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Junge Wilde bei Wacker

Donnerstag, 10. April 2008, 11:52 Uhr
dominik schönberger (Foto: wacker90) dominik schönberger (Foto: wacker90) Am Samstag ist in der Fußball-Thüringenliga wieder Derbyzeit zwischen Sondershausen und Nordhausen. Einer, der zum ersten Male dabei ist, steht bei Wacker zwischen den Pfosten. nnz unterhielt sich mit ihm.


Wacker-Trainer Burkhard Venth und Bundestrainer Joachim Löw haben eins gemeinsam – die Qual der Wahl beim Torhüter. Wenn es nach den Sport-Bild Lesern und der derzeitigen Nummer eins im Wacker-Tor Dominik Schönberger gehen würde, dann stände nicht Jens Lehmann, sondern der beim VfB Leipzig ausgebildete Leverkusener Rene Adler zur EM im Tor. „Seine Leistungen im Tor sind bisher überragend. Er hält gut und er bringt auch eine gewisse Konstanz mit“, begründete der 21-Jährige Wacker-Keeper seine Wahl.

Er weiß wovon er spricht, denn der aus Osterode stammende junge Mann ist selbst Torhüter. Allerdings nicht von Anfang an. Mit sechs Jahren schnürte er zum ersten Mal die Fußballschuhe beim VfL Badenhausen und begann zunächst als Abwehrspieler die Bälle vom generischen Tor fern zu halten. Dominiks Vater hätte ihn lieber als Stürmer gesehen, doch dazu kam es nicht.
„In der E-Jugend beim VfL Badenhausen bin ich mal beim Fußballtraining ins Tor gegangen und ab da war für mich klar, ich werde Torwart“, so Dominik.

Sechs Jahre später wechselte er zu den D-Junioren des VfR Osterode. Nach anderthalb Jahren suchte er nach einer neuen Herausforderung, die er bei TuSpo Petershütte fand. Dem Verein hielt er bis zum Ende der Saison 2006/2007 die Treue und verstärkt seit einem dreiviertel Jahr die erste Mannschaft des FSV Wacker 90 Nordhausen. Bevor es für Dominik beim FSV allerdings so richtig losging, war für ihn schon wieder Schluss.

In seinem ersten Einsatz für Wacker, im Testspiel gegen Kraja stand er nur eine Halbzeit zwischen den Pfosten. Ihm bereitete eine Verletzung Beschwerden, die er sich im letzten Punktspiel beim alten Verein zuzog. „Ich brach mir dort vor einem Jahr den linken Arm. Es war ein glatter Bruch, der vergipst wurde und ich somit drei Monate kein Fußball mehr spielen konnte.“, so Schönberger. „Beim Testspiel traten erneut Beschwerden im linken Arm auf. Daraufhin bin ich ins Krankenhaus. Beim Röntgen wurde festgestellt, dass der alte Bruch noch nicht verheilt bzw. zugewachsen war und ich erneut pausieren musste.“ Damit nicht genug, wurde der offene Bruch gleich operiert. „Bei der Operation am linken Arm wurde mir zur Stabilität eine Metallplatte eingesetzt. Im Sommer wird dann entschieden, ob die Metallplatte drin bleibt oder nicht“, fügte er ergänzend noch an.

Nach der Diagnose und der OP „begann für mich eine schlimme Zeit, denn ich war neu im Team und wollte mich den Fans und Zuschauern zeigen. Es war nicht besonders schön, dass es so gekommen ist, dennoch habe ich den Mut nicht verloren.“, so Schönberg.

Ende Oktober war die Zeit des Leides dann vorbei. Sein erstes Punktspiel nach der Zwangspause bestritt er für die zweite Wacker-Mannschaft Ende Oktober des vergangenen Jahres in Urbach. „Es war ein schönes Gefühl wieder zwischen den Pfosten zu stehen, endlich für Wacker spielen zu können. Vom Kopf her, wusste ich dass nichts mehr passieren kann, denn die Metallplatte im linken Arm gab mir eine gewisse Sicherheit“, berichtete er voller Zuversicht.

Das Jahr 2008 begann für Dominik mit einer echten Überraschung. Mitte Januar wurde er beim Hallenfußballturnier des FSV um den Telefun-Cup zum besten Torhüter gewählt. „Diese Wahl zum besten Torhüter hatte eine große Bedeutung für mich. Nach der Leidenszeit mit dem Armbruch und der langen Pause baute mich diese Auszeichnung sehr auf und gab mir viel Selbstbewusstsein“, erzählte er voller Stolz. Mit diesem neuen Selbstbewusstsein ging es in die Rückrunde der Thüringenligasaison 2007/2008. Während Torhüter Christian Finsterbusch in der Hinrunde den Kasten hütete, steht Dominik seit Anfang März im Wacker-Tor. Seine Bilanz kann sich jetzt schon sehen lassen. Aus den letzten sechs Spielen holte er mit der Mannschaft elf Punkte. Dreimal stand dabei am Ende die Null.

Ein wichtiger Rückhalt in der schwereren Zeit und auch danach waren seine Eltern. Wenn es die Zeit zulässt, ist sein Vater bei jedem Wacker Heimspiel vor Ort und drückt von der Tribüne aus die Daumen.

Eine Frage ist für Dominik noch nicht geklärt – die Torwartfrage. „Ich sehe die Konkurrenz sehr positiv. Christian und ich wollen beide spielen und müssen beide durch gute Leistung im Training zeigen, was wir können. Dadurch kann man sich gegenseitig pushen. Der Trainer schaut, wer der Beste auf dem Platz ist und entscheidet dann.“
Wer beim Derby gegen die Eintracht aus Sondershausen am Samstag im Tor stehen wird, das entscheiden der Trainer und die Tagesform.
Sandra Arm
Autor: nnz

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