nnz-Forum: Um jeden Preis?
Freitag, 19. April 2002, 08:08 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue setzt sich unter anderem mit dem offenen Brief der Wirtschaftsverbände auseinander. Diesen hatte nnz gestern veröffentlicht.
Die gesetzliche vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen und die damit verbundenen Alternativstandort-Prüfungen werden durch das massive Eingreifen von CDU-Wirtschaftsverbänden und deren Sprechern ad absurdum geführt. Wenn keiner der Beteiligten diese Prüfung abwartet, muss die Qualität dieser Prüfung in Zweifel gezogen werden. Wir sind schon jetzt auf die Ablehnungs- und Abwägungsgründe, warum andere Standorte ungeeignet sind, äußerst gespannt. Die Bürgerinitiative hatte in der Vergangenheit mit den Wirtschaftsverbänden und dem Planungsverband konstruktive Gespräche geführt, mit der Maßgabe, eine für unsere Region seriöse Standortprüfung zuzulassen.
Die Motivation, diesen Konsens zu verlassen, bleibt vordergründig im Unklaren. Sich jetzt wiederum ausschließlich für die Goldene Aue als einzigen Standort auszusprechen, zeugt nicht von der versprochenen Diskussions- und Konsensbereitschaft, an die sich die Bürgerinitiative vereinbarungsgemäß gehalten hat. Diese Chance, einen Kompromiss zu erzielen, der von allen Beteiligten mitgetragen werden kann, wurde verspielt. So ziehen sich alle Beteiligten wieder auf ihre Positionen zurück. Das Nachsehen hat unsere Region, haben die vielen Bürger der Goldenen Aue, die auf das kleine Fünkchen des Miteinander statt des Gegeneinander gesetzt haben. Das angeblich fünf Großinvestoren nicht bedient werden konnten, kann so nicht mitgetragen werden. Wäre wahres Interesse erkennbar gewesen, würde die Planung nicht schon fast sechs Jahre dauern. Dann wäre ein Gebiet erschlossen worden, und zwar ganz schnell!
Das die Nordhäuser Wirtschaft ihre besten Köpfe, qualifizierte Facharbeiter ziehen lässt, ist bedauerlich! Aber solange eben diese qualifizierten Fachleute deutlich weniger Geld, längere Arbeitszeiten und schlechtere Sozialleistungen geboten bekommen, wird auch ein Industriegebiet wenig am Abwanderungstrend ändern. Solange der Osten das Niedriglohnniveau als Standortvorteil anpreist, werden eben diese Fachleute sich eine Region suchen, in der ihr Können entsprechend honoriert wird. Die Lebenshaltungskosten, Gebühren und Abgaben sind bei weniger Einkommen, genauso hoch, wenn nicht höher als im Westen. Wünschenswert wäre, daß mit Erschließung eines Industriegebietes dieses Manko beseitigt wird, aber allein es fehlt der Glaube...
Nicht allein ein fehlendes Industriegebiet ist der Grund, warum kein Großkonzern hier investiert. Dies machte der Geschäftsführer der IHK, Udo Rockmann, in der nnz deutlich. Das politische Klima, das Gezänk der Verwaltungen, fehlende Konzepte sind die wahren Gründe, warum Investoren mit feinem Näschen unsere Region meiden. Hier muss dringend, auch seitens dieser Wirtschaftsverbände interveniert werden, auch wenn man parteipolitisch Gegenwind erwarten muß!
Versuche, die Bürgerinitiative mundtot zu machen, in dem man versucht einzelne Personen einzuschüchtern, werden ins Leere laufen. Anonyme Briefe und Anrufe zeugen von wenig Demokratieverständnis. Die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue wird alle ihr gebotenen Mittel aufwenden, damit nicht aus purem Aktionismus und der damit verbundenen Ideenlosigkeit der Lebensraum vieler Menschen und Tiere zerstört wird. Die Alternativen sind vorhanden und bei weitem besser geeignet als die Goldene Aue. Investoren, die beabsichtigen, hier einen Produktionsstandort zu errichten, werden sehr bald erkennen, das man in der Goldenen Aue schnell an Grenzen stößt. Die Interessen- und Nutzungskonflikte, die sich in der Goldenen Aue zwangsläufig ergeben werden, wird eine baldige Bebauung unmöglich machen. Daher wird die Bürgerinitiative nicht nachlassen, genau wie im Gipsstreit das nicht durchgeführte Raumordnungsverfahren einzufordern. Erst dann kann die weiße Fläche im RROP einer bestimmten Nutzung zugeführt werden.
Diese und weitere Fakten werden wir ebenfalls dem Thüringer Wirtschaftsministerium mitteilen. Hier eine schnelle Kabinettsentscheidung durchsetzen zu wollen, kann sich für den Wirtschaftsminister als Rohrkrepierer erweisen, denn er wird sicherlich nicht vor Beendigung des gesetzlichen Verfahrens voreilig entscheiden. Schließlich steht und fällt das politische Ansehen mit dem erlangten Erfolg. Sollte dieser ausbleiben, sind nicht nur immense Gelder vergeudet, sondern auch Ansehen beschädigt, und das nicht nur in Erfurt, sonder auch hier in Nordhausen und Umgebung! Die Verantwortlichkeiten müssen dann auch deutlich bekannt gemacht werden.
