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Rundumschlag für die Bildung

Mittwoch, 09. April 2008, 19:22 Uhr
Die Nordhäuser Sozialdemokraten befassten sich auf ihrer jüngsten Klausurtagung auch mit der Bildungssituation im Landkreis. Als Schulausschussvorsitzender des Kreistages weiß Winfried Theuerkauf (SPD) aus vielen Gesprächen, dass die Eltern mit dem Thüringer Schulsystem unzufrieden sind. Es gab aber auch Kritik in Richtung des Landkreises...


„Die frühe Trennung der Schüler nach der Grundschule ist im Prinzip eine gnadenlose Sozialauswahl und hat mit der Förderung des Leistungsvermögens nichts zu tun“, machte Theuerkauf klar. Die Sozialdemokraten sind sich allerdings sicher, dass erst nach der Landtagswahl 2009 ein Umdenken in der Thüringer Bildungspolitik möglich sein wird, da die CDU sich stur an das bestehende zergliederte Schulsystem klammert.

Die Genossen treten im Gegensatz zur CDU seit Jahren für das längere gemeinsamere Lernen bis zur Klasse 8 ein und sehen ihre Forderung auch von den PISA-Studien bekräftigt.

„Wir haben uns aber nicht nur mit dem derzeitig nicht lösbaren Grundsatzproblem beschäftigt, sondern auch die tatsächlichen Schulfakten mit denen anderer Landkreise verglichen und sind dabei auf eine ziemlich schlechte Regelung zur Schülerbeförderung gestoßen“, erklärte der Nordhäuser SPD-Vorsitzende Andreas Wieninger. Bis zur 10. Klasse müssen Schüler nichts für die Beförderung bis zur nächsten Schule bezahlen, doch ab Klasse 11 ist dies aufgrund der Thüringer Gesetze dann anders.

So müssen dann die älteren Schüler am Gymnasium bzw. der Berufschule ihre ÖPNV-Kosten selbst bezahlen. Allerdings können die Landkreise hier selbst sozialverträgliche Lösungen festsetzen, damit der Schulbesuch nicht unmöglich wird. Während inzwischen fast alle Landkreise solche Kostenbefreiungen für Schüler aus den ALG II - Bedarfsgemeinschaften festgeschrieben haben, ist man in der Nordhäuser Kreisverwaltung untätig geblieben.

Doch nicht nur die fehlende Sozialklausel ärgert die Sozialdemokraten, sondern dazu kommt dann auch noch die höchste Eigenbeteiligungsregelung mit 75 Prozent Kostenbeteiligung für die Schüler an den Buskosten. Andere Landkreise verlangen hier teilweise nur 15 oder 20 Euro pro Monat pauschale Eigenbeteiligung an den Beförderungskosten.

Für die Schüler im Nordhäuser Landkreis bedeutet die derzeitige Regelung, dass jeder Schüler in den ländlichen Gemeinden für seinen weiten Schulweg noch zusätzlich mit hohen Kosten bestraft wird. „Ich habe in der letzten Woche im Schulausschuss dieses Problem angesprochen und die Kreisverwaltung aufgefordert, umgehend eine neue Kostenersatzordnung vorzulegen“, erklärte Winfried Theuerkauf. Nun erwarten die Sozialdemokraten eine neue Vorlage von der zuständigen Sozialbeigeordneten Loni Grünwald (Die Linke).
Autor: nnz

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