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Wohnungslose im Nationalsozialismus

Dienstag, 26. Februar 2008, 15:55 Uhr
Anlässlich des 70. Jahrestages der Aktion „Arbeitsscheu Reich“, im Zuge derer die Nationalsozialisten über 10 000 Menschen als sogenannte „Asoziale“ in die Konzentrationslager verschleppten, wird in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora die Sonderausstellung Wohnungslose im Nationalsozialismus gezeigt. Die nnz mit ersten Einblicken.


1933 setzte die Verfolgung von Wohnungslosen, Bettlern und sogenannten Arbeitsscheuen ein, die in Arbeitslagern, geschlossenen Anstalten und Arbeitshäusern interniert wurden. Das Regime ließ als „asozial“ eingestufte Menschen zwangssterilisieren und seit Ende 1937 zur Zwangsarbeit in die Konzentrationslager einweisen. Die Sonderausstellung beleuchtet die Verfolgungsgeschichte der Wohnungslosen, die zur Gruppe der als „asozial“ Verfolgten gehörten. Diese blieben auch nach 1945 ausgegrenzt: Überlebende „Asoziale“ blieben in Ost- und Westdeutschland lange von Entschädigungszahlungen ausgeschlossen und wurden weiterhin gesellschaftlich geächtet.

Die Ausstellung wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe e.V. erstellt. Prof. Dr. Wolfgang Ayaß, der als Historiker die Schau konzipiert hat, wird anlässlich der Eröffnung mit einem Vortrag in die Thematik einführen. Bevor sich Wolfgang Ayaß wissenschaftlich mit dem Thema „Asoziale“ im Nationalsozialismus auseinandersetzte, war er mehrere Jahre als Sozialarbeiter im Nachtasyl der Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe tätig.

Der Vortrag findet anlässlich der Ausstellungseröffnung am 3. März 2008 um 17.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora statt. Die Ausstellung ist bis zum 20. Mai 2008 zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.
Autor: nnz

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