Jetzt endlich über Werte diskutieren
Montag, 29. April 2002, 15:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Thüringen trauert. Nach der Trauer muß jedoch gehandelt werden. Da ist auch die Politik gefragt. Gegenüber nnz macht Landrat Joachim Claus (CDU) seine Forderungen auf.
Warum sind wir früher mit einer gewissen Lust in die Schule gegangen, fragt Claus und antwortet prompt: Wir bekamen die Schule als Notwendigkeit vermittelt, uns auf das spätere Leben vorzubereiten, man hat uns die Lust vermittelt. Was Joachim Claus damit sagen will ist einfach: Es muß nun endlich mit einer Wertediskussion begonnen werden, in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Wie es derzeit in der Gesellschaft damit bestellt ist, könne jeder nachvollziehen, vor allem in den Medien. Da reisen sogenannte Sozialhilfeempfänger von einer Talkshow in die andere und erzählen ihre Märchen, da werden täglich Tausende Gewaltvideos verkauft oder ausgeliehen. Zuvor werden sie aber produziert. Da verdient einer in einem Rennauto Millionen Euro, zahlt in Deutschland nicht einen Pfennig Steuern, und wird als Idol dargestellt. Da lässt sich ein anderer in einen Container einsperren und geht als Millionär nach Hause. Der normale Mensch spielt in gewissen Medien überhaupt keine Rolle mehr.
Worte, die hart klingen, die die derzeitige Realität aber beschreiben. Wo bleibt der Mensch, der jeden Tag ganz normal seinen Job macht, der seine Steuern zahlt, mit seinen Problemen? Und doch, ist sich der Landrat sicher, sind jene Menschen immer noch in der Mehrheit. Finden sie aber Gehör?
Nach Ansicht von Claus müsste nun diskutiert werden, was zum Beispiel diese - unsere - Gesellschaft zusammenhält. Für ihn ist es jedoch makaber, dass es zu dieser notwendigen Diskussion immer eines schrecklichen Ereignisses bedürfe. In die kommenden Gespräche sollen sich nicht nur die Politiker einmischen, hier sei eine breite Basis gefordert. Die Politiker sollten aber genau zuhören und dann ihre Schlüsse ziehen. Vielleicht sei es machbar, in den kommenden Wochen und Monaten parteipolitische Grenzen temporär verschwinden zu lassen.
Autor: nnzWarum sind wir früher mit einer gewissen Lust in die Schule gegangen, fragt Claus und antwortet prompt: Wir bekamen die Schule als Notwendigkeit vermittelt, uns auf das spätere Leben vorzubereiten, man hat uns die Lust vermittelt. Was Joachim Claus damit sagen will ist einfach: Es muß nun endlich mit einer Wertediskussion begonnen werden, in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Wie es derzeit in der Gesellschaft damit bestellt ist, könne jeder nachvollziehen, vor allem in den Medien. Da reisen sogenannte Sozialhilfeempfänger von einer Talkshow in die andere und erzählen ihre Märchen, da werden täglich Tausende Gewaltvideos verkauft oder ausgeliehen. Zuvor werden sie aber produziert. Da verdient einer in einem Rennauto Millionen Euro, zahlt in Deutschland nicht einen Pfennig Steuern, und wird als Idol dargestellt. Da lässt sich ein anderer in einen Container einsperren und geht als Millionär nach Hause. Der normale Mensch spielt in gewissen Medien überhaupt keine Rolle mehr.
Worte, die hart klingen, die die derzeitige Realität aber beschreiben. Wo bleibt der Mensch, der jeden Tag ganz normal seinen Job macht, der seine Steuern zahlt, mit seinen Problemen? Und doch, ist sich der Landrat sicher, sind jene Menschen immer noch in der Mehrheit. Finden sie aber Gehör?
Nach Ansicht von Claus müsste nun diskutiert werden, was zum Beispiel diese - unsere - Gesellschaft zusammenhält. Für ihn ist es jedoch makaber, dass es zu dieser notwendigen Diskussion immer eines schrecklichen Ereignisses bedürfe. In die kommenden Gespräche sollen sich nicht nur die Politiker einmischen, hier sei eine breite Basis gefordert. Die Politiker sollten aber genau zuhören und dann ihre Schlüsse ziehen. Vielleicht sei es machbar, in den kommenden Wochen und Monaten parteipolitische Grenzen temporär verschwinden zu lassen.
