Deusa: Sanierungskonzept gefährdet
Dienstag, 14. Mai 2002, 18:47 Uhr
Bleicherode (nnz). Der Konflikt zwischen der deusa-Geschäftsleitung und dem Betriebsrat ist nicht entschärft. Das wurde heute erneut deutlich.
Die DEUSA International GmbH bereitet weitere Maßnahmen zum Erhalt des traditionsreichen Bleicheröder Kaliwerks vor. Aufgrund der fehlenden Bereitschaft des Betriebsrates, das notwendige Sanierungskonzept zu unterstützen, sehen sich Gesellschafter und Geschäftsführung gezwungen, zum Erhalt des Unternehmens weitere personalpolitische und produktionstechnische Schritte einzuleiten. Auf Empfehlung der unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers beabsichtigt die Geschäftsführung, insgesamt 13 Arbeitsplätze abzubauen. Diese Entscheidung ist notwendig, da der Betriebsrat sowohl die von der Geschäftsführung zugesicherte Arbeitsplatzgarantie als auch die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden abgelehnt hat, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.
Ohne diese Regelung sei jedoch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der DEUSA International nicht möglich. Der Aufgabenbereich dieser Arbeitsplätze - überwiegend Instandhaltung sowie Bischofitverladung - wird an externe Anbieter vergeben. Mit Hilfe dieser Outsourcing-Maßnahmen können die hohen finanziellen Aufwendungen reduziert werden. Diese Entscheidungen der Geschäftsführung wurden heute zur Anhörung dem Betriebsrat vorgelegt.
Wir müssen die Arbeitsstundenzahl pro Woche bei gleichen Grundlöhnen erhöhen, um wirtschaftlich arbeiten zu können und dadurch die Arbeitsplätze zu erhalten., begründet Robert Kerl, Geschäftsführer der DEUSA International GmbH, die mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft diskutierte Arbeitszeiterhöhung in den neuen Verträgen. Die Gehälter der DEUSA-Mitarbeiter liegen laut einer IHK-Studie bei alter Stundenzahl derzeit im Schnitt rund 26 Prozent über denen vergleichbarer Unternehmen in der Region. Auch bei der neuen Stundenzahl sind DEUSA-Mitarbeiter nicht geringer bezahlt als Mitarbeiter bei vergleichbaren anderen Unternehmen der Region, betont Robert Kerl. Nur wenn jeder seinen Anteil jetzt dazu beiträgt, können wir allen Mitarbeitern die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes auch über 2002 hinaus sicherstellen, stellt der Geschäftsführer die Situation dar. Fast die gesamte Belegschaft soll den Bedingungen bereits zugestimmt und somit auch die Chance auf einen gemeinsamen Erfolg wahrgenommen haben, meint die Betriebsleitung.
Während der Großteil der Belegschaft das Sanierungskonzept der DEUSA International unterstütze, bestehte seitens des Betriebsrates immer noch keine Bereitschaft, die Bedingungen in vollem Umfang mit zu tragen. Die durch die Geschäftsführung zugesicherte Arbeitsplatzgarantie sei für den Betriebsrat nicht ausreichend, um die Regelung einer vorübergehenden Arbeitszeitverlängerung zu akzeptieren. Die Einführung der 42-Stunden-Woche wurde durch Erlangen einer einstweiligen Verfügung beim Arbeitsgericht im März diesen Jahres ausgesetzt. Zudem zeigt der Betriebsrat mangelnde Verhandlungsbereitschaft, bereits erteilte Zusagen gegenüber der Geschäftsführung wurden nicht eingehalten, die Belegschaftsmitglieder werden nicht ausreichend über die Abstimmungen informiert. Wir bedauern sehr, dass der Betriebsrat das Engagement der DEUSA-Mitarbeiter ignoriert und die zum Erhalt des Unternehmens zwingend notwenigen Sanierungsmaßnahmen ablehnt, erklärt Robert Kerl. Aufgrund dieses kontraproduktiven Verhaltens hat die Geschäftsführung entschieden, weitere Verhandlungen mit dem Betriebsrat bis zur Neuwahl am 27. Mai einzustellen.
Der vorliegende Investitionsplan zur Sanierung der DEUSA International sieht für einen Zeitraum bis 2005 finanzielle Investitionen in Höhe von rund 13 Millionen Euro vor, die annähernd zur Hälfte vom Land Thüringen gefördert werden. Die ersten Schritte des umfassenden Restrukturierungskonzepts wurden bereits umgesetzt. Insgesamt 3,5 Millionen Euro sind bisher in die Sanierung des Unternehmens eingeflossen. Neben der Modernisierung der eigentlichen Betriebsanlage, die einen reibungslosen Produktionsablauf gewährleistet, wird ein erheblicher Teil der finanziellen Aufwendungen in Maßnahmen zur Sicherheit im Unternehmen investiert, wurde heute in Bleicherode der nnz mitgeteilt. Die veralteten Stahlrohre werden sukzessive durch neue Rohrleitungen modernster Kunststoff-Technologie ersetzt.
Zudem werden die brüchigen Rohrbrücken und alten Isolierungsteile erneuert sowie neue Pumpen installiert. Die zum Teil maroden Gebäude werden abgerissen. In dem freigestellten Gelände werden auf rund 20.000 Quadratmeter integrierte, parallele Produktionseinheiten neu angesiedelt. Weitere 15.000 Quadratmeter stehen für weitere industrielle Zwecke zur Verfügung. Da der Hauptteil der Sanierungsaufträge an Firmen aus der Region geht, sichert die DEUSA International dadurch auch Arbeitsplätze von regionalen Handwerksfirmen.
