Was auf die Ohren
Donnerstag, 13. März 2008, 07:36 Uhr
Wieder einmal gibt es die Gelegenheit, ein ganz neues Stück bereits vor seiner Uraufführung in Form einer Lesung kennen zu lernen. Da geht es - soviel sei verraten - um junge Talente.
hörbühne (Foto: theater nordhausen)
In der Reihe HÖRBÜHNE – DAS NEUE STÜCK, die durch die Unterstützung des Fördervereins Theater Nordhausen e.V. ermöglicht wird, steht am kommenden Mittwoch (19. März), Am Tag der jungen Talente von Polle Wilbert auf dem Programm. Der junge Autor, hauptberuflich Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, beobachtet die kleinen Dramen im Alltag ganz genau.
Ein Familienvater – ein heftiger Trinker – ist gestorben. Seine zweite Tochter bereitet die Beerdigung beim Bestattungsinstitut Spaten vor (und verliebt sich in den Bestatter), dessen Leitspruch es ist: Nirgendwo habe ich die Menschen so gut kennen gelernt wie hier. Wenn die Menschen sterben, fängt das Leben erst an! Und nach diesem Motto verläuft das Wiedersehen der Familie anlässlich der Beerdigung. Der Kontakt war schon lange nicht mehr eng; in der Vergangenheit haben alle unter der Trunksucht des Vaters leiden müssen. Mutter Elfriede hat sich vor zehn Jahren – auf Anraten ihres Arztes – von der Familie getrennt, ihrem Mann, dem Alkoholiker, hätte sie nicht mehr helfen können. Zur Überraschung aller wird sie nun einen Neuanfang wagen!
Gekommen ist auch Onkel Otto, der Zwillingsbruder des Verstorbenen aus der ehemaligen DDR. Da der Verstorbene Panzer gebaut hatte, durfte er nie in die DDR – und Otto wollte nicht in den Westen fahren, weil ihn die Stasi auf seinen Bruder angesetzt hatte. So konnte nur Elfriede die Verbindung aufrechterhalten, indem sie in den Osten fuhr.
Am Tag der jungen Talente ist heiter, obwohl es ausschließlich um die Vorbereitung einer Beerdigung und das Fellversaufen danach geht. Das Stück ist nicht pietätlos – nicht pietätloser als das Leben selbst. Wilbert lädt dazu ein, auch im scheinbar belanglosen Alltag hinter die Geschichten zu blicken. Was mit unverfänglichem Wortwechsel beginnt, bricht sich Bahn in der Eskalation des Alltäglichen, von wohlhabender Langeweile, deutschen Schicksalen und utopieloser Welt, in der sich die Kinder bisher immer noch nicht eingerichtet haben; so der Sohn, der nun schon Anfang 30 ist, und noch immer – im moribunden Wien – studiert!
An der Lesung im Theater unterm Dach sind beteiligt Bianca Sue Henne als Mutter Elfriede, Juliane Hirschmann, Anja Eisner, und Andreas Nebelung als ihre Kinder, Friedemann Schulz als Onkel Otto und Ronald Winter als Bestattungsunternehmer Walter Spaten.
Die Lesung am 19. März beginnt um 20.00 Uhr im Theater unterm Dach. Karten zum Preis von fünf Euro gibt es an der Theaterkasse, Tel. (0 36 31) 98 34 52 und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz
hörbühne (Foto: theater nordhausen)
In der Reihe HÖRBÜHNE – DAS NEUE STÜCK, die durch die Unterstützung des Fördervereins Theater Nordhausen e.V. ermöglicht wird, steht am kommenden Mittwoch (19. März), Am Tag der jungen Talente von Polle Wilbert auf dem Programm. Der junge Autor, hauptberuflich Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, beobachtet die kleinen Dramen im Alltag ganz genau.
Ein Familienvater – ein heftiger Trinker – ist gestorben. Seine zweite Tochter bereitet die Beerdigung beim Bestattungsinstitut Spaten vor (und verliebt sich in den Bestatter), dessen Leitspruch es ist: Nirgendwo habe ich die Menschen so gut kennen gelernt wie hier. Wenn die Menschen sterben, fängt das Leben erst an! Und nach diesem Motto verläuft das Wiedersehen der Familie anlässlich der Beerdigung. Der Kontakt war schon lange nicht mehr eng; in der Vergangenheit haben alle unter der Trunksucht des Vaters leiden müssen. Mutter Elfriede hat sich vor zehn Jahren – auf Anraten ihres Arztes – von der Familie getrennt, ihrem Mann, dem Alkoholiker, hätte sie nicht mehr helfen können. Zur Überraschung aller wird sie nun einen Neuanfang wagen!
Gekommen ist auch Onkel Otto, der Zwillingsbruder des Verstorbenen aus der ehemaligen DDR. Da der Verstorbene Panzer gebaut hatte, durfte er nie in die DDR – und Otto wollte nicht in den Westen fahren, weil ihn die Stasi auf seinen Bruder angesetzt hatte. So konnte nur Elfriede die Verbindung aufrechterhalten, indem sie in den Osten fuhr.
Am Tag der jungen Talente ist heiter, obwohl es ausschließlich um die Vorbereitung einer Beerdigung und das Fellversaufen danach geht. Das Stück ist nicht pietätlos – nicht pietätloser als das Leben selbst. Wilbert lädt dazu ein, auch im scheinbar belanglosen Alltag hinter die Geschichten zu blicken. Was mit unverfänglichem Wortwechsel beginnt, bricht sich Bahn in der Eskalation des Alltäglichen, von wohlhabender Langeweile, deutschen Schicksalen und utopieloser Welt, in der sich die Kinder bisher immer noch nicht eingerichtet haben; so der Sohn, der nun schon Anfang 30 ist, und noch immer – im moribunden Wien – studiert!
An der Lesung im Theater unterm Dach sind beteiligt Bianca Sue Henne als Mutter Elfriede, Juliane Hirschmann, Anja Eisner, und Andreas Nebelung als ihre Kinder, Friedemann Schulz als Onkel Otto und Ronald Winter als Bestattungsunternehmer Walter Spaten.
Die Lesung am 19. März beginnt um 20.00 Uhr im Theater unterm Dach. Karten zum Preis von fünf Euro gibt es an der Theaterkasse, Tel. (0 36 31) 98 34 52 und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
