Kommt sie oder kommt sie nicht?
Dienstag, 05. Februar 2008, 15:44 Uhr
Im Landkreis Nordhausen soll SPD-Mann Richard Dewes endlich einen Sieg einfahren. Dessen ist sich SPD-Kreisvorsitzende Dagmar Becker sicher. Den Dewes-Block treibt indes eine Frage um: Kommt sie nach Ilfeld oder nicht. Die nnz sprach heute mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke...
Obwohl sie nicht mehr im medialen Vordergrund sozialdemokratischer Politik in Thüringen für den unbedarften Beobachter steht – das Wort der Nordhäuser Oberbürgermeisterin hat am Juri-Gagarin-Ring 37 in Erfurt immer noch Gewicht. Langsam aber sicher ist es der Sozialdemokratin leid, daß sich ihre Partei lieber in Personalien zerfleischt, denn sich ein aussagefähiges Wahlprogramm für das nächste Jahr zu geben. Das erregte Rinke bereits im September derart, daß sie einen Brief an den Landesvorstand schrieb. Das war am 11. September, just an jenem Tag, an dem der Vorstand zusammensaß und sich per Beschluß überraschend hinter Christoph Matschie stellte.
Ich rufe Euch eindringlich auf, diesen öffentlichen Streit zu beenden. Überzeugt die Menschen in Thüringen durch eine profilierte Opposition im Landtag, die themenorientiert ist und Alternativen aufzeigt, und hört endlich auf, die Person unseres Landesvorsitzenden zu demontieren, schrieb Barbara Rinke nach Erfurt. Und weiter: Seit heute geben wir ein Bild der Zerstrittenheit ab, das durch nichts mehr zu überbieten ist. Wer wird eine Partei wählen, die sich in erster Linie durch Personengerangel und Postengeschiebe positioniert?
Die Zerstrittenheit ist geblieben, sie ist eigentlich noch intensiver geworden, da die beiden Kontrahenten durch den Freistaat ziehen und in jedem Landkreis ihre Statements abgeben.
Am Freitag, in Ilfeld, da wird Barbara Rinke mit in der Tanne sein. Sie wird zuhören, was Matschie und Dewes zu sagen haben, sie wird aber auch Fragen stellen, von denen sie annimmt, daß sie die Parteibasis bewegen.
Ich werde am Freitag klar meine Position vertreten, die auch die vieler anderer Genossen ist. Wir sind an der Basis genügend Genossen, die diesen Politikstil der Selbstzerfleischung nicht pflegen, sagte Rinke der nnz. Insbesondere kritisiert sie den Politikstil der Landtagsabgeordneten Dagmar Becker. Mit ihrer Arbeit im Landtag und auch als Kreisvorsitzende der SPD kann ich nicht zufrieden sein, was da gespielt wird ist schädigend für das Bild unserer Partei.
Einige Notizen hat sich das Nordhäuser Stadtoberhaupt für den Freitag bereits gemacht. Klar in Erinnerung ist ihr hingegen die Wahl von Richard Dewes hier im Wahlkreis im Jahr 1999. Damals verlor Dewes eindeutig gegen Dr. Klaus Zeh (CDU) und mußte selbst PDS-Mann Klaus Gorges den Vortritt lassen. Aber immerhin, 24,2 Prozent der Wähler schenkten dem damaligen Innenminister ihr Vertrauen. Sie wurden später enttäuscht, als sich ihr Gewählter aus der Politik zurückzog.
Auch daran wird Barbara Rinke am kommenden Freitag in Ilfeld erinnern. Die Fronten sind also klar abgesteckt. Das Rennen ist offen – wenn es dabei überhaupt Sieger geben kann.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzObwohl sie nicht mehr im medialen Vordergrund sozialdemokratischer Politik in Thüringen für den unbedarften Beobachter steht – das Wort der Nordhäuser Oberbürgermeisterin hat am Juri-Gagarin-Ring 37 in Erfurt immer noch Gewicht. Langsam aber sicher ist es der Sozialdemokratin leid, daß sich ihre Partei lieber in Personalien zerfleischt, denn sich ein aussagefähiges Wahlprogramm für das nächste Jahr zu geben. Das erregte Rinke bereits im September derart, daß sie einen Brief an den Landesvorstand schrieb. Das war am 11. September, just an jenem Tag, an dem der Vorstand zusammensaß und sich per Beschluß überraschend hinter Christoph Matschie stellte.
Ich rufe Euch eindringlich auf, diesen öffentlichen Streit zu beenden. Überzeugt die Menschen in Thüringen durch eine profilierte Opposition im Landtag, die themenorientiert ist und Alternativen aufzeigt, und hört endlich auf, die Person unseres Landesvorsitzenden zu demontieren, schrieb Barbara Rinke nach Erfurt. Und weiter: Seit heute geben wir ein Bild der Zerstrittenheit ab, das durch nichts mehr zu überbieten ist. Wer wird eine Partei wählen, die sich in erster Linie durch Personengerangel und Postengeschiebe positioniert?
Die Zerstrittenheit ist geblieben, sie ist eigentlich noch intensiver geworden, da die beiden Kontrahenten durch den Freistaat ziehen und in jedem Landkreis ihre Statements abgeben.
Am Freitag, in Ilfeld, da wird Barbara Rinke mit in der Tanne sein. Sie wird zuhören, was Matschie und Dewes zu sagen haben, sie wird aber auch Fragen stellen, von denen sie annimmt, daß sie die Parteibasis bewegen.
Ich werde am Freitag klar meine Position vertreten, die auch die vieler anderer Genossen ist. Wir sind an der Basis genügend Genossen, die diesen Politikstil der Selbstzerfleischung nicht pflegen, sagte Rinke der nnz. Insbesondere kritisiert sie den Politikstil der Landtagsabgeordneten Dagmar Becker. Mit ihrer Arbeit im Landtag und auch als Kreisvorsitzende der SPD kann ich nicht zufrieden sein, was da gespielt wird ist schädigend für das Bild unserer Partei.
Einige Notizen hat sich das Nordhäuser Stadtoberhaupt für den Freitag bereits gemacht. Klar in Erinnerung ist ihr hingegen die Wahl von Richard Dewes hier im Wahlkreis im Jahr 1999. Damals verlor Dewes eindeutig gegen Dr. Klaus Zeh (CDU) und mußte selbst PDS-Mann Klaus Gorges den Vortritt lassen. Aber immerhin, 24,2 Prozent der Wähler schenkten dem damaligen Innenminister ihr Vertrauen. Sie wurden später enttäuscht, als sich ihr Gewählter aus der Politik zurückzog.
Auch daran wird Barbara Rinke am kommenden Freitag in Ilfeld erinnern. Die Fronten sind also klar abgesteckt. Das Rennen ist offen – wenn es dabei überhaupt Sieger geben kann.
Peter-Stefan Greiner
