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Wie geht es in Sülzhayn weiter?

Freitag, 03. Mai 2002, 12:09 Uhr
Sülzhayn (nnz). Mehrfach hatte die nnz in den vergangenen Monaten über Entwicklungen in Sülzhayn informiert. Der Gesundheitstourismus sollte dort etabliert werden. Eine gemeinnützige Gesundheitsgesellschaft wurde gegründet. Jetzt steht alles auf der Kippe.


Der Chef der Bremer Sozial-Konzept AG, Udo Unbehaun, trotzig: „Es geht es in Sülzhayn weiter!“. Seiner Ansicht nach zeigte sich jedoch das Thüringer Wirtschaftsministerium in den letzten Gesprächen wenig kooperativ. Noch im vergangenen Jahr machten sowohl Unbehaun, als auch Vertreter des Landkreises Nordhausen dort ein großes Interesse am Sülzhayner Projekt aus. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Egon Primas hätte sich mehrfach dafür verwandt.

Schließlich solle der Ort in seiner Entwicklung vorangebracht werden. Die Idee des Bremers kam in Sülzhayn sehr positiv an. Gegenüber nnz sprach Unbehaun in dieser Woche von rund 100 Arbeitsplätzen, die im Südharz geschaffen werden könnten. Leerstehende Immobilen könnten „ersetzt“ oder saniert werden. Doch dann wurden in dieser Woche in Erfurt Fragen gestellt. Eine Referatsleiter wollte wissen: Warum soll das Projekt ausgerechnet in Sülzhayn etabliert werden? Wie sieht die Finanzierung, wie sehen die Referenzen des Bremer Unternehmens aus? In Richtung des Standortes konnte Unbehaun Ausführungen machen. Zur Finanzierung und zu Referenzen soll der Bremer viele Antworten schuldig geblieben sein, erläuterte der Leiter des Büros von Landrat Claus, Manfred Thiel, der nnz.

Wie die nnz weiter erfuhr, wolle die Sozial-Konzept AG zuerst Fördermittel bewilligt bekommen, und darauf die Finanzierung des Vorhabens aufbauen. Das aber sei für das Wirtschaftsministerium nicht der geeignete Weg, erst solle das Finanzierungskonzept, sollten Bürgschaften auf den Tisch gelegt werden. Nun auf dieser Grundlage könne letztlich weiterverhandelt werden.

Aus Sicht des Landratsamtes ein durchaus nachvollziehbarer Weg. Dort sieht man nun Udo Unbehaun in der Pflicht. Er solle die aufgegebenen Hausaufgaben machen, dann könne man sich auch der inhaltlichen Seite des Vorhabens annehmen. Diese Seite wird auch Nordhäuser und aus Ellricher Sicht durchaus als sehr positiv bewertet. Sollten die Hausaufgaben nicht erledigt werden, dann könnte der Gesundheitstourismus im Südharzörtchen auf sehr wackligen Füßen stehen.

Davon will Udo Unbehaun allerdings nichts wissen. Er verfolgt sein Konzept weiter. „Es geht trotzdem los“, kündigt er an und will schon Anfang Juni die ersten Ausbildungsverträge für Pflegeassistenten unterschreiben. Zur Sülzhayner Vorgeschichte finden sie Informationen im Archiv der nnz.
Autor: nnz

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