Der Mensch ist nur Mensch durch Sprache
Sonntag, 03. Februar 2008, 18:13 Uhr
In der zurückliegenden Woche wurden die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des jetzigen Humboldt-Gymnasium eröffnet. Dazu eine Betrachtung von Heidelore Kneffel in der nnz.
Wilhelm von Humboldt, dessen vielseitige Sprachstudien ihn prädestinieren, die Bedeutung der Sprache für das menschliche Leben wissenschaftlich, d. h., allgemeingültig zu formulieren, erkannte: Der Mensch ist nur Mensch durch Sprache und Die Vielfalt der menschlichen Denkmöglichkeiten zeigt sich in der Vielfalt der Sprachen.
Wilhelm und Caroline von Humboldt, die sich von Erfurt, Berlin, Auleben, Burgörner, Jena in die europäische Welt nach Frankreich, Spanien, Italien und Österreich begaben, haben mit Selbstverständlichkeit mit ihren Kindern die Sprache des jeweiligen Landes erlernt, fließend gesprochen und geschrieben.
Es war also ganz im Sinne dieser beiden, als im Eröffnungsprogramm am 31. Januar in der vollbesetzten renovierungsbedürftigen Aula in der Blasiistraße in Nordhausen die Meisterschaft der deutschen Sprache die Hauptrolle spielte. Die Begrüßung nahm Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe vor, der darauf verwies, dass das Jahr 2008 eine schöpferische Beschäftigung mit der Tradition dieser Bildungsstätte für ein zukunftsfähiges Lehren und Lernen sein soll. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind ein untrennbares Dreigestirn und wer das nicht achtet, bekommt die historische Quittung!
Im Jahr 1808 wurde im Gebäude in der Blasiistraße die höhere Töchterschule eingerichtet, die dann als Königin-Luise-Lyzeum eine entscheidende Rolle im Schulleben Nordhausens spielen sollte. Nach dem II. Weltkrieg kamen dann Mädchen und Jungen in die nach Wilhelm von Humboldt, dem bedeutenden Schulreformator, benannte Erweiterte Oberschule.
Diesem Anspruch wollte das Eröffnungsprogramm des Gymnasiums gerecht werden. Es ist ein Glücksfall, dass im Jahr 1995 aus Anlass des 50. Jahrestages der Namensgebung am 3. 11. im Auleber Schloss, dem Wohnsitz der Humboldts in diesem Goldene-Aue-Dorf, eine Hommage auf den Gelehrten stattfinden konnte, denn Dr. Hans Dieter Heise, seines Zeichens Philologe, verfasste nach umfänglichen Studien der Werke Humboldts Ein Stück mit epischer Einführung, darin enthalten die Erzählung Ein Tag im Leben der Familie Humboldt in Auleben, die szenischen Gestaltungen Ein Gespräch, Eine Schulkonferenz in Königsberg und Eine Stunde in der Oberprima. Im Jahrbuch des Landkreises Nordhausen 1996 liegt Dr. Heises Werk gedruckt vor.
Unmittelbar miterleben konnte man es - leider erst zum zweiten Mal – an diesem Eröffnungsabend des Festjahres. Die Gekommenen erlebten eine Programmfolge, die die Kunst der Sprache und der Musik in einer Art vereinte, die Hochachtung erzeugte, gepaart mit Freude. Wie die Gymnasiasten das von Dr. Heise Verfasste auf die Aulabühne brachten, machte offenbar, zu welchen sprachlichen und schauspielerischen Leistungen die Humboldtschüler emporwuchsen. In wunderbarem Einklang dazu ertönte die Musik. Die intensiven Proben zeigten Wirkung! Dieses souveräne Umgehen mit Literatur und Kompositionen prägte sich ein, die Reaktionen des Publikums waren dementsprechend intensiv. Ernst und Humor der einzelnen Szenen teilten sich überzeugend mit.
Dank an Dr. Heise, der, dem humboldt’schen Geist verpflichtet, ein sehr aktuelles Stück geschaffen hat, an die Lehrer, die das Einstudieren förderten, an Alexandra Kunze, die mit Charme durch das Programm führte, an die Schauspielenden Friedrich Berger, Nicolas Jantosch, Christina Ullrich, Florian Dießel, Marie-Lena Dieckmann, Carolin Zobel, Katrin Josephine Scholz, Friederike Berg. An den Instrumenten überzeugten Johanna Praetorius, Theresa Mühlenberg, Caroline Schulze, Carolin Oppermann, Stefan Ostermann und Sandra Jödicke, Gesang.
