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Der 25. März 1998 und die Folgen

Mittwoch, 19. März 2008, 12:33 Uhr
„ ... und wir treffen uns in Limlingerode.“ Diese Briefzeile der Dichterin Sarah Kirsch ist über die Jahre zu einem geflügelten Wort geworden und ihr Geburtsort in der Öffentlichkeit vielfach präsent. Ein literarischer Rückblick von Heidelore Kneffel in der nnz.


All dies geht zurück auf die Gründung des Fördervereins „Dichterstätte Sarah Kirsch“ am 25. März 1998 im Dorfgemeinschaftshaus in Limlingerode, das im Juni 1997 im Beisein der Dichterin feierlich an die Dorfbewohner übergeben worden war. Lyrikfreunde aus Nordhausen und Limlingerode im Verbund mit der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde - an deren Spitze die damalige Bürgermeisterin Marlis Ludwig - gründeten diesen Verein, der im Geburtsort Sarah Kirschs der Lyrik ein Heimstätte geben wollte.

Dafür wurden die „Limlingeröder Diskurse“ und der Dichterweg „Grüner Junipfad“ erdacht, die alljährlich am letzten Juniwochenende Lyrikinteressierte in das Dorf an der Sete ziehen sollten. Und so geschieht es seit 10 Jahren!

Das Dorfgemeinschaftshaus wurde das erste Domizil des Fördervereins. Hohes Ziel war es aber, das verfallende Geburtshaus auf dem Hügel oberhalb der evangelischen Kirche zu erhalten und dort den Verein zu beheimaten. Ein nicht nur gradlinig vorangehendes Unternehmen mit hohem persönlichen Einsatz mehrerer Personen und Institutionen nahm seinen Lauf!

Am 30. 11. 2002 konnte der gute Ausgang mit der Eröffnung des Geburtshauses unter großer Anteilnahme der Limlingeröder, der Thüringer Prominenz und der Medien festlich, das heißt vor allem dichterisch, begangen werden.

Nun also, am 25. März 2008, freuen sich die Fördervereinsmitglieder, in ganz Deutschland und Japan beheimatet, gemeinsam mit Lyrikfreunden über das erfolgreiche zehnjährige Wirken für die Dichtkunst. Denn zusätzlich zu den beiden Poeten der zweitägigen jährlichen Juni-Diskurse wurden in dieser Zeit mehr als 70 Dichterinnen und Dichter in Programmen vorgestellt, etwas durchaus nicht Alltägliches in der Literaturwelt, noch dazu, da die Programmzusammenstellung und der Vortrag ja ehrenamtlich geschehen! Hinzu kommen die Kunstausstellungen, mittlerweile 24 an der Zahl. Der gute Besuch der allmonatlich angebotenen Veranstaltungen beweist, dass Gedichte durchaus ihr Publikum haben. Hinzu kommen Besuchergruppen, die ein spezielles Sarah-Kirsch-Programm erleben möchten. Die Fördervereinsmitglieder bieten deshalb vier unterschiedliche an.

Über das abwechslungsreiche literarische Leben im Geburtshaus der Dichterin gibt es bibliophile Veröffentlichungen des Fördervereins, in denen die besonders beeindruckenden Ereignisse festgehalten werden. Auch Anfragen zum Leben und Werk der Kirsch gibt es immer wieder, darunter mehrere zur Interpretation ihrer Gedichte, dem wir nachkommen. Gymnasiasten verfassen Belegarbeiten über die Dichterin und ihr Werk, auch denen helfen wir gern beratend. Mancher wünscht Kontakt zur Poetin, den vermittelt der Verein nicht, denn sie möchte Literatur schaffen.

Fazit von zehn Jahren Förderverein „Dichterstätte Sarah Kirsch“ – ja, man trifft sich immer aufs Neue in Limlingerode im Haus Lange Reihe 11.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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