Vielen Firmen droht die Pleite
Sonntag, 28. April 2002, 09:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Bis zu 4000 Firmen aus der Branche drohe nach Aussagen des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Dieter Philipp, das Aus. Dazu der folgende nnz-Beitrag.
"Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, fürchte ich sogar, dass diese Zahlen noch zu optimistisch sind", sagte Philipp und verwies dabei auf die gegenwärtige Krise, unter der die 860.000 Betriebsinhaber zu leiden haben. Durch die allein in diesem Jahr bis zu 60.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.
Der Verbandspräsident monierte, dass entgegen den Versprechungen der Bundesregierung die steuerliche Belastung der Personenunternehmen trotz Steuerreform gestiegen sei, ebenso die Lohnzusatzkosten. Mit der Konsequenz, dass beim Verband kaum Sympathie für die Koalition in Berlin erkennbar ist. Er geht allerdings nicht so weit, seinen Mitgliedern konkrete Wahlempfehlungen zu geben. Aber eine Reihe "Prüfsteine" hat die Gilde in den Raum gestellt, an dehnen die Parteien und vor allem der nächste Kanzler gemessen werden sollen. Eine mittelstandsorientierte Politik ist der Grundtenor dieser Prüfsteine. Schuldenabbau und eine geringere Staatsquote gehören ebenso dazu wie die Senkung des Spitzensteuersatzes "in Richtung 35 Prozent". Reduzierung von Kranken- und Rentenkassen auf eine "Basisabsicherung" bis zur Lockerung oder gar Abschaffung des gesetzlichen Kündigungsschutzes sind weitere Erwartungen des ZDH, der damit doch eine Orientierung in Richtung Union erkennen lässt.
Allerdings will Verbandschef Philipp eine solche Einschätzung nicht gelten lassen: "Wir waren schon vor Herrn Stoiber dieser Meinung." Wenn also der Kanzlerkandidat der Union ähnliche Forderungen erhebe, sei dies eine "Reaktion" und die Folge einer kompetenten Beratung, die der ZDH schon früher allen Parteien angeboten habe. Auch mit der SPD habe man "ungeheuer viele Gespräche geführt". Anscheinend blieb der erhoffte Erfolg aus. "Wenn im Wahlprogramm als wesentliche mittelstandspolitische Maßnahme von einer neuen Bank die Rede ist, dann reißt einen das nicht gerade vom Hocker" moniert Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer. Der dann mit dem Hinweis auf die Krise am Bau, die die Umstrukturierung am Automarkt und die Kaufzurückhaltung der Konsumenten mit seinem Verbandschef übereinstimmt, dass die Lage "kaum schlechter sein könne".
Die Folge sei eben die befürchtete Insolvenz von bis zu 4000 Handwerksbetrieben mit ihren Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Umso dringender sei eine Fortführung der Steuerreform unter Berücksichtigung der Interessen der Personenunternehmen, die Abschaffung der Ökosteuer und eine Reduzierung der Sozialabgaben. Mit Blick auf die zu erwartenden neuen Eigenkapitalrichtlinien - nnz berichtete bereits zu "Basel II" - verlangt der ZDH, dass kleineren Unternehmen auch in Zukunft der Zugang zu Finanzierungsquellen gewährt werden müsse.
Trotz deutlicher Kritik an der bisherigen Benachteiligung der Personengesellschaften durch die rot-grüne Steuerreform geht der Verbandschef jedoch in einer Hinsicht auf Distanz zu Stoiber: Dessen Ankündigung, die Steuerfreiheit für Beteiligungsverkäufe abzuschaffen, unterstütze er nicht: "Wir sind nicht der Meinung, dass positive Elemente aus der Steuerreform zurück genommen werden sollten".
Autor: nnz"Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, fürchte ich sogar, dass diese Zahlen noch zu optimistisch sind", sagte Philipp und verwies dabei auf die gegenwärtige Krise, unter der die 860.000 Betriebsinhaber zu leiden haben. Durch die allein in diesem Jahr bis zu 60.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.
Der Verbandspräsident monierte, dass entgegen den Versprechungen der Bundesregierung die steuerliche Belastung der Personenunternehmen trotz Steuerreform gestiegen sei, ebenso die Lohnzusatzkosten. Mit der Konsequenz, dass beim Verband kaum Sympathie für die Koalition in Berlin erkennbar ist. Er geht allerdings nicht so weit, seinen Mitgliedern konkrete Wahlempfehlungen zu geben. Aber eine Reihe "Prüfsteine" hat die Gilde in den Raum gestellt, an dehnen die Parteien und vor allem der nächste Kanzler gemessen werden sollen. Eine mittelstandsorientierte Politik ist der Grundtenor dieser Prüfsteine. Schuldenabbau und eine geringere Staatsquote gehören ebenso dazu wie die Senkung des Spitzensteuersatzes "in Richtung 35 Prozent". Reduzierung von Kranken- und Rentenkassen auf eine "Basisabsicherung" bis zur Lockerung oder gar Abschaffung des gesetzlichen Kündigungsschutzes sind weitere Erwartungen des ZDH, der damit doch eine Orientierung in Richtung Union erkennen lässt.
Allerdings will Verbandschef Philipp eine solche Einschätzung nicht gelten lassen: "Wir waren schon vor Herrn Stoiber dieser Meinung." Wenn also der Kanzlerkandidat der Union ähnliche Forderungen erhebe, sei dies eine "Reaktion" und die Folge einer kompetenten Beratung, die der ZDH schon früher allen Parteien angeboten habe. Auch mit der SPD habe man "ungeheuer viele Gespräche geführt". Anscheinend blieb der erhoffte Erfolg aus. "Wenn im Wahlprogramm als wesentliche mittelstandspolitische Maßnahme von einer neuen Bank die Rede ist, dann reißt einen das nicht gerade vom Hocker" moniert Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer. Der dann mit dem Hinweis auf die Krise am Bau, die die Umstrukturierung am Automarkt und die Kaufzurückhaltung der Konsumenten mit seinem Verbandschef übereinstimmt, dass die Lage "kaum schlechter sein könne".
Die Folge sei eben die befürchtete Insolvenz von bis zu 4000 Handwerksbetrieben mit ihren Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Umso dringender sei eine Fortführung der Steuerreform unter Berücksichtigung der Interessen der Personenunternehmen, die Abschaffung der Ökosteuer und eine Reduzierung der Sozialabgaben. Mit Blick auf die zu erwartenden neuen Eigenkapitalrichtlinien - nnz berichtete bereits zu "Basel II" - verlangt der ZDH, dass kleineren Unternehmen auch in Zukunft der Zugang zu Finanzierungsquellen gewährt werden müsse.
Trotz deutlicher Kritik an der bisherigen Benachteiligung der Personengesellschaften durch die rot-grüne Steuerreform geht der Verbandschef jedoch in einer Hinsicht auf Distanz zu Stoiber: Dessen Ankündigung, die Steuerfreiheit für Beteiligungsverkäufe abzuschaffen, unterstütze er nicht: "Wir sind nicht der Meinung, dass positive Elemente aus der Steuerreform zurück genommen werden sollten".
