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Wackere Rückschau

Mittwoch, 27. Februar 2008, 07:35 Uhr
In 16 Runden der Thüringenliga-Saison 2007/2008 reiften nicht alle Blütenträume des Vereins. Bevor die erste Mannschaft am kommenden Sonnabend zum Angstgegner nach Schmölln reist, soll ein Blick zurück auf den bisher absolvierten Verlauf in der Landesliga geworfen werden. Verantwortlich dafür ist Klaus Verkouter.


Wacker 90 belegt gegenwärtig den 9. Platz und hat damit nicht alle Erwartungen der nach wie vor großen Anhängerschar und der Vereinsführung erfüllt. Sicherlich sind die Spieler um Trainer Burkhard Venth selbst am meisten enttäuscht und haben die entsprechenden Lehren für das Restprogramm gezogen, um das zu verändern, was in ihren eigenen Kräften steht.

Von den 16 Begegnungen wurden nur fünf gewonnen, aber sieben gingen verloren. Mit den vier Unentschieden ergibt das magere 19 Punkte, dreizehn davon wurden zu Hause geholt. Sicherlich wurden in einigen Partien Punkte unglücklich vergeben, so in beiden Spielen gegen Gotha, in Steinach oder gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II. Auch wenn einige Fans die Schuld manchmal bei den Männern in Schwarz gesehen haben, sollte Ursachenforschung vordergründig bei der Mannschaft selbst beginnen.

Ein Blick auf das Torverhältnis, das 26:34 lautet, sagt doch genug: Die Chancenauswertung und das Abwehrverhalten, besonders bei Standardsituationen wie Freistößen, waren nicht optimal. Der junge Mittelfeldmann Stephan Hoffmann erzielte mit elf die meisten Treffer und Lars Pohl, oft als einzige Sturmspitze auf sich allein gestellt, vollendete achtmal, alle anderen eingesetzten Feldspieler schossen zusammen ganze sieben Tore. Diese gehen auf das Konto von Ciesla (3), Ebert (2), Elle und Pascheit (je 1). Man war also sehr leicht ausrechenbar. Die Testspiele zeigten, dass sich aber etwas bewegt – auf fast allen Positionen.

In der Thüringenliga wurden insgesamt 347 Spieler eingesetzt. Das entspricht einem Durchschnitt von 21,7 pro Mannschaft. Burkhard Venth gab zwanzig Akteuren Gelegenheit, ihr Können zu beweisen. Alle 16 Spiele bestritten Ciesla (1366 Minuten), Ebert (1404), Elle (1392), Finsterbusch (1419), Hoffmann (1367) und Pohl (1400), keiner von ihnen jedoch alle 1440 möglichen Minuten. Auf 15 Einsätze kamen Töpfer (1350) und Taute (1317). Lattmann (1169) und Wenzel (524) spielten 14-mal. Der lange verletzte Kapitän Pistorius (906) kam wie Pascheit (174) 11-mal zum Zuge. T. Steinberg wurde 10-mal aufgeboten (850), Heise 7-mal (341), Hirschelmann 6-mal (540), N. Steinberg spielte viermal (141), je dreimal Jochmann (109) und Heinemann (10), zweimal Dobrzykowsky (12) und einmal Zietz (21).

Was die Spieler auszeichnet, ist eine wohltuende Fairness. Man liegt hier auf dem 4. Platz, damit erzielt man nur leider keine Punkte, nicht einmal Bonuspunkte bei den Schiedsrichtern.
Mannschaften mit einer deutlich härteren Gangart (Erfurt, Steinach, Gotha, Sondershausen, Geisa) liegen in der Ligatabelle vor uns. Lassen sich die Neunziger zu schnell beeindrucken?

Auch in der Zuschauergunst rangiert Wacker im Vorderfeld. Von den 27 551 Zuschauern in der Thüringenliga gingen allein 2 847 in Nordhausen zum Fußball. Der FSV belegt damit knapp den 1. Platz vor Mühlhausen (im Durchschnitt etwa 356 pro Heimspiel). Zusammen mit den Auswärtsspielen zog Wacker immerhin etwa 4 450 Fans zum Besuch an. Das zugkräftigste Spiel in der Liga fand in Nordhausen statt – gegen Sondershausen mit 817 Gästen.

Den schlechtesten Tabellenrang hatte Wacker nach dem 2. Spieltag inne (letzter Platz). Am besten lag man nach dem 10. Spieltag (7.). Wie so oft ging vor Weihnachten etwas die Puste aus, als Wacker aus vier Partien von 12 möglichen Punkten lediglich einen holte – und den im wohl besten Spiel in Rudolstadt beim 3:3. Mit Schönberger, Wiegleb, Klaus und Deistung – alle in den Testspielen bereits eingesetzt – sowie Rückkehrer Brack und nachrückenden Talenten aus der Zweiten und dem Nachwuchs sollten jetzt mehr Variationsmöglichkeiten bestehen. Ob das schon gegen Schmölln klappt, bleibt abzuwarten.

Auch wenn die erste Mannschaft immer das Aushängeschild eines Vereins ist, darf nicht unerwähnt bleiben, dass die zweite Mannschaft von Trainer Fuhrmann in der Bezirksliga nach 16 Punkterunden mit vier Zählern Rückstand auf Treffurt einen hervorragenden 2. Platz belegt.

Im Nachwuchsbereich stehen die jüngsten Akteure des FSV Wacker 90 Nordhausen so da: Die E2-Junioren belegen den 1. Platz, jeweils Zweite in ihren Staffeln sind die D-, E-, F-, F2- und G-Junioren. Lediglich die A- (9.), B- (8.), C- (4.), C2- (7.) und D2-Junioren (8.) nehmen keine Spitzenplätze ein, doch diese Jahrgänge sind zeitlich gesehen die nächsten „Nachrücker“.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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