Damit die Künste im Humboldtgymnasium noch intensiver blühen können, schenkte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke eine Gitarre und der Verein der Freunde des Gymnasiums ein Keyboard. Ein hohes Maß wurde gesetzt, wünschen wir, dass dies in den kommenden Veranstaltungen ebenfalls glückt.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzWilhelm von Humboldt, dessen vielseitige Sprachstudien ihn prädestinieren, die Bedeutung der Sprache für das menschliche Leben wissenschaftlich, d. h., allgemeingültig zu formulieren, erkannte: Der Mensch ist nur Mensch durch Sprache und Die Vielfalt der menschlichen Denkmöglichkeiten zeigt sich in der Vielfalt der Sprachen.
Wilhelm und Caroline von Humboldt, die sich von Erfurt, Berlin, Auleben, Burgörner, Jena in die europäische Welt nach Frankreich, Spanien, Italien und Österreich begaben, haben mit Selbstverständlichkeit mit ihren Kindern die Sprache des jeweiligen Landes erlernt, fließend gesprochen und geschrieben.
Es war also ganz im Sinne dieser beiden, als im Eröffnungsprogramm am 31. Januar in der vollbesetzten renovierungsbedürftigen Aula in der Blasiistraße in Nordhausen die Meisterschaft der deutschen Sprache die Hauptrolle spielte. Die Begrüßung nahm Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe vor, der darauf verwies, dass das Jahr 2008 eine schöpferische Beschäftigung mit der Tradition dieser Bildungsstätte für ein zukunftsfähiges Lehren und Lernen sein soll. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind ein untrennbares Dreigestirn und wer das nicht achtet, bekommt die historische Quittung!
Im Jahr 1808 wurde im Gebäude in der Blasiistraße die höhere Töchterschule eingerichtet, die dann als Königin-Luise-Lyzeum eine entscheidende Rolle im Schulleben Nordhausens spielen sollte. Nach dem II. Weltkrieg kamen dann Mädchen und Jungen in die nach Wilhelm von Humboldt, dem bedeutenden Schulreformator, benannte Erweiterte Oberschule.
Diesem Anspruch wollte das Eröffnungsprogramm des Gymnasiums gerecht werden. Es ist ein Glücksfall, dass im Jahr 1995 aus Anlass des 50. Jahrestages der Namensgebung am 3. 11. im Auleber Schloss, dem Wohnsitz der Humboldts in diesem Goldene-Aue-Dorf, eine Hommage auf den Gelehrten stattfinden konnte, denn Dr. Hans Dieter Heise, seines Zeichens Philologe, verfasste nach umfänglichen Studien der Werke Humboldts Ein Stück mit epischer Einführung, darin enthalten die Erzählung Ein Tag im Leben der Familie Humboldt in Auleben, die szenischen Gestaltungen Ein Gespräch, Eine Schulkonferenz in Königsberg und Eine Stunde in der Oberprima. Im Jahrbuch des Landkreises Nordhausen 1996 liegt Dr. Heises Werk gedruckt vor.
Unmittelbar miterleben konnte man es - leider erst zum zweiten Mal – an diesem Eröffnungsabend des Festjahres. Die Gekommenen erlebten eine Programmfolge, die die Kunst der Sprache und der Musik in einer Art vereinte, die Hochachtung erzeugte, gepaart mit Freude. Wie die Gymnasiasten das von Dr. Heise Verfasste auf die Aulabühne brachten, machte offenbar, zu welchen sprachlichen und schauspielerischen Leistungen die Humboldtschüler emporwuchsen. In wunderbarem Einklang dazu ertönte die Musik. Die intensiven Proben zeigten Wirkung! Dieses souveräne Umgehen mit Literatur und Kompositionen prägte sich ein, die Reaktionen des Publikums waren dementsprechend intensiv. Ernst und Humor der einzelnen Szenen teilten sich überzeugend mit.
Dank an Dr. Heise, der, dem humboldt’schen Geist verpflichtet, ein sehr aktuelles Stück geschaffen hat, an die Lehrer, die das Einstudieren förderten, an Alexandra Kunze, die mit Charme durch das Programm führte, an die Schauspielenden Friedrich Berger, Nicolas Jantosch, Christina Ullrich, Florian Dießel, Marie-Lena Dieckmann, Carolin Zobel, Katrin Josephine Scholz, Friederike Berg. An den Instrumenten überzeugten Johanna Praetorius, Theresa Mühlenberg, Caroline Schulze, Carolin Oppermann, Stefan Ostermann und Sandra Jödicke, Gesang.
Damit die Künste im Humboldtgymnasium noch intensiver blühen können, schenkte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke eine Gitarre und der Verein der Freunde des Gymnasiums ein Keyboard. Ein hohes Maß wurde gesetzt, wünschen wir, dass dies in den kommenden Veranstaltungen ebenfalls glückt.
Heidelore Kneffel
