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Gedenken an die Befreiung

Dienstag, 08. April 2008, 17:38 Uhr
In dieser Woche jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora zum 63. Mal. Dazu sollen Kränze niedergelegt werden. Die nnz mit einer Vorschau auf die Gedenkveranstaltungen.


Gemeinsam mit vielen ehemaligen Häftlingen sowie Angehörigen und Hinterbliebenen der KZ-Opfer, die aus West- und Osteuropa sowie aus Israel und Australien anreisen, wird am Donnerstag in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen der 63. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers begangen. Ganz im Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers steht ab 11.00 Uhr die Kranzniederlegung durch die Verbände der ehemaligen Häftlinge. Auf dem Platz vor dem ehemaligen Krematorium spricht zur Begrüßung der Leiter der Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner.

Die Gedenkrede hält in diesem Jahr Oto Konstein aus Kroatien Als Jude verfolgt und zunächst nach Auschwitz deportiert, ist Konstein 1945 auch im KZ Mittelbau gefangen gehalten worden.

Der 1929 geborene Oto Konstein ist Überlebender mehrerer nationalsozialistischer Lager. Als 15-Jähriger wurde er zusammen mit Mutter und jüngerer Schwester nach Auschwitz deportiert. Er entging dort – anders als seine Angehörigen – dem Tod in den Gaskammern: dank des Hinweises eines Mitgefangenen, sich bei der Selektion als älter auszugeben, wurde er in Außenlagern zur Zwangsarbeit herangezogen. Im Zuge der Räumung des Lagerkomplexes Auschwitz gelangte Konstein im Januar 1945 in das KZ Mittelbau. Hier wurde er zur Arbeit in der Untertagefabrik eingesetzt, jedoch Anfang April erneut „evakuiert“ und schließlich von britischen Truppen im Lager Bergen-Belsen befreit. Auf Umwegen kehrte er als einziger Überlebender seiner Familie nach Kroatien zurück.

Sonderausstellung: „Bilder der Befreiung“
Der visuellen Erinnerung an die Befreiung des Südharzer Lagerkomplexes widmet sich die neue Sonderausstellung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Die Schau wird – im Anschluß an die Kranzniederlegung – gegen 13.00 Uhr in der ehemaligen Feuerwache des Lagers eröffnet. Präsentiert werden Aufnahmen amerikanischer Militärberichterstatter, die in den Tagen und Wochen nach der Befreiung entstanden. Zur Einführung spricht Dr. Regine Heubaum, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, über Entstehungskontext und Überlieferungsgeschichte der Bildquellen aus den National Archives in Washington. Die nnz wird hierzu vorab noch ausführlich berichten.

Gedenkort Ellrich-Juliushütte
Auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte (am Bahnhof Ellrich) findet ab 15.00 Uhr ebenfalls eine Gedenkstunde statt. Zur Kranzniederlegung hält hier der Bürgermeister der Stadt Ellrich, Matthias Ehrhold, eine Ansprache. Ein anschließender Rundgang vergegenwärtigt den historischen Ort des ehemals größten Außenlagers des Südharzer KZ-Komplexes. Zugleich wird die begonnene Neugestaltung des früheren Lagergeländes vorgestellt.
Autor: nnz

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