Gedichte eines Nordhäusers
Sonntag, 20. Januar 2008, 10:45 Uhr
Mit einem interessanten Programm starten die Macher der Dichterstätte Sarah Kirsch in das neue Jahr. In der kommenden Woche steht ein Mann im Mittelpunkt, der einer Einrichtung in Nordhausen seinen Namen geliehen hat...
Am Samstag, dem 26. Januar, sind ab 14. 30 Uhr in der Dichterstätte unter dem Motto: Rauschend geht der Strom der Zeit, / immer wechselnd seine Weise. / Wilde Wirbel, milde Kreise / bildet die Vergänglichkeit. Gedichte von Rudolf Hagelstange zu hören, der am 14. Januar 1912 in Nordhausen am Harz geboren wurde. Er legte Zeit seines Lebens Wert darauf, dass das Mittelgebirge nahe seiner Heimatstadt in seiner Biographie benannt wurde.
In der Dichterstätte wird er als Lyriker vorgestellt, denn Verse begleiten ihn ein Leben lang.
Im Krieg war er 1943 nach Italien abkommandiert worden. Dort schrieb er im Sommer 1944 eine Folge von 35 Sonetten, das Venezianische Credo. Dies wurde 1945 in Verona von der Officina Bodoni handgedruckt und 1946 vom Insel Verlag aufgelegt. Damit wurde sein Ruf als Dichtender begründet.
Bereits 1943 war in Leipzig im Rupert Verlag der Gedichtband Es spannt sich der Bogen , erschienen, beim Insel Verlag kam 1948 Strom der Zeit heraus. Nach Erscheinen des Bandes Lied der Jahre, gesammelte Gedichte, bei Hoffmann und Campe 1964 schreibt ein Kritiker: Verankert im Geist des hellenischen und christlichen Abendlandes, dennoch die Bedrängnisse und geistigen Forderungen der Gegenwart nicht verleugnend, hat das Gedicht Hagelstanges einen eigenen Klang. In diesem Band steht auch sein Nordhausen gewidmetes Gedicht: Schwermütig Lied I und II. Seiner Geburtsstadt setzt er auch in seiner Meersburger Elegie ein beeindruckendes Denkmal. Bei Hoffmann und Campe kommen 1963 Corazón - Gedichte aus Spanien heraus, denn Hagelstange war ein großer Reisender. Davon zeugen auch die 1976 vom List-Verlag verlegten Ausgewählte Gedichte, in denen vor allem seine zahlreichen Fahrten in fremde Länder, durch Verse gebannt, nachzuempfinden sind.
Hochachtung empfand der aus Nordhausen Gebürtige vor den Dichterinnen und Dichtern, deshalb leitete er den Sammelband Schönsten Gedichte aus acht Jahrhunderten mit einem Vorwort ein, in dem es am Schluss heißt: Der Umgang mit Gedichten ist frei. Er kostet freilich, soll er zu Genuß und Erlebnis führen, die Mühe der Versenkung, die eben jeder für sich leisten muß.
Im neuen Jahr werden die Ausstellungen in der Dichterstätte fortgeführt, sie beginnen mit der HausART Nr. XXIII · 1/2008 von Wolfgang Müller, Nordhausen, der seit über einem Jahrzehnt bei archäologischen Grabungen in Thüringen und Sachsen Anhalt mitarbeitet oder sie im Auftrag der jeweiligen zuständigen Landesämter leitet. Seine exzellenten Zeichnungen von den Ausgrabungsstätten, darunter auch Bildnisse von wieder ans Tageslicht geholten Einzelstücken, werden präsentiert. In den Vitrinen der Bibliothek gibt es dazu weitere Informationen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzAm Samstag, dem 26. Januar, sind ab 14. 30 Uhr in der Dichterstätte unter dem Motto: Rauschend geht der Strom der Zeit, / immer wechselnd seine Weise. / Wilde Wirbel, milde Kreise / bildet die Vergänglichkeit. Gedichte von Rudolf Hagelstange zu hören, der am 14. Januar 1912 in Nordhausen am Harz geboren wurde. Er legte Zeit seines Lebens Wert darauf, dass das Mittelgebirge nahe seiner Heimatstadt in seiner Biographie benannt wurde.
In der Dichterstätte wird er als Lyriker vorgestellt, denn Verse begleiten ihn ein Leben lang.
Im Krieg war er 1943 nach Italien abkommandiert worden. Dort schrieb er im Sommer 1944 eine Folge von 35 Sonetten, das Venezianische Credo. Dies wurde 1945 in Verona von der Officina Bodoni handgedruckt und 1946 vom Insel Verlag aufgelegt. Damit wurde sein Ruf als Dichtender begründet.
Bereits 1943 war in Leipzig im Rupert Verlag der Gedichtband Es spannt sich der Bogen , erschienen, beim Insel Verlag kam 1948 Strom der Zeit heraus. Nach Erscheinen des Bandes Lied der Jahre, gesammelte Gedichte, bei Hoffmann und Campe 1964 schreibt ein Kritiker: Verankert im Geist des hellenischen und christlichen Abendlandes, dennoch die Bedrängnisse und geistigen Forderungen der Gegenwart nicht verleugnend, hat das Gedicht Hagelstanges einen eigenen Klang. In diesem Band steht auch sein Nordhausen gewidmetes Gedicht: Schwermütig Lied I und II. Seiner Geburtsstadt setzt er auch in seiner Meersburger Elegie ein beeindruckendes Denkmal. Bei Hoffmann und Campe kommen 1963 Corazón - Gedichte aus Spanien heraus, denn Hagelstange war ein großer Reisender. Davon zeugen auch die 1976 vom List-Verlag verlegten Ausgewählte Gedichte, in denen vor allem seine zahlreichen Fahrten in fremde Länder, durch Verse gebannt, nachzuempfinden sind.
Hochachtung empfand der aus Nordhausen Gebürtige vor den Dichterinnen und Dichtern, deshalb leitete er den Sammelband Schönsten Gedichte aus acht Jahrhunderten mit einem Vorwort ein, in dem es am Schluss heißt: Der Umgang mit Gedichten ist frei. Er kostet freilich, soll er zu Genuß und Erlebnis führen, die Mühe der Versenkung, die eben jeder für sich leisten muß.
Im neuen Jahr werden die Ausstellungen in der Dichterstätte fortgeführt, sie beginnen mit der HausART Nr. XXIII · 1/2008 von Wolfgang Müller, Nordhausen, der seit über einem Jahrzehnt bei archäologischen Grabungen in Thüringen und Sachsen Anhalt mitarbeitet oder sie im Auftrag der jeweiligen zuständigen Landesämter leitet. Seine exzellenten Zeichnungen von den Ausgrabungsstätten, darunter auch Bildnisse von wieder ans Tageslicht geholten Einzelstücken, werden präsentiert. In den Vitrinen der Bibliothek gibt es dazu weitere Informationen.
Heidelore Kneffel
