nnz-Forum: Aufschwung oder Abschwung?
Freitag, 04. April 2008, 18:03 Uhr
Bezug nehmen möchte ein nnz-Leser auf den Artikel in der nnz vom 2. April 2008 über die tolle Bilanz bei der Arbeitslosenstatistik für 2007 vom Kreis-DGB-Vorsitzenden Andreas Wieninger.
Darin wird von einer hervorragenden Bilanz und von einer Kritik an den Rechenkünsten der Kreisverwaltung gesprochen. Zum Letzteren zu erst. Würde sich der Vorsitzende der Stadtratsfraktion mal im Kreistag blicken lassen oder dessen Haushaltsentwurf mal vornehmen, hätte er nicht vom Sinken der Bedarfszahlen für Arbeitslosengeld 1 und 2–Empfänger, also zu deutsch Arbeitsuchende gehört.
Dies wird durch ein nicht Einfordern von höheren Zuschüssen durch den Landkreis beim Land Thüringen noch verstärkt. Der Kreis hat nicht genug Geld für Hartz 4 Betroffene, zu denen auch Menschen gehören, die täglich einer Arbeit nachgehen.
Der Kreis kann seine Hausaufgaben im Sozialen nicht erfüllen, weil es zu viele Bedürftige gibt. Da läßt man Kinder außen ganz vor, denn dafür sammelt ja der Landrat.
Das zum ersten zur Senkung der Statistik. Und so sieht es nicht nur in Nordthüringen aus, das es sogar schon CDU-Landräte auf die Palme treibt. Nur unser bleibt ruhig. Und weiterhin liegt mir die Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP Fraktion im Bundestag zu den Arbeitslosenzahlen 2007 vor. In der Kernantwort des zuständigen Ministerium geht es darum, das knapp die Hälfte der registrierten Arbeitslosen, man höre und staune, nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in die Statistik erfüllen.
Man also gar nicht schwindeln brauche, weil es ja per Gesetz so ist, das zum Beispiel 680.000 Menschen, obwohl sie vielleicht Arbeit suchen, aber keine Leistungen erhalten, gar nicht mehr registriert werden. Ähnlich ergeht es den 58zigern oder gar den unter 20jährigen und den zeitweise Kranken!
Summa summarum nur runde 3,1 Millionen Menschen, Schicksale, um die man sich, auch vom DGB nicht zu kümmern braucht!
Und da spricht der Oberste Kreisgewerkschafter von Hoffnung, für die Rentner vielleicht mit den wachsenden Renten oder der wachsenden Kinderarmut, geschuldet der Tatsache, das auch die kleine Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro,demnach 524.000 Personen, einfach nicht mehr gezählt werden. Es geht allen besser!
Der ganze, kleine Bericht liegt der Redaktion vor oder kann wie folgt eingesehen werden: Hilfe, denk ich, Deutschland bei der Nacht – dann bin ich um den Schlaf gebracht. Jeder bringe zur nächsten Demo, jeden Montag vor dem Rathaus, 17:30 Uhr, einen Bürger mit!
Unsere Aussage von 2004: "Hartz IV ist erst der Anfang". Wurde als Nörgelei abgestempelt. Jetzt schreiben wir das Jahr 2008. Beurteilen Sie selbst, wie falsch oder richtig unsere Aussagen waren.
Harald Flötling, Nordhausen
Darin wird von einer hervorragenden Bilanz und von einer Kritik an den Rechenkünsten der Kreisverwaltung gesprochen. Zum Letzteren zu erst. Würde sich der Vorsitzende der Stadtratsfraktion mal im Kreistag blicken lassen oder dessen Haushaltsentwurf mal vornehmen, hätte er nicht vom Sinken der Bedarfszahlen für Arbeitslosengeld 1 und 2–Empfänger, also zu deutsch Arbeitsuchende gehört.
Dies wird durch ein nicht Einfordern von höheren Zuschüssen durch den Landkreis beim Land Thüringen noch verstärkt. Der Kreis hat nicht genug Geld für Hartz 4 Betroffene, zu denen auch Menschen gehören, die täglich einer Arbeit nachgehen.
Der Kreis kann seine Hausaufgaben im Sozialen nicht erfüllen, weil es zu viele Bedürftige gibt. Da läßt man Kinder außen ganz vor, denn dafür sammelt ja der Landrat.
Das zum ersten zur Senkung der Statistik. Und so sieht es nicht nur in Nordthüringen aus, das es sogar schon CDU-Landräte auf die Palme treibt. Nur unser bleibt ruhig. Und weiterhin liegt mir die Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP Fraktion im Bundestag zu den Arbeitslosenzahlen 2007 vor. In der Kernantwort des zuständigen Ministerium geht es darum, das knapp die Hälfte der registrierten Arbeitslosen, man höre und staune, nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in die Statistik erfüllen.
Man also gar nicht schwindeln brauche, weil es ja per Gesetz so ist, das zum Beispiel 680.000 Menschen, obwohl sie vielleicht Arbeit suchen, aber keine Leistungen erhalten, gar nicht mehr registriert werden. Ähnlich ergeht es den 58zigern oder gar den unter 20jährigen und den zeitweise Kranken!
Summa summarum nur runde 3,1 Millionen Menschen, Schicksale, um die man sich, auch vom DGB nicht zu kümmern braucht!
Und da spricht der Oberste Kreisgewerkschafter von Hoffnung, für die Rentner vielleicht mit den wachsenden Renten oder der wachsenden Kinderarmut, geschuldet der Tatsache, das auch die kleine Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro,demnach 524.000 Personen, einfach nicht mehr gezählt werden. Es geht allen besser!
Der ganze, kleine Bericht liegt der Redaktion vor oder kann wie folgt eingesehen werden: Hilfe, denk ich, Deutschland bei der Nacht – dann bin ich um den Schlaf gebracht. Jeder bringe zur nächsten Demo, jeden Montag vor dem Rathaus, 17:30 Uhr, einen Bürger mit!
Unsere Aussage von 2004: "Hartz IV ist erst der Anfang". Wurde als Nörgelei abgestempelt. Jetzt schreiben wir das Jahr 2008. Beurteilen Sie selbst, wie falsch oder richtig unsere Aussagen waren.
Harald Flötling, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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