BI Rettung der Goldenen Aue
Die gesetzliche vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen und die damit verbundenen Alternativstandort-Prüfungen werden durch das massive Eingreifen von CDU-Wirtschaftsverbänden und deren Sprechern ad absurdum geführt. Wenn keiner der Beteiligten diese Prüfung abwartet, muss die Qualität dieser Prüfung in Zweifel gezogen werden. Wir sind schon jetzt auf die Ablehnungs- und Abwägungsgründe, warum andere Standorte ungeeignet sind, äußerst gespannt. Die Bürgerinitiative hatte in der Vergangenheit mit den Wirtschaftsverbänden und dem Planungsverband konstruktive Gespräche geführt, mit der Maßgabe, eine für unsere Region seriöse Standortprüfung zuzulassen.
Die Motivation, diesen Konsens zu verlassen, bleibt vordergründig im Unklaren. Sich jetzt wiederum ausschließlich für die Goldene Aue als einzigen Standort auszusprechen, zeugt nicht von der versprochenen Diskussions- und Konsensbereitschaft, an die sich die Bürgerinitiative vereinbarungsgemäß gehalten hat. Diese Chance, einen Kompromiss zu erzielen, der von allen Beteiligten mitgetragen werden kann, wurde verspielt. So ziehen sich alle Beteiligten wieder auf ihre Positionen zurück. Das Nachsehen hat unsere Region, haben die vielen Bürger der Goldenen Aue, die auf das kleine Fünkchen des Miteinander statt des Gegeneinander gesetzt haben. Das angeblich fünf Großinvestoren nicht bedient werden konnten, kann so nicht mitgetragen werden. Wäre wahres Interesse erkennbar gewesen, würde die Planung nicht schon fast sechs Jahre dauern. Dann wäre ein Gebiet erschlossen worden, und zwar ganz schnell!
Das die Nordhäuser Wirtschaft ihre besten Köpfe, qualifizierte Facharbeiter ziehen lässt, ist bedauerlich! Aber solange eben diese qualifizierten Fachleute deutlich weniger Geld, längere Arbeitszeiten und schlechtere Sozialleistungen geboten bekommen, wird auch ein Industriegebiet wenig am Abwanderungstrend ändern. Solange der Osten das Niedriglohnniveau als Standortvorteil anpreist, werden eben diese Fachleute sich eine Region suchen, in der ihr Können entsprechend honoriert wird. Die Lebenshaltungskosten, Gebühren und Abgaben sind bei weniger Einkommen, genauso hoch, wenn nicht höher als im Westen. Wünschenswert wäre, daß mit Erschließung eines Industriegebietes dieses Manko beseitigt wird, aber allein es fehlt der Glaube...
Nicht allein ein fehlendes Industriegebiet ist der Grund, warum kein Großkonzern hier investiert. Dies machte der Geschäftsführer der IHK, Udo Rockmann, in der nnz deutlich. Das politische Klima, das Gezänk der Verwaltungen, fehlende Konzepte sind die wahren Gründe, warum Investoren mit feinem Näschen unsere Region meiden. Hier muss dringend, auch seitens dieser Wirtschaftsverbände interveniert werden, auch wenn man parteipolitisch Gegenwind erwarten muß!
Versuche, die Bürgerinitiative mundtot zu machen, in dem man versucht einzelne Personen einzuschüchtern, werden ins Leere laufen. Anonyme Briefe und Anrufe zeugen von wenig Demokratieverständnis. Die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue wird alle ihr gebotenen Mittel aufwenden, damit nicht aus purem Aktionismus und der damit verbundenen Ideenlosigkeit der Lebensraum vieler Menschen und Tiere zerstört wird. Die Alternativen sind vorhanden und bei weitem besser geeignet als die Goldene Aue. Investoren, die beabsichtigen, hier einen Produktionsstandort zu errichten, werden sehr bald erkennen, das man in der Goldenen Aue schnell an Grenzen stößt. Die Interessen- und Nutzungskonflikte, die sich in der Goldenen Aue zwangsläufig ergeben werden, wird eine baldige Bebauung unmöglich machen. Daher wird die Bürgerinitiative nicht nachlassen, genau wie im Gipsstreit das nicht durchgeführte Raumordnungsverfahren einzufordern. Erst dann kann die weiße Fläche im RROP einer bestimmten Nutzung zugeführt werden.
Diese und weitere Fakten werden wir ebenfalls dem Thüringer Wirtschaftsministerium mitteilen. Hier eine schnelle Kabinettsentscheidung durchsetzen zu wollen, kann sich für den Wirtschaftsminister als Rohrkrepierer erweisen, denn er wird sicherlich nicht vor Beendigung des gesetzlichen Verfahrens voreilig entscheiden. Schließlich steht und fällt das politische Ansehen mit dem erlangten Erfolg. Sollte dieser ausbleiben, sind nicht nur immense Gelder vergeudet, sondern auch Ansehen beschädigt, und das nicht nur in Erfurt, sonder auch hier in Nordhausen und Umgebung! Die Verantwortlichkeiten müssen dann auch deutlich bekannt gemacht werden.
BI Rettung der Goldenen Aue
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
