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nnz-jukebox: Folk fürs Volk

Montag, 28. Januar 2008, 14:11 Uhr
Nordhausen (nnz). Alle Jahre wieder kehrt im Winter der Sommer zurück. Warum das so sein muss, weiß Olaf Schulze


tff (Foto: Agentur) tff (Foto: Agentur) tff Rudolstadt 2007
V. A.
(Löwenzahn/Heideck)



Im Grunde nichts neues könnte man meinen oder auf die Publikationen des Vorjahres an gleicher Stelle zum gleichen Thema verweisen. Der Sammler Rudolstädter Festivalkunst sieht das aber anders und der bedauernswerte Folkie, der aus welchem Grunde auch immer im letzten Juli zum größten deutschen Folkevent fehlte, wohl auch.

Wieder 2 CDs vom letzten tff und wieder eine schöner als die andere. Denn auf der ersten wird ein akustischer Eindruck von der Vielfalt des gesamten Festes vermittelt, auf der zweiten ein ebenso reichhaltiger von den Künstlern des Schwerpunktlandes USA. Dazu eine DVD mit den Fernsehaufzeichnungen des mdr, einem Mitschnitt des „magic keyboard“-Konzertes und exklusivem Bonusmaterial. Auch ein 24-seitiges, liebevoll gearbeitetes Booklet ist wieder zu vermelden.

Der Unterschied ist nur, dass sich unser Planet ein weiteres Jahr durch das Universum gedreht hat und im Jahre 2007 komplett andere Künstler in Rudolstadt am Start waren als 2006. Und so reicht die Palette bunter Musikmixe vom israelischen Idan Raichel Project über die preisgekrönte sizilianische Sirene Etta Scolo bis zum ebenfalls ausgezeichneten Achim Reichel und dem Publikumsliebling Rainald Grebe, der nur wenige Kilometer von seiner einstigen Wirkungsstätte Jena entfernt ein regelrechtes Heimspiel hatte.

Afrikas Vertreter K’Naan sind zu hören, asiatische Musik und lateinamerikanische Klänge, norwegische Geigen und deutsch-französische Reggae-Hip-Hop-Fusionsbands.

Bei der Ami-CD ist es ähnlich interessant und gegensätzlich: Balkan Beat Box trifft Blackfire-Indianer-Punkrock, Zydecomusic auf das schräge Degeneration Art Ensemble. Diese aufwändig und präzise erstellte audio-visuelle Erinnerung an ein tolles Musikfest im frühen Sommer 2007 soll aber neben den statistischen und memorierenden Aspekten vor allem auch folgenden Zweck erfüllen: die Vorfreude auf den nächsten Sommer entfachen und die Sehnsucht nach der 2008er Auflage des „roots-folk-worldmusic“-Festivals kräftig schüren. Und das hat wieder einmal gut funktioniert.
Olaf Schulze
Autor: osch

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