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Erfolgreicher Weg

Montag, 11. Februar 2008, 13:36 Uhr
Sie ist mit gerade mal zehn Jahren die jüngste in Thüringen. Sie ist eine der erfolgreichsten: Die Rede ist von der Fachhochschule in Nordhausen. Deren Rektor Prof. Dr, Jörg Wagner gab heute gegenüber der nnz einen Ausblick und zog Bilanz...


2007 sei das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Hochschule gewesen, man habe - 18 Monate vorher als geplant – das Ziel mit 2.000 Studierenden erreicht. Damit sei die Bildungseinrichtung, was diese Zahl angeht, am Ende der Ausbauplanung angekommen. Um das einzigartige Konzept am Weinberg umzusetzen, zähle nicht die Masse, sondern die Klasse. Und die solle durch kleine Studentengruppen sowie der damit intensiveren Betreuung der jungen Frauen und Männer charakterisiert sein, so Wagner.

Es sei der inzwischen gute Ruf der Einrichtung, der als Motiv für eine Studienaufnahme „herhält“, ergab eine Umfrage unter den Erstsemestlern. Waren es vor zehn Jahren 80 Prozent Thüringer, die nach Nordhausen zum Studieren kamen, so konnte diese Zahl auf 60 Prozent „gedrückt“ werden. Auf die zuletzt 500 neuen Studienplätze in Nordhausen gab es 1.600 Bewerbungen.

Attraktivität zeichnet sich sowohl durch innovative Studienrichtungen, als auch durch eine sympathische Betreuung der Studenten aus. Zweifellos sind die „Null-Studiengebühren“ ein Grund der Nordhausen-Wahl, vielleicht aber auch die familiengerechte Hochschule mit durchgängiger Kinderbetreuung. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte, hier ist es die Mischung aller Faktoren.

Mittlerweile sind alle Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt, neue werden hinzukommen wie zum Beispiel das Innovations- und Change-Management. Ein vierter Masterstudiengang „System-Engeneering“ soll im Oktober die Palette vervollkommnen.

Trotz des Erreichens der quantitativen Ziele soll das Werben für ein Studium in Nordhausen zielgerichtet weitergehen. Rektor Jörg Wagner und die anderen 140 Mitarbeiter, von 47 Professoren, sehen den demografischen Wandel als Herausforderung an. In einigen Jahren wird deutschlandweit nur noch die Hälfte der jetzt studienbereiten jungen Menschen „zur Verfügung“ stehen.

Und so soll der Campus weiter ausgebaut werden. Eine neue Bibliothek soll entstehen. Gespräche mit dem Nordhäuser Rathaus zur Schaffung von Synergien habe es zwar gegeben, sagte der Rektor, doch die Zielstellungen beider Bibliotheksneubauten würden zu weit von einander abweichen. Finanziell wäre eine Zusammenarbeit wohl sehr interessant gab Wagner zu. Ein weiteres Gebäude entlang der Halleschen Straße soll zu einem Forschungszentrum mit Hörsaal für regenerative Energien umgebaut werden.

Mit Bauchschmerzen sieht der Lehrkörper am Weinberg in Nordhausen die „Bildungssausstattung“ der jungen Menschen. „Ob man noch den Begriff der allgemeinen Hochschulreife verwenden kann, halte ich für fragwürdig“, umschreibt Jörg Wagner den Bildungsstand der aus den Gymnasien entlassenen Abiturienten. So gebe es Schwierigkeiten in Mathematik, in den Fremdsprachen, der Interpunktion sowie im mündlichen und schriftlichen Ausdruck. Mit Aufbaukursen sollen in Nordhausen die Lücken geschlossen werden, um einen reibungslosen Übergang zu den Lehrinhalten der Fachhochschule zu schaffen. Das allerdings seien Angebote, die freiwillig angenommen werden können. Vielleicht auch aus diesen Erfahrungen heraus plädiert Wagner für ein Unterrichtsfach „Technologie“ an den Schulen.

Am Nordhäuser Weinberg sind in den vergangenen zehn Jahren für insgesamt 17 Millionen Euro die baulichen Voraussetzungen für eine moderne Fachhochschule geschaffen worden, die thüringen- und bundesweit keinen Vergleich scheuen muß. Zahlreiche Auszeichnungen belegen das und einige werden in den kommenden Jahren hoffentlich noch hinzukommen.
Autor: psg

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