"Happy Birthday, Nordhausen!"
Dienstag, 14. Mai 2002, 10:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit einem Festakt ist gestern der 1075. Geburtstag der Stadt Nordhausen begangen worden. Es gab herzliche Glückwünsche, viele Reden und eine neue Ehrenbürgerin. nnz mit einem Geburtstagsbericht.
Viele Stunden hatte sich das Festkomitee unter Vorsitz von Dr. Manfred Schröter mit dem Ablauf der Veranstaltung beschäftigt. Ablaufpläne wurden entworfen und schließlich entsprechende Einladungen gedruckt. Doch am Anfang sollte alles anders kommen, schließlich fand der Festakt im Theater statt.
Und so machten denn auch Mitarbeiter und Leitung des Hauses erneut auf die schwierige finanzielle Situation aufmerksam. Viele der Gäste schauten sich ob dieses Szenarios erstaunt an. Da gab es Stimmen, die von einem Auftritt sprachen, der dem Anlaß nicht würdig war. Mehr zum Theater und zu dem Vorgetragenen können Sie heute noch in der nnz lesen.
Doch zurück zur Geburtstagsfeier: Eröffnet wurde sie nach einer Ouvertüre des Loh-Orchesters von Dr. Manfred Schröter. Der ehemalige Nordhäuser Bürgermeister begann seine Ausführungen sachlich und kühl. Er stellte fest, dass dieses Stadtfest in einer Zeit der leeren Kassen und sozialer Probleme gefeiert werde. Fast jeder Fünfte Nordhäuser sei arbeitslos. Und doch verspüre er eine Atmosphäre des Stolzes und der Liebe der Nordhäuser zu ihrer Heimatstadt. Die habe sich in den zurückliegenden Monaten einer positiven Veränderung unterziehen müssen, wie sie es in diesem und im vergangenen Jahrhundert nicht gegeben habe. Bei aller unterschiedlichen Bewertung der bisherigen Ergebnisse dieser Veränderungen sei es für Schröter positiv zu bemerken, dass es auch zwei Bürgerinitiativen gebe, die sich mit ihren konkreten Vorstellungen und Zielen und mit ihrem Machen in die jetzigen Umgestaltungen einbringen. Gemeint waren die BI Lutherplatz und Postplatz.
Nach Dr. Schröter hielt Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die eigentliche Geburtstagsrede. Sie wird an dieser Stelle nicht wiedergegeben, in der nnz-doku-Reihe ist der volle Wortlaut zu finden.
Grüße an das Geburtstagskind gab es auch. Eingeladen und gekommen waren die Oberbürgermeister der einstigen mit Nordhausen Freien und Reichstädte Goslar und Mühlhausen. Der Mühlhäuser Oberbürgermeister Dörrbaum betonte in seinen Grußworten sowohl die historischen als auch die aktuellen Gemeinsamkeiten. Letztere bezogen sich vor allem auf die katastrophale finanzielle Situation der Kommunen. Mit einem Schlenker machte Dörrbaum deutlich, dass er eine hohe Wertschätzung für das Engagement der Stadt Nordhausen hinsichtlich des Theaters habe und fügte schmunzelnd hinzu: Jetzt bin ich eigentlich froh, dass das Mühlhäuser Theater nach 1945 abgebrannt ist...! Dörrbaum überreichte Barbara Rinke einen Bierkrug mit Mühlhäuser Gebrautem.
Sein Kollege aus Goslar, Dr. Otmar Hesse, erntete für seine Worte sehr viel Beifall. Hesse ließ sein ausgefertigte Redemanuskript liegen und wandte sich in sehr persönlichen Worten an die Gäste. Eine Chance für beide Städte sieht das Goslarer Stadtoberhaupt zum Beispiel im Tourismus. Die Harzregion müsse verstärkt gemeinsam vermarktet werden, nur so könne gemeinsam die Wirtschaftskraft einer ganzen Region gestärkt werden. Hesse versprach, in der kommenden Zeit die Kontakte zu Nordhausen weiter auszubauen.
Dann stand die Geburtstagsfeier im Zeichen einer Frau: Ilsetraut Glock-Grabe wurde die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nordhausen verliehen. Die Ausgezeichnete hatte sich in den zurückliegenden Jahren um die künstlerische Entwicklung verdient gemacht. Ausstellungen, Leihgaben, eine Stiftung - all das sei unauslöschlich mit dem Namen der ehemaligen Nordhäuserin verbunden, führte die Laudatorin Karin Kisker aus. Sichtlich bewegt bedanke sich Ilsetraut Glock-Grabe für die Ehrung. Sie vergaß aber auch nicht, ihren Nordhäuser Weggefährten für ihr Engagement zu danken. Immer und immer wieder waren und sind ihre Gedanken in ihrer Stadt, in ihrer Straße, bei ihrem Elternhaus in der Nähe des Meyenburg-Museums gewesen. Sie habe die erhebende und erregende Geschichte dieser Stadt zu einem Bruchteil miterlebt. Das, was sich in den zurückliegenden Jahren hier jedoch verändert habe, mache sie immer wieder sprachlos.
Gemeinsam mit den Oberbürgermeistern aus Goslar und Mühlhausen trug sich die jüngste Ehrenbürgerin in das Goldene Buch der Stadt ein. Beendet wurde die Geburtstagsparty mit einem Ständchen von Nordhäuser Kindern und Jugendlichen. Die kamen ganz unbeschwert auf die Bühnen, hatten brennende Wunderkerzen in der Hand und sangen das bekannte Happy Birthday für ihre Stadt. Vor dem Theater hatten sich indes schon die Artisten des Komplotts gegen die Schwerkraft vorbereitet. Sie zelebrierten den Gästen eine gelungene Feuershow.
