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Wacker Nordhausen erneut benachteiligt

Sonntag, 21. April 2002, 12:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Gestern musste Wacker 90 Nordhausen beim SC 1903 Weimar antreten. Für die Nordhäuser zählte nur ein Erfolg, wenn die Minimalchance auf den Klassenerhalt gewahrt bleiben sollte. Über das Punktspiel berichtet nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.

"Wer unten liegt, auf dem will jedermann sitzen." Dass dieses alte Sprichwort nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt hat, bekam Thüringenliga-Schlusslicht Wacker 90 Nordhausen auf dem Lindenberg in Weimar einmal mehr deutlich zu spüren.

Weimar begann couragiert und hatte in der 3. Minute eine Riesenmöglichkeit zum Führungstreffer, aber das Leder knallte nur an den Pfosten. Nach den ersten Angriffswirbel der Gastgeber kam die Wacker-Elf besser ins Spiel. Die von Lars Pohl umsichtig organisierte Abwehr stoppte die Angriffsbemühungen der Platzbesitzer bereits vor der Strafraumgrenze. Mit Kontern sorgten die Nordhäuser für eine Entlastung ihrer Hintermannschaft. Das Fehlen des zuletzt formstarken Pistorius war im Mittelfeld und im Sturm allerdings deutlich zu spüren. Aber die Mannschaft rackerte und arbeitete, kämpfte mit vorbildlicher Moral. Erfreulich stark agierten auch diesmal wieder die eingesetzten Juniorenspieler. Nach ausgeglichenen 45 Minuten wurden torlos die Seiten gewechselt.

Nach dem Pausentee das gleiche Bild. Weißhaupt brachte in der 55. Minute Kühne für Wenzel und in der 70. Minute für den angeschlagenen Mook den Juniorenspieler Kohlhause. Zwingende Torchancen blieben vorerst noch Mangelware. Das änderte sich in der 74. Minute, als Frank Ludwig - ein Vorbild an Einsatz und Lauffreudigkeit - plötzlich frei vor dem Weimarer Schlussmann auftauchte, aber den Ball aus 10 m nicht im Tor unterbrachte. Das hätte die Führung sein müssen. Danach hatten die Gastgeber das 1:0 auf den Füßen, aber zum Glück für die Südharzer ging der Ball nur die Latte. In der 79. Minute gab der Unparteiische einen zweifelhaften Freistoß an der Strafraumgrenze der Nordhäuser. Der Freistoß ging an der Mauer vorbei, Lenczewski konnte das Leder nicht festhalten. Im Nachsetzen erzielte Müller den vielumjubelten Führungstreffer für Weimar. Wacker gab sich jedoch nicht geschlagen und setzte alles auf eine Karte. Weißhaupt beorderte Pohl nach vorn. Mit Mann und Maus verteidigten nun die Platzherren dieses knappe Resultat. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff wurde Pohl im Strafraum gefoult. Der klare Elfmeter blieb den Nordäusern versagt. Eine Entscheidung, die nicht nur bei den 22 Akteuren und den 200 Zuschauern für Erstaunen sorgte. "Das war ein klares Foul", so der Kommentar des anwesenden Adolf Prokop.

Die Wacker-Elf braucht sich mit der Leistung auf dem Lindenberg nicht zu verstecken. Sie hat bewiesen, dass sie durchaus mit vielen Mannschaften der Liga mithalten kann. Dass sie in Weimar erneut um einen Punkt gebracht wurde, dürfte allerdings nur ein schwacher Trost sein. Am kommenden Sonnabend trifft Wacker 90 Nordhausen um 15 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark auf den Tabellenzehnten Schlotheim. Das Hinspiel verloren die Nordhäuser knapp mit 1:2. Revanche ist also angesagt. Ob sie glückt hängt nicht nur von der Mannschaft ab, wie sich auf dem Lindenberg erneut herausstellte.

Wacker spielte mit: Lenczewski, Nebelung, Pohl, Puc, Mook (ab 55. Kühne), Elle, Heise, Frank Ludwig, Prokosch, Kulbacki, Wenzel (ab 75. Kohlhause).
Autor: rh

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