nnz-Dokumentation (2): Offener Brief
Sonntag, 28. April 2002, 09:14 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). Nach dem Amoklauf im Erfurter Gutenberg-Gymnasium hat sich Thüringens Kultusminister Michael Krapp in einem offenen Brief an alle Thüringer Schulen gewandt. nnz veröffentlicht das Schreiben in seiner Dokumentations-Reihe.
Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Damen und Herren,
am vergangenen Freitag ist Unfassbares in einer Erfurter Schule geschehen. 17 Menschen verloren binnen weniger Minuten ihr Leben. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Die Untat eines Einzelnen erschüttert uns zutiefst. Schüler und Kollegen wurden Augenzeugen des Verbrechens und werden dies nie vergessen können.
Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen und viele weitere Helfer haben alles in ihren Kräften stehende getan, um weiteres Leid zu verhindern. Behörden, die Kirchen und Verbände sowie viele hilfsbereite Menschen aus Thüringen und anderen Ländern tun alles, um das zugefügte Leid zu lindern.
Ich bitte alle Pädagogen an den Thüringer Schulen zu Beginn des Unterrichts in der kommenden Woche in angemessener Weise mit ihren Schülerinnen und Schülern über dieses Ereignis zu sprechen. Viele Fragen verlangen nach Antworten. Nicht alle Antworten werden wir sogleich finden. Ich bin aber sicher, dass uns diese Gespräche helfen, nicht in Trauer und Angst zu verharren, sondern uns unserer Verantwortung für das Leben gerade in dieser Situation wieder besonders bewusst zu werden.
Wenn Sie für schulpraktische Probleme und Fragen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom vergangenen Freitag vor Ort niemanden finden können, der Ihnen hilft, rufen Sie bitte folgende Telefonnummer an: 0800/1073107. Wir werden diese schwierige Situation nur gemeinsam meistern können.
In diesem Sinne bin ich Ihr
Dr. Michael Krapp
Autor: nnzLiebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Damen und Herren,
am vergangenen Freitag ist Unfassbares in einer Erfurter Schule geschehen. 17 Menschen verloren binnen weniger Minuten ihr Leben. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Die Untat eines Einzelnen erschüttert uns zutiefst. Schüler und Kollegen wurden Augenzeugen des Verbrechens und werden dies nie vergessen können.
Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen und viele weitere Helfer haben alles in ihren Kräften stehende getan, um weiteres Leid zu verhindern. Behörden, die Kirchen und Verbände sowie viele hilfsbereite Menschen aus Thüringen und anderen Ländern tun alles, um das zugefügte Leid zu lindern.
Ich bitte alle Pädagogen an den Thüringer Schulen zu Beginn des Unterrichts in der kommenden Woche in angemessener Weise mit ihren Schülerinnen und Schülern über dieses Ereignis zu sprechen. Viele Fragen verlangen nach Antworten. Nicht alle Antworten werden wir sogleich finden. Ich bin aber sicher, dass uns diese Gespräche helfen, nicht in Trauer und Angst zu verharren, sondern uns unserer Verantwortung für das Leben gerade in dieser Situation wieder besonders bewusst zu werden.
Wenn Sie für schulpraktische Probleme und Fragen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom vergangenen Freitag vor Ort niemanden finden können, der Ihnen hilft, rufen Sie bitte folgende Telefonnummer an: 0800/1073107. Wir werden diese schwierige Situation nur gemeinsam meistern können.
In diesem Sinne bin ich Ihr
Dr. Michael Krapp
