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Kopf ins Loch stecken

Montag, 17. März 2008, 14:44 Uhr
„Mit einem ‚Pfad der Töne’ will die Stadtverwaltung Nordhausen den Stadtpark als zentrumsnahen Erholungs- und Erlebnisbereich aufwerten. Als erstes können Sie Ihren Kopf in einen so genannten Summstein stecken. Mehr dazu mit dem bekannten Klick...

Hier wird gesummt (Foto: psv) Hier wird gesummt (Foto: psv)

„Ein erstes Klangobjekt auf diesem Pfad wurde mit einem Summstein bereits Ende vorigen Jahres gesetzt. Weitere sollen nun folgen“, erläutert Gabriela Sennecke aus dem Rathaus. Darüber hinaus wurde das Areal um den Summstein gepflastert, Bänke wurden aufgestellt und Sträucher gepflanzt. „Der Summstein ist ein Stein mit einem Hohlraum, dem sogenannten „Summloch“. Er dient der Wahrnehmung der Sinne über spielerische Erfahrung mit der eigenen Stimme durch Summen und Resonanz und soll außerdem zur inneren Ruhe und damit Entspannung beitragen“, erklärt sie.

Steckt ein Mensch den Kopf in diese Öffnung und atmet tief summend aus, können die Töne in Resonanz geraten und erzeugen dadurch Vibrationen, die den ganzen Körper erfassen. Die Vibration ist mit der Hand im Halsbereich nachspürbar. Das Summen in verschiedenen Tonlagen löst ein stärkeres oder schwächeres Kribbeln im Körper aus.

Durch die Errichtung des Summsteins soll das sinnliche Erleben entwickelt und gefördert werden. Dabei geht es zum einen um akustische Wahrnehmung und zum anderen um die Aufnahme von Schwingungen, sowie die Erfahrungen von Sprache und die Wirkung der eigenen Stimme auf den Organismus und um das Auffinden seines "eigenen" Tons dem sogenannten „tremor“. Steine mit Summlöchern sind in vorchristlichen Katakomben auf der Insel Malta und in mittelalterlichen Klöstern in der Bretagne entdeckt worden. Sie dienten in verschiedenen alten Kulturen vermutlich zur Heilung und Meditation.

Die Errichtung des Summsteines im Nordhäuser Stadtpark ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Nordhausen mit dem Land Thüringen und der Europäischen Union im Rahmen der Förderung von Lokalen Agenden und wurde aus Mitteln der EU kofinanziert.
Autor: nnz

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