuten. So etwas müsse zur "Chefsache" erklärt werden. Zudem hätten die Verantwortungsträger geeignete Maßnahmen zu treffen, damit der Gedanke der Nachhaltigkeit in die Bevölkerung getragen werden kann. Eine ungemein wichtige Rolle käme in diesem Prozess der Öffentlichkeitsarbeit zu. "Erst wenn Nachhaltigkeit bei den Menschen ankommt, hat sich unser Engagement gelohnt", so der Dompfarrer wörtlich.
Dass nachhaltiges Denken und Handeln alles andere als geradlinige Wege sind, machte Kreistagsmitglied Gisela Hartmann mit den Worten deutlich: "Die Mühen der Ebene sind es, die uns voran bringen, nicht aber kurzzeitige Leuchttürme."
Professor Dipl.-Ing. Viktor Wesselak von der Fachhochschule bot an, den von zwei Studenten vor einem Jahr erarbeiteten Indikatorenplan für eine nachhaltige Entwicklung im Landkreis durch interessierte Studierende fortschreiben zu lassen. Zudem wartete er mit einer interessanten Idee auf: Seine Bildungsstätte will Beratungsleistungen für Firmen und öffentliche Körperschaften, ggf auch für Privatbürger, anbieten, die Energiepässe von Gebäuden benötigen. Das August-Kramer-Institut könne dies erledigen. Der Vorteil sei, dass diese Tätigkeit ohne Einfluss auf Interessenlagen vonstatten gehen könne. Zudem könnten Studenten in die Erstellung von Energiepässen mit eingebunden werden. Inge Klaan warnte jedoch vor möglichen Konfliktstoff im Hinblick auf bereits bestehende private Energieberatungsbüros, denen die Aufträge nicht entzogen werden dürften. Hier müssen noch einvernehmliche Lösungen gefunden werden.
Gabriela Sennecke von der Stadtverwaltung Nordhausen informierte über die für den Herbst angesetzte Regionalkonferenz zum Thema "Gipskarst Südharz". Zudem stellte sie in Kurzform die Konzeption zur Umgestaltung des Nordhäuser Stadtparks in einen "Generationenpark" vor. Hierüber wird zu gegebener Zeit noch ausführlich berichtet.
Projektkoordinator Bernhard Dietrich informierte abschließend über die beabsichtigte Fortsetzung des Projektes "Kommunales Nachhaltigkeits-management MUE-25". Es trägt die Bezeichnung "LIFE plus" und läuft voraussichtlich noch in diesem Jahr an. Die Finanzierung dieses bedeutenden Projektes übernimmt die Europäische Union. Unter der Federführung des Internationalen Komitees für kommunale Umweltinitiativen (ICLEI) Freiburg wollen sich wieder 25 Kommunen, darin eingeschlossen auch Landkreis und Stadt Nordhausen, beteiligen.
Das Projekt beinhaltet gemeinsame Aktionen von Kommunen zur Anpassung und Bekämpfung des Klimawandels in der Welt. Zudem ist für den 18. und 19. Oktober in der Nordhäuser Wiedigsburghalle die Regionalmesse "Ökologisch Leben und Wohnen" geplant. Die Schau liegt in der Verantwortung des Fördervereins Klimaschutz Thüringen e.V. und wird vom Landratsamt unterstützt.
Noch in diesem Jahr wird unter Vorsitz von Landrat Joachim Claus eine weitere Zusammenkunft des Projektbeirates in Nordhausen stattfinden. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
