Elend und Sorge im Harz
Freitag, 01. Februar 2008, 20:07 Uhr
Nach CDU und FDP absolvierte heute DIE LINKE ihren Neujahrsempfang. Im Ratskeller wollten sich die vereinigte Linke auf das kommende Jahr und natürlich ein wenig auch auf das Jahr danach einstimmen. Gast unter anderem der Mann, der gern Dieter Althaus in der Thüringer Staatskanzlei ablösen möchte...
Blick nach links (Foto: nnz)
Eingangs des Empfangs, der von Schülern der Kreismusikschule mit Gitarrenklängen umrahmt wurde, stimmte Rainer Bachmann, einer der beiden Sprecher der Partei im Landkreis Nordhausen, die Zuhörer auf Ziele, Aufgaben und Wünsche ein. Bachmann tat kund, daß es ab April in der Nordhäuser Altstadt ein gemeinsames Büro der offenen Tür geben werde. Und er gab zu bedenken, daß gerade für die CDU in dieser Region ein schwerer Wahlkampf anbrechen werde. Intern hätten die Christdemokraten für zwei Wahlkreise drei Kandidaten (Primas, Dr. Zeh und Reinholz) auszuwürfeln. Wenn das nicht spannend sei...
Dann der Auftritt des Bodo Ramelow, der zuerst seine 16jährigen Nordhäuser Erfahrungen Revue passieren ließ. Im Parkschloß habe man damals für den Erhalt des Konsum gekämpft, im vergangenen Jahr für die Belegschaft von Bike Systems. Beide Kämpfe, wie auch viele andere, habe man verloren. Die Macht des Kapital sei immer noch zu mächtig. Gerade sie gelte es zu brechen, den schwarzen Thüringer Filz gleich mit.
Und so spannte Ramelow den Bogen in seiner Rede von Bischofferode, neuen alternative Energien und dem Bürgerentscheid in Leipzig bis hin zum neuen Volksbegehren, das in diesem Jahr in Thüringen in die Gänge kommen soll. Mehr erlebbare Demokratie müsse es für die Menschen geben, man müsse ihnen mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumen. Sonst könne es sein, daß, mit Hilfe der Bundesregierung, die Kommunen und Länder nicht nur gegeneinander ausgespielt, sondern auch ausgeplündert werden.
DIE LINKE werde sich durch die CDU, aber auch nicht durch die Bundes-SPD in eine Schmuddelecke stecken lassen. Die haben doch Angst vor uns, wir sind in Deutschland mittlerweile die drittstärkste politische Kraft.
Im Übrigen, so schien es an diesem Abend, hat der Frontmann der Linken, sich einiges bei dem Mann abgeguckt, den er im nächsten Jahr gern in Erfurt ablösen will. Auch Dieter Althaus hatte in den zurückliegenden Wahlkämpfen den politischen Gegner nicht beim Namen genannt. Ab und zu rutschte Ramelow mal die Partei mit dem C aus dem Mund. Last but not least lud er alle Anwesenden ein, an einer in diesem Frühjahr im Erfurter Augustinerkloster beginnenden Diskussion über Gott teilzuhaben. Schließlich, so seine Schlußfolgerung, hätten Marx und die Bibel doch das Gleiche angestrebt.
Autor: nnz
Blick nach links (Foto: nnz)
Eingangs des Empfangs, der von Schülern der Kreismusikschule mit Gitarrenklängen umrahmt wurde, stimmte Rainer Bachmann, einer der beiden Sprecher der Partei im Landkreis Nordhausen, die Zuhörer auf Ziele, Aufgaben und Wünsche ein. Bachmann tat kund, daß es ab April in der Nordhäuser Altstadt ein gemeinsames Büro der offenen Tür geben werde. Und er gab zu bedenken, daß gerade für die CDU in dieser Region ein schwerer Wahlkampf anbrechen werde. Intern hätten die Christdemokraten für zwei Wahlkreise drei Kandidaten (Primas, Dr. Zeh und Reinholz) auszuwürfeln. Wenn das nicht spannend sei...Dann der Auftritt des Bodo Ramelow, der zuerst seine 16jährigen Nordhäuser Erfahrungen Revue passieren ließ. Im Parkschloß habe man damals für den Erhalt des Konsum gekämpft, im vergangenen Jahr für die Belegschaft von Bike Systems. Beide Kämpfe, wie auch viele andere, habe man verloren. Die Macht des Kapital sei immer noch zu mächtig. Gerade sie gelte es zu brechen, den schwarzen Thüringer Filz gleich mit.
Und so spannte Ramelow den Bogen in seiner Rede von Bischofferode, neuen alternative Energien und dem Bürgerentscheid in Leipzig bis hin zum neuen Volksbegehren, das in diesem Jahr in Thüringen in die Gänge kommen soll. Mehr erlebbare Demokratie müsse es für die Menschen geben, man müsse ihnen mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumen. Sonst könne es sein, daß, mit Hilfe der Bundesregierung, die Kommunen und Länder nicht nur gegeneinander ausgespielt, sondern auch ausgeplündert werden.
DIE LINKE werde sich durch die CDU, aber auch nicht durch die Bundes-SPD in eine Schmuddelecke stecken lassen. Die haben doch Angst vor uns, wir sind in Deutschland mittlerweile die drittstärkste politische Kraft.
Im Übrigen, so schien es an diesem Abend, hat der Frontmann der Linken, sich einiges bei dem Mann abgeguckt, den er im nächsten Jahr gern in Erfurt ablösen will. Auch Dieter Althaus hatte in den zurückliegenden Wahlkämpfen den politischen Gegner nicht beim Namen genannt. Ab und zu rutschte Ramelow mal die Partei mit dem C aus dem Mund. Last but not least lud er alle Anwesenden ein, an einer in diesem Frühjahr im Erfurter Augustinerkloster beginnenden Diskussion über Gott teilzuhaben. Schließlich, so seine Schlußfolgerung, hätten Marx und die Bibel doch das Gleiche angestrebt.
