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Ein Knoten - vier Tarife

Montag, 29. April 2002, 15:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Lückenschluss von Nordhäuser Straßenbahn und Harzer Schmalspurbahnen ist nach Ansicht der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" ein weiterer Schritt zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in der Nordhäuser Region. Die Bahn-Experten haben aber auch einen Schwachpunkt gefunden.


Nun können Reisende der Deutschen Bahn AG vom Bahnhof in nur wenigen Metern über den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz barrierefrei und somit sehr mobilitätsgerecht in die Busse des Busverkehrs Nordhausen (BVN), in die Harzer Schmalspurbahnen oder in die Nordhäuser Straßenbahn umsteigen. Allerdings ist jeder Wechsel eines Verkehrsunternehmens auch mit einem neuen Fahrkartenkauf verbunden, was zu einer deutlichen Schmälerung der Attraktivität und Akzeptanz des ÖPNV in Nordhausen führt.

Wer zum Beispiel von Niedersachswerfen nach Nordhausen zum Krankenhaus fahren möchte und anschließend noch kleine Einkäufe in Nordhausen und Niedersachswerfen zu tätigen hat, steht vor einer tariflichen Irrfahrt. Für die weniger als 20 km lange Fahrt werden bei Benutzung der DB AG, Nordhäuser Straßenbahn, BVN und HSB vier verschiedene Fahrkarten benötigt. Hier gibt es also noch viel Handlungsbedarf, die mit dem seit Jahren geplanten Verkehrsverbund Nordthüringen mit einem Schlag gelöst werden könnten.

Der Sprecher der Initiative, Burkhard Breme, befürchtet mit Blick auf die anstehende Landesgartenschau im Jahre 2004 ohne Verkehrsverbund eine kräftige Blamage der Region auch über die Landesgrenzen hinaus und mahnt, dass die Region beim Verkehrsverbund an einem Strang ziehen müsse.
Autor: nnz

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