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nnz-jukebox: Kauboiz aus der Schweiz

Donnerstag, 21. Februar 2008, 17:54 Uhr
Wer auf dem internationalen Musikmarkt antritt und sich "Prekmurski kavbojci" nennt, dem mangelt es nicht an Selbstvertrauen. An internationalen Songkontesten werden sie wohl auch nicht teilehmen - obwohl ihre Musik internationaler ist, als so eine ganzer Contest. Olaf Schulze hat für die nnz eine erstaunliche Kapelle gehört.


Prekmurski Kavbojci | „Für Dich“ | (Bivak)


Was einst als Geburtstagspartyspaß in Slowenien begann, ist inzwischen eine ausgewachsene sechsköpfige Neofolkformation bester Sorte geworden. Vom großen, für meine Begriffe durchaus gerechtfertigten Selbstvertrauen der Band zeugt auch das tapfere Festhalten am nahezu unaussprechlichen Namen der Kapelle: Prekmurski Kavbojci.

In ihrem aktuellen Album „Für dich“ treten die in der Schweiz beheimateten internationalen Musiker eindrucksvoll den Beweis an, dass es eigentlich kein musikalisches Genre gibt, in dem sie nicht gekonnt und lustvoll wildern könnten.

Dem ursprünglich zugrunde liegenden schweißtreibenden Balkansound fügen sie Polka-, Punk-, Oldtimejazz- und Klezmerelemente hinzu, dass sich der Hörer plötzlich auf einem jüdisch-orientalischen Basar wähnt, um im nächsten Augenblick mit handfesten Rockakkorden in seine europäische Gegenwart zurückgeholt zu werden. Auch auf ein „Wiener“lied in bester Kaffeehaus-Schmäh-Tradition verzichten sie nicht. Ein Grundthema durchzieht die Platte der „Kauboiz“ wie ein roter Faden. Sie nennen es „ride the punani“ und gestalten es mal hymnisch, mal im Stile einer Zirkuskapelle.

Ob Ähnlichkeiten mit einigen verrückten finnischen Bands gewollt sind, wage ich zu bezweifeln, ähnlich verrückt wie bspw. Eläkeläiset sind Prekmurski Kavbojci aber auf jeden Fall. Dem deutschen Folkfreund wird auffallen, dass sich das gesamte Ensemble mühelos bei den „17 Hippies“ integrieren ließe.

Also ein vielfältiger musikalischer Spaß, der getrieben wird von ausgelassenen osteuropäischen Tänzen, die auf westeuropäische Jazzmusik sowie Rock- und Folkelemente treffen. Eine Mischung, die beim Hörer gute Laune verbreitet und das Tanzbein zucken lässt. Vermutlich ist es auch genau das, was die Jungs um Sänger Peter Santos vorhatten, als sie die 15 Kompositionen aufnahmen. Und dann noch diese freundliche Widmung im Titel: „Für dich“.

Da kann man eigentlich nicht mehr widerstehen, oder?
Autor: osch

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