nnz-online

Damm für Teiche

Donnerstag, 03. April 2008, 16:48 Uhr
Die Meyerschen Teiche in der Windlücke – einem beliebten Nordhäuser Ausflugsziel - bekommen einen neuen Staudamm. Die Arbeiten dazu beginnen in diesen Tagen unter der Leitung des Gewässerunterhaltungsverbandes „Harzvorland“...

Teiche und Damm (Foto: psv) Teiche und Damm (Foto: psv)
Kerstin Windisch zeigt auf den Damm, der derzeit mit Hilfe von Lehm erneuert wird

Ziel der Sanierung des Dammes ist die Erhaltung eines ausreichend hohen Wasserstandes in den Teichen, um die zum Teil einmalige Flora und Fauna zu schützen, die sich dort inzwischen entwickelt hat. Der Bau wird 30.000 Euro kosten und wird von der EU sowie dem Land Thüringen mit 70 Prozent gefördert. Der Abschluss ist in den nächsten Wochen geplant.

„Die drei Teiche waren in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts für die Fischzucht gebaut worden. Heute werden sie nicht mehr genutzt – sind aus diesem Grund aber ökologisch besonders wertvoll“, sagte Kerstin Windisch vom Gewässerunterhaltungsverband. So haben hier unter anderem Blessralle, Teichralle, der Teichrohrsänger, der Sumpfrohrsänger und die Sumpfmeise ihre Heimat gefunden.“ Die Teiche befänden sich darüber hinaus in einem dreifachen Schutzgebiet: „Dem FFH Gebiet `Pfaffenköpfe´, dem Landschaftsschutzgebiet `Alter Stolberg´ sowie dem Naturschutzgebiet `Pfaffenköpfe´. Deshalb müssen wir bei der Sanierung äußerst behutsam vorgehen“, sagte Frau Windisch. So sei die ursprünglich vorgesehen Komplett-Entschlammung der Teiche ausgeschlossen. „Als Alternative wollen wir jetzt den Wasserstand erhöhen – was zu einer Vergrößerung der Wasserfläche führt und damit des Lebensraumes der seltenen Tiere und Pflanzen“

Derzeit fließe aufgrund des schadhaften alten Dammes zu viel Wasser aus den Teichen ab. Der neue Damm werde aus Lehm gefertigt - „und nach seiner Fertigstellung wird der Wasserstand um etwa 2 Meter höher sein als zuvor. Zugleich wird damit der Schilfbewuchs zurückgedrängt, der ebenfalls dazu führte, dass sich der Wasserstand immer weiter verringerte, weil sich die verfaulten Schilfpflanzen als Sediment auf dem Grund des Teiches ablagerten“, so Frau Windisch.

Die Sanierung habe auch für das Naherholungsgebiet insgesamt einen positiven Nebeneffekt: „Nach dem Abschluss der Bauarbeiten wird die derzeit sehr schlechte Zufahrt zu den Teichen aus Nordhausen-Ost profiliert und geschottert, so dass der Weg zur Windlücke insbesondere für Fußgänger und Radfahrer deutlich besser sein wird.“ Auch sollten in Zusammenarbeit mit der Stadt Nordhausen eine Waldschenke sowie weitere Bänke errichtet- sowie einige Obstbäume nachgepflanzt werden. Für den Schutz der Wege seien auch Maßnahmen zur Ableitung des Oberflächenwassers vorgesehen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de