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Bilder der Befreiung

Mittwoch, 09. April 2008, 07:40 Uhr
Bis heute fehlen sie in kaum einem Dokumentarfilm über die Konzentrationslager: die erschütternden Bilder toter und sterbender Häftlinge des befreiten KZ-Außenlagers Boelcke-Kaserne. Aufgenommen hatten sie amerikanische Militärberichterstatter. Eine Auswahl dieser und weiterer Fotos aus der Zeit unmittelbar nach Befreiung des KZ-Komplexes Mittelbau-Dora wird nun in einer Sonderausstellung der Gedenkstätte zu sehen sein.


Bilder des Grauens (Foto: Gedenkstätte) Bilder des Grauens (Foto: Gedenkstätte) Die Schau öffnet am 10. April 2008 in der ehemaligen Feuerwache des Häftlingslagers im Anschluss an die um 11 Uhr beginnende Gedenkveranstaltung zum 63. Jahrestag der Lagerbefreiung. Zur Einführung spricht Dr. Regine Heubaum, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, über Entstehungskontext und Überlieferungsgeschichte der Bildquellen.

Alle Bilder der Ausstellung stammen aus den National Archives in Washington. Entnommen sind Sie einer Fotodokumentation, die nach Kriegsende vom Signal Corps der US-Army zusammengestellt wurde. Schon damals sorgten besonders die Foto- und Filmaufnahmen aus der Boelcke-Kaserne für Entsetzen. Sie zeigen die große Anzahl toter und sterbender Häftlinge – Opfer des Bombenangriffs vom 3./4. April 1945, bei dem auch die Kaserne getroffen worden war, mehrheitlich aber Opfer der katastrophalen Unterversorgung im zentralen Sterbelager des Südharzer KZ-Komplexes.

"Auch die Bestattung der Toten der Boelcke-Kaserne am 16. April 1945 wurde fotografisch dokumentiert. Die amerikanische Militäradministration hatte Männer aus Nordhausen, meist ehemalige kleinere Funktionsträger des NS-Regimes, dazu verpflichtet, die Leichen in einem neu eingerichteten Ehrengrab am Rande des Stadtfriedhofs zu beerdigen", heißt es in einer Pressemitteilung der Gedenkstättenleitung.

Von großem Interesse an der Raketentechnik in den Stollen des Kohnsteins zeugen schließlich die Aufnahmen, die im Zusammenhang mit den Besuchen verschiedener amerikanischer Delegationen im Mai und Juni 1945 entstanden.

Ein Gruppe von US-Kongressabgeordneten besichtigte neben der Untertagefabrik aber auch das Häftlingslager mit dem Krematorium. Die Sonderausstellung „Bilder der Befreiung“ wird in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bis September 2008 zu sehen sein. Der Eintritt ist kostenlos.
Autor: nnz

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