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nnz-Rückspiegel: 21. Mai 2001

Dienstag, 21. Mai 2002, 07:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Kreisumlage, Versündigen und Insolvenz


Kreisumlage wird erneut für Diskussionen sorgen
Auf der morgigen Sitzung des Nordhäuser Kreistages steht auch der Finanzplan des Landkreises Nordhausen zur Beschlußfassung an. Der allerdings ist bereits verabschiedet worden, notwendigerweise mit dem Haushalt Anfang April. In der Tagesordnung steht zu diesem Punkt „(Die Beschlußfassung wird nachgereicht)“. Für einige Mitglieder des Kreistages muß der nachzureichende neue Entwurf des Finanzplans ein gänzlich anderer sein. Bislang ist die Höhe der Kreisumlage für die nächsten Jahre (bis 2004) mit 33 Millionen Mark ausgewiesen. Das kann vor allem die Stadt Nordhausen so nicht hinnehmen.

Auch für den Kreisvorsitzenden des Gemeinde- und Städtebundes, Jürgen Hohberg, hat der Finanzplan eine große Bedeutung, vor allem aus der Sicht der Stadt Nordhausen. Die mußte ihrerseits einen Finanzplan beim Thüringer Innenministerium vorlegen, der als Grundlage für die Finanzierung der Landesgartenschau genommen wurde. In diesem städtischen Plan wird von einer Kreisumlage in Höhe von 15 Millionen Mark ausgegangen, im kreislichen Plan steht 33, macht für Nordhausen jährlich 17 Millionen Mark. Nach Ansicht von Hohberg müssen die beiden Pläne aber harmonisieren und nicht einen auflaufenden Fehlbetrag von fast zehn Millionen Mark aufweisen...ausführlich im nnz-Archiv


Primas: „Versündigt euch nicht an den Menschen!“
„Nordhausen ist Pleite“, neue Strukturen in Nordthüringen, Nordhäuser Kreisfreiheit! Dies alles bestimmte im vergangenen Monat die Nordhäuser Politszene. nnz wollte wissen, was von diesen Themen in Erfurt angekommen ist und unterhielt sich mit dem Landtagsabgeordneten Egon Primas (CDU). Wer den Kreis Nordhausen in den zurückliegenden Wochen von außen betrachte, der erhalte nach Meinung von Egon Primas ein ziemlich verzerrtes Bild. „Nicht unbedingt positiv“, beschreibt es der Landtagsabgeordnete. Vor allem die Wirtschaft reagiere auf derartige kommunalpolitische Vorstöße sehr sensibel. Unsicherheiten über künftig veränderte Strukturen seien überall zu spüren, das habe Primas mehrfach bei Gesprächen mit Unternehmern gemerkt.

„Versündigt euch nicht an den Menschen dieser Region“, will Primas ausrufen und meint damit, daß es dem Bürger vollkommen egal sei, wer die entsprechende Dienstleistung für ihn anbietet, sie muß nur im Angebot sein und das zu entsprechend günstigen Konditionen. Auch die entfachte Diskussion zur Kreisfreiheit sei schließlich eine „Phantomdiskussion“ und der Vergleich mit Entwicklungen in Sachsen-Anhalt sei wie der „Vergleich von Birnen mit Äpfeln“. Für ihn sei diese Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht nachvollziehbar, schließlich sei man fernab von Wahlkämpfen auf kommunaler und Landesebene. Und vor allem werde es in dieser Legislaturperiode im Thüringer Landtag überhaupt keinen Anlaß geben, sich mit einer neuen Struktur im Freistaat zu beschäftigen...ausführlich im nnz-Archiv


Heringer Bauunternehmen mußte Insolvenz beantragen
Das Heringer Bauunternehmen „J. Rogoll Bau und Beton GmbH“ steht vor dem Aus. Wie jetzt erst bekannt wurde, ist Anfang Mai das Insolvenzverfahren am Mühlhäuser Amtsgericht eröffnet worden. Als Gründe wurden seitens des Amtsgerichtes Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit genannt. Von der Pleite sind nach nnz-Informationen 12 Mitarbeiter betroffen. Die Zahl der Arbeitnehmer war in den zurückliegenden Monaten von über 40 geschrumpft worden. Für den Geschäftsführer der IG Bau-Agrar-Umwelt in Nordthüringen längst kein Einzelfall mehr. Hartmut Koch sagte der nnz, daß es allein im Norden des Freistaates in den ersten vier Monaten dieses Jahres acht Firmenpleiten gegeben habe. 320 Mitarbeiter hätten so ihren Job verloren. Besonders hart sei der Zusammenbruch der Fleischhammer GmbH in Nordhausen gewesen, hier seien 120 Bauleute betroffen. In Großengottern im Unstrut-Hainich-Kreis seien es 60 Mitarbeiter bei der Pleite des dortigen Betonwerkes gewesen. Als Hauptursache nannte Koch den ruinösen Verdrängungskampf durch Lohndumping. Dieser habe mittlerweile kriminelle Züge angenommen. Ein weiteres Problem sei die prekäre Finanzlage der Kommunen.
Autor: nnz

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