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Kurt-Bangemann-Preis wird heute unter anderem an Nordhäuserin verliehen

Montag, 20. November 2000, 12:27 Uhr
Nordhausen/Washington (nnz). Adelheid von Gagern aus Nordhausen erhält in diesem Jahr den Kurt-Bangemann-Preis. Die 79jährige kümmert sich seit Jahren um Asylbewerber, die vorübergehend im Landkreis Nordhausen wohnen und nimmt sich deren persönlicher Schicksale an. In Mackenrode hat sie zum Beispiel jüdische Kontingentflüchtlinge in deutscher Sprache unterrichtet. Sie sei außerdem ein "nicht mehr wegzudenkendes Bindeglied zwischen Asylbewerbern und den zuständigen Behörden", heißt es in der Begründung. Vorgeschlagen wurde Adelheid von Gagern vom Sozialamt der Nordhäuser Kreisverwaltung.
Der Kurt-Bangemann-Preis wird seit nunmehr fünf Jahren durch die Nachfahren von Kurt Bangemann verliehen. Bangemann war 1944 im damaligen Konzentrationslager Mittelbau Dora ums Leben gekommen. Er verhalf während der Nazizeit vor allem Juden mit gefälschten zur Flucht aus Deutschland. Der Preis, den in diesem Jahr noch der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Wolfgang Nossen, und der katholische Pfarrer aus Gardelegen (Sachsen-Anhalt), Johannes Eisele, erhalten, wird jährlich am 20. November, dem Todestag von Kurt Bangemann verliehen.
Der 70jährige Nossen wird für die Bewahrung und den Schutz des Andenkens aller Opfergruppen des Nazi-Terrors und für seine Aktivitäten gegen die rechte Gefahr in Thüringen geehrt. Der 69 Jahre alte Eisele engagiert sich leidenschaftlich als Vorsitzender des Fördervereins der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe für KZ-Überlebende und gegen jede Art von Ausgrenzung und Intoleranz. Die Gedenkstätte in Sachsen-Anhalt erinnert an den grausamen Tod von mehr als 1.000 KZ-Häftlingen, die am 13. April in einer Scheune bei Gardelegen lebendig verbannt wurden.
Zu den bisherigen Preisträgern des Kurt-Bangemann-Preises gehören unter anderem das Nordhäuser Theater und der Verein "Nordhäuser Tafel".
Autor: nnz

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