Autor: nnz
Viele Stunden hatte sich das Festkomitee unter Vorsitz von Dr. Manfred Schröter mit dem Ablauf der Veranstaltung beschäftigt. Ablaufpläne wurden entworfen und schließlich entsprechende Einladungen gedruckt. Doch am Anfang sollte alles anders kommen, schließlich fand der Festakt im Theater statt.
Und so machten denn auch Mitarbeiter und Leitung des Hauses erneut auf die schwierige finanzielle Situation aufmerksam. Viele der Gäste schauten sich ob dieses Szenarios erstaunt an. Da gab es Stimmen, die von einem Auftritt sprachen, der dem Anlaß nicht würdig war. Mehr zum Theater und zu dem Vorgetragenen können Sie heute noch in der nnz lesen.
Doch zurück zur Geburtstagsfeier: Eröffnet wurde sie nach einer Ouvertüre des Loh-Orchesters von Dr. Manfred Schröter. Der ehemalige Nordhäuser Bürgermeister begann seine Ausführungen sachlich und kühl. Er stellte fest, dass dieses Stadtfest in einer Zeit der leeren Kassen und sozialer Probleme gefeiert werde. Fast jeder Fünfte Nordhäuser sei arbeitslos. Und doch verspüre er eine Atmosphäre des Stolzes und der Liebe der Nordhäuser zu ihrer Heimatstadt. Die habe sich in den zurückliegenden Monaten einer positiven Veränderung unterziehen müssen, wie sie es in diesem und im vergangenen Jahrhundert nicht gegeben habe. Bei aller unterschiedlichen Bewertung der bisherigen Ergebnisse dieser Veränderungen sei es für Schröter positiv zu bemerken, dass es auch zwei Bürgerinitiativen gebe, die sich mit ihren konkreten Vorstellungen und Zielen und mit ihrem Machen in die jetzigen Umgestaltungen einbringen. Gemeint waren die BI Lutherplatz und Postplatz.
Nach Dr. Schröter hielt Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) die eigentliche Geburtstagsrede. Sie wird an dieser Stelle nicht wiedergegeben, in der nnz-doku-Reihe ist der volle Wortlaut zu finden.
Grüße an das Geburtstagskind gab es auch. Eingeladen und gekommen waren die Oberbürgermeister der einstigen mit Nordhausen Freien und Reichstädte Goslar und Mühlhausen. Der Mühlhäuser Oberbürgermeister Dörrbaum betonte in seinen Grußworten sowohl die historischen als auch die aktuellen Gemeinsamkeiten. Letztere bezogen sich vor allem auf die katastrophale finanzielle Situation der Kommunen. Mit einem Schlenker machte Dörrbaum deutlich, dass er eine hohe Wertschätzung für das Engagement der Stadt Nordhausen hinsichtlich des Theaters habe und fügte schmunzelnd hinzu: Jetzt bin ich eigentlich froh, dass das Mühlhäuser Theater nach 1945 abgebrannt ist...! Dörrbaum überreichte Barbara Rinke einen Bierkrug mit Mühlhäuser Gebrautem.
Sein Kollege aus Goslar, Dr. Otmar Hesse, erntete für seine Worte sehr viel Beifall. Hesse ließ sein ausgefertigte Redemanuskript liegen und wandte sich in sehr persönlichen Worten an die Gäste. Eine Chance für beide Städte sieht das Goslarer Stadtoberhaupt zum Beispiel im Tourismus. Die Harzregion müsse verstärkt gemeinsam vermarktet werden, nur so könne gemeinsam die Wirtschaftskraft einer ganzen Region gestärkt werden. Hesse versprach, in der kommenden Zeit die Kontakte zu Nordhausen weiter auszubauen.
Dann stand die Geburtstagsfeier im Zeichen einer Frau: Ilsetraut Glock-Grabe wurde die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nordhausen verliehen. Die Ausgezeichnete hatte sich in den zurückliegenden Jahren um die künstlerische Entwicklung verdient gemacht. Ausstellungen, Leihgaben, eine Stiftung - all das sei unauslöschlich mit dem Namen der ehemaligen Nordhäuserin verbunden, führte die Laudatorin Karin Kisker aus. Sichtlich bewegt bedanke sich Ilsetraut Glock-Grabe für die Ehrung. Sie vergaß aber auch nicht, ihren Nordhäuser Weggefährten für ihr Engagement zu danken. Immer und immer wieder waren und sind ihre Gedanken in ihrer Stadt, in ihrer Straße, bei ihrem Elternhaus in der Nähe des Meyenburg-Museums gewesen. Sie habe die erhebende und erregende Geschichte dieser Stadt zu einem Bruchteil miterlebt. Das, was sich in den zurückliegenden Jahren hier jedoch verändert habe, mache sie immer wieder sprachlos.
Gemeinsam mit den Oberbürgermeistern aus Goslar und Mühlhausen trug sich die jüngste Ehrenbürgerin in das Goldene Buch der Stadt ein. Beendet wurde die Geburtstagsparty mit einem Ständchen von Nordhäuser Kindern und Jugendlichen. Die kamen ganz unbeschwert auf die Bühnen, hatten brennende Wunderkerzen in der Hand und sangen das bekannte Happy Birthday für ihre Stadt. Vor dem Theater hatten sich indes schon die Artisten des Komplotts gegen die Schwerkraft vorbereitet. Sie zelebrierten den Gästen eine gelungene Feuershow.