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Rinke: „Nicht mehr hinnehmbar!“

Dienstag, 26. Februar 2008, 13:41 Uhr
Wandern in und um Nordhausen ist in diesen Tagen ein Thema, nicht nur für die Karst- und Gipsfreunde. Auch der normale Wanderer hat so seine Not. Selbst Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) meint: „Jetzt reicht es!“

Unpassierbar (Foto: psv) Unpassierbar (Foto: psv)
Der „Schwarze Weg“ zwischen Himmelgarten und Steigerthal lädt schon bei relativ trockenem Wetter nicht zum Wandern ein. Bei Regen ist er praktisch unpassierbar

„Wir haben es nicht zum ersten Mal thematisiert - jetzt ist es allerdings nicht mehr hinnehmbar“, hat Nordhausen Oberbürgermeisterin Barbara Rinke mit Blick auf den schlechten Zustand vieler Rad- und Wanderwege im Nordhäuser Stadtgebiet und darüber hinaus auch im gesamten Kreisgebiet gesagt. Sie appelliere insbesondere an die Eigentümer und Nutzer von Landwirtschafts- und Forstflächen, nach der Nutzung der Wege für die Zu- und Abfahrt diese wieder in einen „akzeptablen Zustand“ zu versetzen – „die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sind einzuhalten!“

„Es ist klar, dass die Eigentümer ihre Flächen erreichen müssen. Aber die Pflicht zur anschließenden Wiederherstellung ist ebenso unverrückbar. Dieser Pflicht kommen auch einige Nutzer der Wege nach, wie zum Beispiel einige Forstbetriebsgemeinschaften oder die Nutzer der Wege in Sundhausen. So hat dort ein ansässiger Landwirtschaftsbetrieb die nötigen Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Er hat die Wege gesplittet und gewalzt - ein solches Engagement wünscht man sich an anderen Stellen auch. All´ jene Eigentümer, die dieser Pflicht nicht nachkommen, werden wir in den kommenden Wochen nachdrücklich daran erinnern“, sagte Frau Rinke.

Gerade in den zurückliegenden Monaten sei die Stadtverwaltung mit zahlreichen Beschwerden von Bürgern konfrontiert worden. Auch für die Bürgermeister in den Nordhäuser Ortsteilen seien die zerfahrenen und teilweise nicht mehr passierbaren Wege ein großes Ärgernis. Zusätzlich zum desolaten Zustand der Wege beobachte sie einen „Schwund“ an Wanderwegen: „Es ist augenfällig, dass an vielen Stellen die Landwirtschaft immer dichter an diese öffentlichen Wege heranpflügt, bis sie letztlich nicht mehr vorhanden sind.“

„Damit sind viele Naherholungsgebiete in der Nordhäuser Umgebung für die Einheimischen nur unter großen Schwierigkeiten erreichbar. Ganz zu schweigen davon, dass wir damit in der überregionalen touristischen Vermarktung des herrlichen Südharzes nicht in die Offensive gehen können.“ Touristen würden sich nur einmal über die Wege quälen - „dann sieht man sie nie wieder. Und das kann man gut verstehen. Selbst der Karstwanderweg ist an vielen Stellen von dieser Zerstörung betroffen“, sagte Frau Rinke.

Beispiele für die Zerstörung der Wege seien der Wanderweg im Waldgebiet an den Meyerschen Teichen zwischen Windlücke und Steigerthal sowie der Verbindungsweg zwischen der Windlücke und Buchholz. „Hier wurden durch die privaten Besitzer sicher notwendige forst- und landwirtschaftliche Maßnahmen durchgeführt - die Wege allerdings völlig zerfahren hinterlassen.“

Ein prominentes Beispiel sei auch der „Schwarze Weg“ zwischen Himmelgarten und Steigerthal. „Der Weg - immerhin auch eine historische und beliebte Verbindung - ist für Radfahrer gar nicht mehr und für Fußgänger kaum noch passierbar. Da ist der Ärger bei den Menschen natürlich groß“. Ähnliches gelte auch für die Wanderwege rings um das Stadtgebiet.
Autor: nnz

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