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Alle verlieren, eine gewinnt

Freitag, 29. Februar 2008, 11:56 Uhr
Bis zum Jahr 2020 wird in allen größeren Städten Thüringens deutlich weniger Einwohner geben. Doch es gibt auch einen Lichtblick, wenn auch weit weg von Nordthüringen...


Die Entwicklung der Bevölkerung in Städten Thüringens mit mehr als 10.000 Einwohnern wird bis zum Jahr 2020 unterschiedlich verlaufen. Nur die Stadt Hildburghausen wird mit 0,3 Prozent einen sehr geringen Bevölkerungszuwachs verzeichnen können. Für alle anderen großen Städte über 10 000 Einwohner ist im Vorausberechnungszeitraum ein Bevölkerungsverlust zu erwarten. Dieser wird von 21,4 Prozent für die Stadt Greiz bis 1,9 Prozent für die Stadt Heilbad Heiligenstadt reichen.

In all diesen Städten werden im Vorausberechnungszeitraum mehr Menschen sterben als geboren werden. Bis auf die Stadt Leinefelde-Worbis wird in allen anderen Städten der Sterbefallüberschuss Hauptursache des Bevölkerungsrückganges sein. Bezogen auf das Basisjahr, den Bevölkerungsstand am 31.12.2006, schwankt der Sterbefallüberschuss je 1 000 der Bevölkerung beachtlich.

Ein geringer Sterbefallüberschuss ist in der Stadt Heilbad Heiligenstadt mit 40 je 1 000 der Bevölkerung und in der Stadt Leinefelde-Worbis mit 44 je 1 000 der Bevölkerung zu erwarten. An der Spitze der Rangliste mit den höchsten Sterbefallüberschüssen wird man die Stadt Greiz (140), die Stadt Meuselwitz (126) und die Stadt Altenburg (125) finden.

Verschärft wird der Prozess des Bevölkerungsrückgangs in fast allen Städten durch die zu erwartenden Wanderungsverluste. Nur die Städte Heilbad Heiligenstadt, Nordhausen, Bad Salzungen und Hildburghausen werden im Vorausberechnungszeitraum Wanderungsgewinne verbuchen können. Dabei hat die Stadt Hildburghausen den höchsten Zuwachs mit 69 je 1 000 der Bevölkerung und die Stadt Bad Salzungen den geringsten mit 2 je 1 000 Personen.

Einzig die Stadt Hildburghausen ist in der Lage, den Sterbefallüberschuss im Vorausberechnungszeitraum durch den Wanderungsgewinn zu kompensieren. In den Städten Ilmenau und Pößneck werden sich Zuzüge und Fortzüge über den Zeitraum von 14 Jahren nahezu ausgleichen.

Neben diesen Bevölkerungsverläufen wird eine zunehmende Überalterung charakteristisch für die Entwicklung in den nächsten Jahren sein. Diese Überalterung drückt sich u.a. im Durchschnittsalter aus. Die durchschnittlich 'älteste' kreisangehörige Stadt mit mehr als 10 000 Einwohnern in Thüringen wird im Jahr 2020 - wie bereits im Basisjahr - die Stadt Greiz sein. Das Durchschnittsalter der Greizer wird sich von 2006 bis 2020 um 5,8 Jahre auf 53,9 Jahre erhöhen.

Die 'jüngste' im Bericht ausgewiesene Stadt wird im Jahr 2020 die Stadt Heilbad Heiligenstadt mit durchschnittlich 46,6 Jahren sein. Mit einer Zunahme des Durchschnittsalters um 3,4 Jahre nimmt diese Stadt gleichzeitig Platz eins in der Rangliste der geringsten Zunahmen ein. Mit 3,5 Jahren und 4,0 Jahren folgen die Städte Hildburghausen und Pößneck auf Platz zwei und drei.

Die Bevölkerung der Stadt Leinefelde-Worbis - im Jahr 2006 noch die 'jüngste' - altert mit 6,7 Jahren am deutlichsten und wird 2020 im Durchschnitt 49,2 Jahre alt sein.
Autor: nnz

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