Arme Künstler in Paris
Montag, 28. Januar 2008, 14:50 Uhr
Nordhausen (nnz). Langanhaltenden dankbaren Premierenapplaus ernteten die Nordhäuser Theaterschaffenden am vergangenen Freitag für ihre La Boheme-Premiere. Auch die nnz war vor Ort.
Premiere (Foto: Theater)
Sie zählt zu einem der ganz großen musikalischen Bühnenwerke und gilt als ein Meisterstück des Italieners Giacomo Puccini: La Boheme, die Oper um arme Künstler und tuberkulöse Freundinnen.
Dabei machte gerade die totkranke Mimi in der Nordhäuser Inszenierung von Waltraud Lehner den lebendigsten Eindruck. Sabine Blanchard war in der Rolle der bettelarmen Näherin, die sich in den nicht besser bemittelten Dichter Rodolfo verliebt, einmal mehr überragend und drückte der ganzen Inszenierung ihren Stempel auf.
In Frank Olles Bühnenbild, das geschickt das Café Momus von allen Seiten beleuchtet und als Handlungsort anbietet, erleben wir erst die vier jungen und hoffnungsvollen, aber gänzlich mittellosen Künstler Rodolfo (Maurizio Casa), Marcello (Gavin Taylor), Schaunard (Thomas Kohl) und Colline (Matthias Ehm) als typische Pariser Bohemien.
Premiere (Foto: Theater)
Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt (wobei nicht immer klar wird, warum das so ist) schlagen sie sich durchs Leben und dann verliebt sich Rodolfo blitzschnell in besagte Mimi, nimmt sie mit ins Café, wo die anderen schon fröhlich feiern und dem Auftritt der extrovertierten Musetta (wieder stark und überzeugend Brigitte Roth) folgen, die dann mal eben ihren Lebensabschnittsgefährten wechselt und zum Ex-Lover Marcello zurückkehrt.
Die Freude über dieses neue Paar währt allerdings nicht lange, weil Rodolfo seine Mimi verstößt. Die ist ihm nämlich zu krank und er ja bekanntlich zu arm, um ihr zu helfen. Natürlich liebt er sie dennoch und als sie dann weiter geschwächt wieder auftaucht, ist es leider schon zu spät, sie zu retten. So stirbt sie denn in seinen Armen und die zwischenzeitlich getrennten Marcello und Musetta versöhnen sich wieder.
Keine wirklich überraschende Handlung also, aber dafür eine großartige, vom Loh-Orchester unter Hiroaki Masuda eindrucksvoll vorgetragene Musik mit stellenweise hörenswertem Gesang, für den hauptsächlich die beiden Damen sorgten.
Besonders für Masuda und sein Orchester gab es viel Zustimmung der Premierengäste, in der schon ein wenig Wehmut mitschwang. Im Sommer verlässt der japanische Dirigent den Südharz.
Olaf Schulze
Das Werk hat eine Pause und dauert reichlich zwei Stunden. Die nächsten Vorstellungen sind am 8.2. und am 1.3.
Autor: osch
Premiere (Foto: Theater)
Sie zählt zu einem der ganz großen musikalischen Bühnenwerke und gilt als ein Meisterstück des Italieners Giacomo Puccini: La Boheme, die Oper um arme Künstler und tuberkulöse Freundinnen. Dabei machte gerade die totkranke Mimi in der Nordhäuser Inszenierung von Waltraud Lehner den lebendigsten Eindruck. Sabine Blanchard war in der Rolle der bettelarmen Näherin, die sich in den nicht besser bemittelten Dichter Rodolfo verliebt, einmal mehr überragend und drückte der ganzen Inszenierung ihren Stempel auf.
In Frank Olles Bühnenbild, das geschickt das Café Momus von allen Seiten beleuchtet und als Handlungsort anbietet, erleben wir erst die vier jungen und hoffnungsvollen, aber gänzlich mittellosen Künstler Rodolfo (Maurizio Casa), Marcello (Gavin Taylor), Schaunard (Thomas Kohl) und Colline (Matthias Ehm) als typische Pariser Bohemien.
Premiere (Foto: Theater)
Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt (wobei nicht immer klar wird, warum das so ist) schlagen sie sich durchs Leben und dann verliebt sich Rodolfo blitzschnell in besagte Mimi, nimmt sie mit ins Café, wo die anderen schon fröhlich feiern und dem Auftritt der extrovertierten Musetta (wieder stark und überzeugend Brigitte Roth) folgen, die dann mal eben ihren Lebensabschnittsgefährten wechselt und zum Ex-Lover Marcello zurückkehrt. Die Freude über dieses neue Paar währt allerdings nicht lange, weil Rodolfo seine Mimi verstößt. Die ist ihm nämlich zu krank und er ja bekanntlich zu arm, um ihr zu helfen. Natürlich liebt er sie dennoch und als sie dann weiter geschwächt wieder auftaucht, ist es leider schon zu spät, sie zu retten. So stirbt sie denn in seinen Armen und die zwischenzeitlich getrennten Marcello und Musetta versöhnen sich wieder.
Keine wirklich überraschende Handlung also, aber dafür eine großartige, vom Loh-Orchester unter Hiroaki Masuda eindrucksvoll vorgetragene Musik mit stellenweise hörenswertem Gesang, für den hauptsächlich die beiden Damen sorgten.
Besonders für Masuda und sein Orchester gab es viel Zustimmung der Premierengäste, in der schon ein wenig Wehmut mitschwang. Im Sommer verlässt der japanische Dirigent den Südharz.
Olaf Schulze
Das Werk hat eine Pause und dauert reichlich zwei Stunden. Die nächsten Vorstellungen sind am 8.2. und am 1.3.