Autor: nnzDie DEUSA International GmbH bereitet weitere Maßnahmen zum Erhalt des traditionsreichen Bleicheröder Kaliwerks vor. Aufgrund der fehlenden Bereitschaft des Betriebsrates, das notwendige Sanierungskonzept zu unterstützen, sehen sich Gesellschafter und Geschäftsführung gezwungen, zum Erhalt des Unternehmens weitere personalpolitische und produktionstechnische Schritte einzuleiten. Auf Empfehlung der unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers beabsichtigt die Geschäftsführung, insgesamt 13 Arbeitsplätze abzubauen. Diese Entscheidung ist notwendig, da der Betriebsrat sowohl die von der Geschäftsführung zugesicherte Arbeitsplatzgarantie als auch die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden abgelehnt hat, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.
Ohne diese Regelung sei jedoch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der DEUSA International nicht möglich. Der Aufgabenbereich dieser Arbeitsplätze - überwiegend Instandhaltung sowie Bischofitverladung - wird an externe Anbieter vergeben. Mit Hilfe dieser Outsourcing-Maßnahmen können die hohen finanziellen Aufwendungen reduziert werden. Diese Entscheidungen der Geschäftsführung wurden heute zur Anhörung dem Betriebsrat vorgelegt.
Wir müssen die Arbeitsstundenzahl pro Woche bei gleichen Grundlöhnen erhöhen, um wirtschaftlich arbeiten zu können und dadurch die Arbeitsplätze zu erhalten., begründet Robert Kerl, Geschäftsführer der DEUSA International GmbH, die mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft diskutierte Arbeitszeiterhöhung in den neuen Verträgen. Die Gehälter der DEUSA-Mitarbeiter liegen laut einer IHK-Studie bei alter Stundenzahl derzeit im Schnitt rund 26 Prozent über denen vergleichbarer Unternehmen in der Region. Auch bei der neuen Stundenzahl sind DEUSA-Mitarbeiter nicht geringer bezahlt als Mitarbeiter bei vergleichbaren anderen Unternehmen der Region, betont Robert Kerl. Nur wenn jeder seinen Anteil jetzt dazu beiträgt, können wir allen Mitarbeitern die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes auch über 2002 hinaus sicherstellen, stellt der Geschäftsführer die Situation dar. Fast die gesamte Belegschaft soll den Bedingungen bereits zugestimmt und somit auch die Chance auf einen gemeinsamen Erfolg wahrgenommen haben, meint die Betriebsleitung.
Während der Großteil der Belegschaft das Sanierungskonzept der DEUSA International unterstütze, bestehte seitens des Betriebsrates immer noch keine Bereitschaft, die Bedingungen in vollem Umfang mit zu tragen. Die durch die Geschäftsführung zugesicherte Arbeitsplatzgarantie sei für den Betriebsrat nicht ausreichend, um die Regelung einer vorübergehenden Arbeitszeitverlängerung zu akzeptieren. Die Einführung der 42-Stunden-Woche wurde durch Erlangen einer einstweiligen Verfügung beim Arbeitsgericht im März diesen Jahres ausgesetzt. Zudem zeigt der Betriebsrat mangelnde Verhandlungsbereitschaft, bereits erteilte Zusagen gegenüber der Geschäftsführung wurden nicht eingehalten, die Belegschaftsmitglieder werden nicht ausreichend über die Abstimmungen informiert. Wir bedauern sehr, dass der Betriebsrat das Engagement der DEUSA-Mitarbeiter ignoriert und die zum Erhalt des Unternehmens zwingend notwenigen Sanierungsmaßnahmen ablehnt, erklärt Robert Kerl. Aufgrund dieses kontraproduktiven Verhaltens hat die Geschäftsführung entschieden, weitere Verhandlungen mit dem Betriebsrat bis zur Neuwahl am 27. Mai einzustellen.
Der vorliegende Investitionsplan zur Sanierung der DEUSA International sieht für einen Zeitraum bis 2005 finanzielle Investitionen in Höhe von rund 13 Millionen Euro vor, die annähernd zur Hälfte vom Land Thüringen gefördert werden. Die ersten Schritte des umfassenden Restrukturierungskonzepts wurden bereits umgesetzt. Insgesamt 3,5 Millionen Euro sind bisher in die Sanierung des Unternehmens eingeflossen. Neben der Modernisierung der eigentlichen Betriebsanlage, die einen reibungslosen Produktionsablauf gewährleistet, wird ein erheblicher Teil der finanziellen Aufwendungen in Maßnahmen zur Sicherheit im Unternehmen investiert, wurde heute in Bleicherode der nnz mitgeteilt. Die veralteten Stahlrohre werden sukzessive durch neue Rohrleitungen modernster Kunststoff-Technologie ersetzt.
Zudem werden die brüchigen Rohrbrücken und alten Isolierungsteile erneuert sowie neue Pumpen installiert. Die zum Teil maroden Gebäude werden abgerissen. In dem freigestellten Gelände werden auf rund 20.000 Quadratmeter integrierte, parallele Produktionseinheiten neu angesiedelt. Weitere 15.000 Quadratmeter stehen für weitere industrielle Zwecke zur Verfügung. Da der Hauptteil der Sanierungsaufträge an Firmen aus der Region geht, sichert die DEUSA International dadurch auch Arbeitsplätze von regionalen Handwerksfirmen.
